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Ausgabe 129-1/2012

FÜNF FREUNDE

Produktion: SamFilm; Deutschland 2012 – Regie: Mike Marzuk – Buch: Sebastian Wehlings, Peer Klehmet, nach der Buchreihe von Enid Blyton – Kamera: Bernhard Jasper – Schnitt: Tobias Haas – Musik: Tobias Kuhn – Darsteller: Valeria Eisenbart (George), Quirin Oettl (Julian), Justus Schlingensiepen (Dick), Neele-Marie Nickel (Anne), Michael Fitz (Prof. Quentin), Anja Kling (Fanny), Armin Rohde (Peters) u. a. – Länge: 93 Min. – Farbe – FSK: o. A. – Verleih: Constantin – Altersempfehlung: ab 6 J.

In Ehren ergraute Klassiker für die Leinwand wieder neu belebt, das muss nicht zwangsläufig einer totalen Komplett-Renovierung gleichkommen. Man kann durchaus auch versuchen, den braven, altmodischen Charme beizubehalten und nur da zu modernisieren, wo es unbedingt notwendig erscheint. Dies hat Mike Marzuk beherzigt, der hier nach "Sommer" und "Rock It" erneut mit dem zuletzt nicht mehr ganz so erfolgsverwöhnten "Wilde Kerle"-Produzentengespann Ewa Karlström und Andreas Ulmke-Smeaton zusammenarbeitet. Seine Version der "Fünf Freunde", eine Erfindung von Enid Blyton (die Kinderbuchreihe verkaufte weltweit mehr als 100 Mio. Exemplare), erweist sich in Sprachduktus und Dialogen durchaus auf der Höhe der Zeit, schwelgt ansonsten in Nostalgie.

Das bedeutet: schöne, plakative Fachwerkhäuschen-Idylle, eine einfache, leicht überschaubare und konfliktfreie Handlung, die auch den Kinonachwuchs nicht überfordert, sowie behutsam eingesetzte Actionsequenzen und CGI-Effekte, die allerdings bei einem Kinderabenteuer sowieso nicht unbedingt im Vordergrund stehen müssen. Marzuk setzt dafür mehr auf den Fun-Faktor, lässt Anja Kling, nach Inge Meysel nun endgültig die neue Mutter der Nation ("Hanni und Nanni", "Hexe Lilli", "Es ist ein Elch entsprungen" etc.), für die Fast-Food-Kids Dinkelauflauf und Bärlauchfrikadellen kochen, während ein zur Übertreibung neigender Armin Rohde sich als trotteliger Dorfpolizist von oben bis unten vollsabbern darf und Anatol Taubman (der Remigius aus "Die Säulen der Erde") einen mysteriösen Fremden mimt, der die fünf Freunde erst zu einer originellen Flucht aus dem Klofester zwingt, um sich dann auf deren Seite zu schlagen. Schöne Settings sind ein Schiffswrack am Meer, das als Hauptquartier für die Nachwuchs-Detektive dient, ein "Indiana Jones"-mäßiger Geheimgang zur Felseninsel, der aus dramaturgischen Gründen und entgegen der Logik ein wenig zu kurz geraten ist, und ein Luftkissenboot, dessen Fahrt die Story mit Rasanz und Tempo unterstützt.

Und weil der Plot zum Schluss ein paar Kniffe bereit hält, mit Papas Experiment, aus Grünzeug Strom zu gewinnen, sogar eine sanfte Öko-Botschaft vermittelt wird, und die fünf Freunde sich natürlich glorreich gegen die Bösen durchsetzen, sind drei Dinge erfüllt: Der Geist von Enid Blytons Vorlagen bleibt gewahrt, fünf- bis zwölfjährige Jungen und Mädchen können sich damit identifizieren und ein Sequel ist vorprogrammiert, sofern die Kinokasse halbwegs stimmt.

Thomas Lassonczyk

 

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KJK-Ausgabe 129/2012

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