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Ausgabe 128-4/2011

"Pommes Essen" – Eine starke David gegen Goliath-Geschichte

Ein Gespräch mit der Produzentin Dagmar Niehage

Interview

Kinder- und Familienfilmprojekte ohne bekannte Marke oder erfolgreiche Buchvorlage haben es in Deutschland zunehmend schwer. Der jungen Kölner Produktionsfirma Dagstar Film ist es dennoch auch ohne Senderbeteiligung gelungen, ihren ersten Familienfilm zu realisieren. Die Regisseurin Tina von Traben, die von der ersten Idee bis zum Drehstart vier Jahre an "Pommes essen" gearbeitet hat, drehte ihr Kinodebüt im September und Oktober in Duisburg, Köln, Hürth und Leverkusen. Das Drehbuch schrieb die Absolventin der Internationalen Filmschule Köln mit dem erfahrenen Kinderbuchautor Rüdiger Bertram.

„Pommes Essen“ ist eine Komödie für die ganze Familie. Die Geschwister Patty, Selma  und Lilo leben mit ihrer alleinerziehenden Mutter Frieda in Duisburg. Frieda hat von ihrem Vater eine bekannte Pommes-Bude und das Geheimrezept für eine unerreichte Currysauce geerbt. Als sie wegen Überarbeitung zusammenbricht und in Kur geschickt wird, bewerben sich Selma und Lilo für das Catering des neuen Fußballstadions. Dagegen träumt Patty davon, Starköchin zu werden. Sie schwänzt die Schule und macht heimlich ein Praktikum in einem Spitzenrestaurant. Der Zusammenhalt der Familie wird auf die Probe gestellt, als Onkel Walter mit seinem Fast-Food-Imperium in den lukrativen Wettbewerb einsteigt. Im entscheidenden Moment erhalten Selma und Lilo Hilfe von der Schrottplatzbesitzerin Besjana.

Das Projekt, das beim renommierten Programm Pygmalion Plus weiterentwickelt wurde, erhielt von der Film- und Medienstiftung NRW eine Produktionsförderung von 500.000 Euro. 250.000 Euro kamen vom BKM/Kuratorium junger deutscher Film, die nordmedia gab 30.000 Euro. Der Berliner Farbfilm Verleih plant den deutschen Kinostart für den Sommer 2012. Der Film richtet sich vor allem an Eltern und Kinder von acht bis 15 Jahren. Mit der Produzentin Dagmar Niehage sprach Reinhard Kleber.

KJK: Warum habt Ihr entschieden, die Geschichte in Duisburg anzusiedeln?
Dagmar Niehage: Tina von Traben hat einige Monate in Duisburg gelebt und findet die Stadt sehr interessant. Sie schätzt die freundliche Atmosphäre und die offenen Menschen. Vor allem, was die Duisburger aus ihrer Stadt gemacht haben, seit es den legendären Ruhrpott so nicht mehr gibt. Diese Zuwendung zur Zukunft wird aber außerhalb Duisburgs nicht richtig wahrgenommen.

Inwiefern kann man die Story mit einem David gegen Goliath-Konflikt vergleichen?
Indem das erwachsene Geschwisterpaar Frieda und Walter Frey in Streit gerät. Frieda hat ein beliebtes Curry-Saucen-Rezept geerbt und betreibt eine kleine Pommes-Bude. Sie ist stolz auf die Qualität ihrer Produkte, lebt aber am Rande des Existenzminimums und will nicht wahrhaben, dass sie sich verändern muss. Dagegen hat ihr Bruder ein Fast Food-Pommes-King-Imperium aufgebaut. Ihm fehlt eben diese Curry-Sauce zu seinem Glück. Als die kleinen Schwestern in den Wettbewerb um das Stadion-Catering eintreten, stoßen sie auf Walter, der zum Showdown mit einem riesigen Show Truck ankommt. Wieder stehen sich Groß und Klein gegenüber.

Hatten die Autoren beim Schreiben schon die Schauspieler im Kopf?
Nein. Erst als wir so gut wie fertig waren, haben wir überlegt, wer könnte gut zu den Figuren passen. Die erwachsenen Schauspieler sprachen wir gezielt an. Die Besetzung hat sich nochmal geändert, ist jetzt aber so, wie wir uns das vorgestellt haben. Bei den Kindern war das Casting großflächiger. Klar war, dass wir drei Kinder wegen der beschränkten Drehzeiten aus dem Raum Köln besetzen wollten.

Wie viele Kinder habt Ihr zum Casting eingeladen?
Wir haben zu einem längeren Wochenende mehr als 30 Kinder eingeladen. Mit den drei Kindern haben wir auch etliche Proben gemacht, damit sie sich kennen lernen. Wir hatten ja zwei Casting-Runden und haben dabei schon verschiedene Kombinationen ausprobiert.

Regiedebütanten suchen ja oft nach einer eigenen Handschrift und orientieren sich dabei an Vorbildern. Gab es auch hier Vorbilder?
Tinas Kurzfilme zeigen, dass sie schon eine eigene Bildsprache entwickelt hat. Sie hält die originalen Erich-Kästner-Filme für zeitlos, weil Kinder dort nicht hilflos sind, sondern solide Entscheidungen treffen. Ich weiß, dass sie auch den französischen Film "Der kleine Nick" wegen seiner schönen Details gut findet. Und vom erzählten Stoff her ist der innovative Animationsfilm "Ratatouille" wichtig.

Wie wichtig war denn die Förderentscheidung von BKM/Kuratorium, um das Projekt auf die Beine zu stellen?
Das war mehr oder weniger die Anschubfinanzierung, weil das Gremium als erstes die Produktion gefördert hat. Die Filmstiftung hatte allerdings schon vorher Drehbuch und Stoffentwicklung gefördert. Das Votum der Jury von Kuratorium und BKM hat auf jeden Fall geholfen, weil es zeigt, dass man an uns glaubt. Ich denke, das hat auch die Förderentscheidung der nordmedia erleichtert.

Interview: Reinhard Kleber

 

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