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Ausgabe 129-1/2012

WINTERTOCHTER

(Kinder-Film-Kritik zum Film WINTERTOCHTER)

Deutschland / Polen 2010 – Regie: Johannes Schmid –  Filmkritik
Interview in KJK Nr. 125-1/2011

Ausgerechnet zu Weihnachten erfährt die Berlinerin Kattaka (eigentlich Katharina), dass ihr "Papa" gar nicht ihr echter Vater ist. Ihr echter Vater ist Russe, heißt Alexej und ist Matrose in Polen. Am nächsten Morgen beschließt sie, den echten Vater zu suchen. Zu Fuß, wie sie vorhat, nach Polen, geht natürlich nicht. Ihre Eltern sind strikt dagegen, doch Kattaka setzt sich durch. Die alte Nachbarin Lene erklärt sich bereit, Kattaka nach Stettin zu fahren, wo ein Containerschiff liegt, auf dem Alexej arbeitet. Denn Lene erkennt, dass es wichtig für Kattaka ist, ihren echten Vater zu finden. Vielleicht hätte ihre Mutter sie gefahren, doch das Problem liegt in deren Schwangerschaft. Und überhaupt möchte Kattaka nicht mit ihren Eltern reden.

Erst bei einer Kontrolle bemerken Lene und Kattaka, dass sie einen blinden Passagier an Bord des alten Kleinbusses genommen haben … Knäcke, Kattakas besten Freund! In Stettin angekommen, erfahren die drei, dass Alexejs Schiff schon abgelegt hat. Richtung Danzig. "Nur über meine Leiche", sagt Lene. Doch Kattakas Sturkopf siegt. Lene, die sowieso nicht allzu gesprächig ist, wird auf der Fahrt immer verschlossener. "Warum hast du nie erzählt, dass du in Polen geboren bist?", fragt Kattaka, als sie den Pass der älteren Dame sieht. Es habe nichts zu erzählen gegeben, brummt Lene unfreundlich. Und was hat dieser Schlüssel zu bedeuten, den Lene hütet wie ihren Augapfel ...? Im Danziger Gasthaus "Zur Fledermaus" lernt Kattaka den Jungen Waldek kennen, der dem Trio hilft, zu den Schiffen zu kommen. Doch dann verlässt Kattaka der Mut. Auch Lene bringt nicht den Mut auf, ihre Erinnerungen zu akzeptieren. Doch schließlich bringt Kattaka Lene dazu, ihren Geburtsort wiederzusehen und die Vergangenheit zu respektieren. Ein friedvolles Happy End wird geschaffen …

"Wintertochter" ist ein vollkommener Film. Kattaka ist äußerst liebenswert, wenn auch ein großer Sturkopf. Besonders schön ist die Szene, in der Lene ihre Erinnerungen buchstäblich "hervorholt" und in der Lage ist, Kattaka von ihrer Vergangenheit zu berichten. Ihre positive Veränderung nach dem Besuch ihres Geburtsortes bemerkt man deutlich. Ein wirklicher "krasser" Unterschied zu Kattakas Starrköpfigkeit ist Knäcke, offen und lustig und überhaupt nicht nervig …

Der Film ist sehr berührend, vor allem die Annäherung von Kattaka und Lene, die zuerst beide nicht wissen, wo "zu Hause" ist und es dann gemeinsam schaffen, ihre Vergangenheit zu akzeptieren. Schön ist auch die Gemeinsamkeit von Lene und Waldeks Großvater, die beide im Krieg schreckliche Erfahrungen gemacht haben. Gut ist, dass gezeigt wird, wie grausam der Krieg ist: Lene wurde von ihrer Mutter getrennt, eine alte Frau (bei der Kattaka, Lene, Knäcke und Waldek unterkommen) musste im Krieg in einer Fabrik arbeiten, eine Hand kam unter die Maschine und niemand hielt sie an … Rührend ist auch das Wiedersehen von Kattaka und ihrer Mutter und ihren Vätern … Ein wunderschöner, ruhiger Film vom Verlieren-und-Wiederfinden.

Nora Spieles, 12 Jahre

 

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KJK-Ausgabe 129/2012

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