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Ausgabe 121-1/2010

MAHEK

Film in der Diskussion

Produktion: Children‘s Film Society India CFSI; Indien 2007 – Regie: Kranti Kanade – Buch: Kranti Kanade, Kedar Dharwadkar – Kamera: Mrnal Desai – Schnitt: Suchitra Sathe – Musik: Mathieu Lamboley – Darsteller: Shreya Sharma (Mahek), Anuya Bhagwat (Lehrer), Madan Deodhar (Amit) u. a. – Länge: 80 Min. – Farbe – Weltvertrieb: CFSI ,e-mail: cfsindia.org/mahekmirza.htm – Altersempfehlung: ab 8 J.

Inhalt
Die elfjährige Mahek träumt für ihr Leben gern von großen Erfolgen. Doch die Wirklichkeit sieht leider ganz anders aus. Mahek bemüht sich zwar, in allem immer die Beste zu sein, es gelingt ihr jedoch einfach nicht. Erst als sie eine geheimnisvolle alte Dame trifft, die sich ihr als eine Fee zu erkennen gibt, beginnt Mahek über sich selbst nachzudenken. Denn die rätselhafte alte Frau stellt ihr eine existenzielle Frage: Wer bist du und welche Stärken hast du? Um dies zu beantworten, fragt Mahek Familie und Freunde nach ihren Talenten, doch keiner kann ihr eine zufriedenstellende Antwort geben. Als für ein Schultheaterstück zum Thema Umweltschutz ein Titel gesucht wird, überzeugt Mahek die Klasse von ihrem Vorschlag, die Hauptrolle spielt allerdings ein Klassenkamerad. Bei einem Fußballmatch zwischen den Klassen hat Mahek, trotz ihrer Bemühungen mal wieder Pech und schießt ein Eigentor. Diesen Fehler, der ihrer Mannschaft den Sieg kostet, nehmen ihr die Klassenkameraden besonders übel. Erst als Mahek vor Kummer krank wird und sie dank ihres Vaters trotzdem am Aufsatzwettbewerb teilnimmt, zeigt sich, dass ihre wahre Stärke ihre wunderbare Phantasie ist.

Reaktionen während der Vorstellung

Die Schulvorstellung beim Kinderfilmfest in München war von zehn- bis zwölfjährigen Kindern besucht. Trotz der großen Gruppen wurde vor der Vorstellung nur wenig geredet. Mit dem Verdunkeln des Raumes fingen einige Kinder leise miteinander zu reden an; zu Beginn des Films kehrte wieder eine konzentrierte Ruhe ein.
Die häufigen Traumsequenzen von Mahek wurden meistens mit Lachern oder Kommentaren von den Kindern begleitet. Die Kinder flüsterten und berieten sich nach diesen Traumszenen. Nach der Auflösung des Traums in die für Mahek meist schlecht ausgehende Realität wurde besonders viel gelacht. Allerdings konnten einige Kinder die ersten Traumszenen zunächst nicht von der Filmrealität unterscheiden. Als Mahek den Aufsatzwettbewerb gewinnt, waren sich die Kinder zunächst unsicher, ob Mahek nur wieder geträumt hat und tauschten sich flüsternd miteinander aus.
Besonders gut kamen die Casting-Szenen für das Schultheaterstück bei den Kindern an. Die im üblichen Casting-Stil aufgebauten, schnellen Szenenabfolgen, in denen getanzt und gesungen wurde, sorgten durch die starke Übertreibung der Darstellungen für viel Gelächter. Ebenfalls kamen die Szenen, in denen Mahek ihre Rolle als stummer Müll und Dreck probt, sehr gut an. Besonders als Mahek während der Aufführung den Müll noch sprechen lässt, mussten viele Kinder lachen. Die Szene des Fußballspiels mit Maheks Eigentor wurde von einigen Kindern mit den Worten "Hihi, ein Eigentor" und "So schlecht und schießt ein Tor" kommentiert. Die Kinder blieben scheinbar in emotionaler Distanz zum Filmgeschehen, oder hatten den Wechsel zwischen Imagination und Filmrealität nicht verstanden. Als Mahek nach dieser Szene weinte, fragte ein Mädchen: "Warum weint die denn?"
Am Ende des Films, während des Abspanns, redeten die Kinder auffällig viel miteinander und tauschten sich zum Teil über die Abstimmung des Films aus.

Verwendbarkeit für die Kinderkulturarbeit
"Mahek" ist ein Film über die Stärke von Phantasie, die gerade bei Kindern noch besonders ausgeprägt ist. Als ein Plädoyer für Kreativität und Phantasie konzentriert sich der Film stark auf das Wechselspiel zwischen Maheks Tagträumen und ihrer meist negativen Lebenswelt. Einige Kinder hatten jedoch Probleme, wenn Traumsequenzen von Mahek nicht klar als solche inszeniert waren. Zum Teil, wie beim Fußballmatch, schien nicht klar, ob die Kinder zwischen der Traumvorstellung von Mahek, das Gewinnertor geschossen zu haben, und der Filmrealität des geschossenen Eigentors unterscheiden konnten. Nur die absurden und stark überzeichneten Vorstellungen von Mahek – ein Wahlrecht für Kinder oder die indische Präsidentin zu sein – wurden klar als Träume erkannt. Deutlich war diese Unsicherheit in den vielen verbalen Äußerungen der Kinder zu hören. Der Wechsel von Imagination und Filmrealität konnte in einigen Szenen auch das erwachsene Publikum überraschen. Bedauerlicherweise werden Maheks Freundschaften nur oberflächlich behandelt. Der Film konzentriert sich dramaturgisch auf Maheks Entwicklung. Diese wird von den Kindern sehr positiv wahrgenommen. Eine Identifikation mit Mahek schien durch die häufigen Wechsel zwischen Maheks Imaginationen und ihrer Alltagswelt den meisten Kindern schwer zu fallen. Für eine medienpädagogische Arbeit vor allem bei achtjährigen Kindern könnte das Thema Träume und Phantasie vorbereitet und der Wechsel von Traumsequenz und Filmrealität bewusst für das Erlernen der Filmsprache genutzt werden. Dass insgesamt in beiden Vorstellungen auf dem Münchner Filmfest überwiegend mit "sehr gut" abgestimmt wurde, zeigt, dass für Kinder die Identifikation mit den Hauptprotagonisten nicht im Vordergrund steht. Die jungen Zuschauer wurden von den schönen und lustigen Szenen überzeugt.

Julia Gebefügi

 

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KJK-Ausgabe 121/2010

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