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Ausgabe 129-1/2012

MEIN FREUND, DER DELFIN

DOLPHIN TALE

Produktion: Alcon Entertainment / Paradise F.X.; USA 2011 – Regie: Charles Martin Smith – Buch: Karen Janszen, Noam Dromi – Kamera: Karl Walter Lindenlaub – Schnitt: Harvey Rosenstock – Musik: Mark Isham – Darsteller: Morgan Freeman (Dr. McCarthy), Ashley Udd (Lorraine Nelson), Kris Kristofferson (Reed Haskett), Nathan Gamble (Sawyer Nelson), Harry Connick (Kyle) u. a. – Länge: 113 Min. – Farbe – 3D – FSK: o. A. – FBW: wertvoll – Verleih: Warner Bros. – Altersempfehlung: ab 10 J.

Der elfjährige Sawyer Nelson ist ein Einzelgänger, der in der Schule schlechte Noten hat und meistens in der Werkstatt seines Vaters an Modellhubschraubern bastelt oder Videogames spielt. Sawyer hat sich weitgehend in die Selbstisolation zurückgezogen, seit sein Vater ihn und seine Mutter Lorraine vor fünf Jahren im Stich gelassen hat. Und nun geht auch noch sein bewunderter Cousin Kyle, ein athletisches Schwimm-As, zur Armee. Eines Tages findet Sawyer am Strand in Florida ein Delfinweibchen, das in die Leinen einer Krebsreuse geraten ist. Das drei Monate alte Tier wird ins Clearwater Marine Hospital gebracht, wo es den Namen Winter bekommt. Das engagierte Team um den verwitweten Meeresbiologen Clay versucht, Winter zu retten, doch dessen Schwanzflosse ist so schwer verletzt, dass sie amputiert werden muss. Dass Sawyer sofort ein enges Verhältnis zu Winter entwickelt, zeigt sich daran, dass der Delfin nur von ihm Futter annimmt. Der Junge besucht das Tier von nun an täglich und freundet sich mit Clays redseliger Tochter Hazel an. Durch die sinnvolle neue Aufgabe blüht Sawyer auf und kann sich endlich auch gegenüber seiner besorgten Mutter öffnen. Doch dann wird bekannt, dass Kyle bei einer Explosion so schwer verletzt wurde, dass er nur noch mit Krücken und einem Gestänge am Bein laufen kann. Bei einem Besuch im Veteranenhospital sieht Sawyer viele verstümmelte Soldaten mit Prothesen, was ihn auf die Idee bringt, den Prothesenbauer Dr. McCarthy zu bitten, für Winter eine Schwanzprothese zu entwickeln. Denn nur damit hat das Tier auf Dauer eine Überlebenschance.

Filme, in denen Kinder Tiere retten oder umgekehrt, haben sich schon oft als Publikumslieblinge erwiesen, man denke nur an die "Flipper"-Serie oder die "Free Willy"-Reihe. Nach diesem Muster hat der 58-jährige Schauspieler und Regisseur Charles Martin Smith, der in vier Jahrzehnten in Dutzenden Filmen und TV-Produktionen mitgespielt hat und vor allem für die Hauptrolle in dem Abenteuerfilm "Wenn die Wölfe heulen" (1983) glänzende Kritiken bekam, den warmherzigen Familienfilm über die Freundschaft zwischen einem einsamen Jungen und einem verletzten Delfin angelegt. Das märchenhafte Feel-Good-Movie wartet mit einer Reihe prominenter Darsteller auf und bietet gewaltfreie, wertebetonte Unterhaltung, ohne allzu sehr ins Sentimentale abzudriften.

Die Filmstory beruht auf einer wahren Begebenheit aus dem Jahr 2005, als ein Fischer in Florida ein schwerverletztes Delfinbaby fand, das dann ins Clearwater Marine Aquarium gebracht wurde, das nach dem Motto arbeitet: „Retten, rehabilitieren und auswildern.“ Der Delfin überlebte letztlich durch eine Schwanzprothese, die durch einen innovativen Überzug in ihrer Position gehalten wurde. Das dafür entwickelte extrem flexible Material, das den Namen "Winter's Gel" erhielt, kommt inzwischen auch behinderten Menschen in aller Welt zugute. Gedreht wurde der Film in Florida unter anderem im Clearwater Aquarium, wo „Winter“ heute zu Hause ist. Im Film spielt der Delfin sich übrigens selbst.

"Family is forever" – dieser Leitspruch zieht sich wie ein roter Faden durch den Film, der mit kindgerechter Dramaturgie zeigt, wie ein Delfin gelockerte menschliche Familienbande wieder festigt. Smith, der als vielseitiger Regisseur unter anderem den Familienfilmhit "Air Bud – Champion auf vier Pfoten" realisiert hat, arbeitet zugleich heraus, wie sich Tier und Mensch mit einem vertieften wechselseitigen Verständnis aus Notlagen helfen können. Neben Freundschaft und Familie feiert der Film auch Werte wie Mut und Phantasie, Solidarität und Durchhaltevermögen. Der junge Nathan Gamble („The Dark Knight“) verkörpert den sommersprossigen introvertierten Außenseiter Sawyer überzeugend – eine starke Identifikationsfigur für das junge Publikum.

Die 3D-Fassung bringt übrigens außer einer kurzen stereoskopischen Unterwassersequenz mit subjektiver Kamera am Anfang sowie beim Finale keinen nennenswerten ästhetischen Mehrwert gegenüber der 2D-Version. Ungeduldige Kinogänger sollten am Ende nicht zu schnell aufspringen, denn der Abspann zeigt die realen Menschen, die mit Winter gearbeitet haben, und glücklich lächelnde Kinder mit Prothesen, die den Delfin im Wasserbecken besuchen.

Reinhard Kleber

 

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