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Ausgabe 130-2/2012

HUGO CABRET

THE INVENTION OF HUGO CABRET

Produktion: Paramount Pic. / GK Films / Infinitum Nihil; USA 2011 – Regie: Martin Scorsese – Buch: Josh Logan, nach dem Roman „Die Entdeckung des Hugo Cabret“ von Brian Selznick – Kamera: Robert Richardson Schnitt: Thelma Schoonmaker – Musik: Howard Shore – Darsteller: Asa Butterfield (Hugo Cabret), Ben Kingsley (Georges Méliès), Sacha Baron Cohen (Bahnhofsaufseher), Chloé Moretz (Isabelle), Jude Law (Hugos Vater), Christopher Lee (Monsieur Labisse), Emily Mortimer (Lisette) u. a. – Länge: 126 Min. – Farbe, 3D – FSK: ab 6 – FBW-Prädikat: besonders wertvoll – Verleih: Paramount – Altersempfehlung: ab 8 J.

Paris zu Beginn der 1930er-Jahre. Lange Zeit schon lebt der zwölfjährige Hugo allein in einem verborgenen Hausmeisterraum des Bahnhofs Montparnasse. Nach dem Unfalltod seines Vaters war er zunächst bei seinem Onkel untergekommen, der sich dort um die Uhren kümmerte. Doch seitdem von diesem jede Spur fehlt, ist Hugo auf sich gestellt. Damit niemand von seiner Existenz erfährt, hat er die Aufgabe des Onkels übernommen. Solange die Uhren die richtige Zeit zeigen, wird niemand etwas bemerken. Durch kleine Diebstähle besorgt sich Hugo im Bahnhof die notwendigen Lebensmittel. Seinen Lebensmut gibt er nicht auf, denn er ist noch im Besitz einer menschenähnlichen mechanischen Maschine, die sein Vater einst entwickelt hatte. Hugo setzt alles daran, diese wieder zum Laufen zu bringen, weil er auf eine Botschaft seines Vaters hofft. Doch dafür benötigt er Ersatzteile, die er bei einem Spielzeugmacher im Bahnhof stiehlt.

Als Hugo von diesem eines Tages erwischt wird, droht sein Plan zu scheitern. Zwar liefert der mürrische alte Mann den Jungen nicht dem kinderfeindlichen Bahnhofsaufseher aus, der Kinder wie Hugo sofort ins Waisenhaus schickt, aber er behält das Notizbuch von Hugos Vater, ohne das Hugo nicht weiter an der Maschine arbeiten kann. Die Enkelin des Spielzeugmachers allerdings hat Mitleid mit Hugo. Und sie ist neugierig. Bevor sie ihm das Notizbuch zurückgibt, will sie wissen, warum ihm dieses so wichtig ist. Nach und nach erfahren die Kinder, zwischen denen sich allmählich eine Freundschaft entwickelt, mehr über die Entstehung des seltsamen Maschinenmenschen, die auch eng verbunden ist mit der Geschichte des Spielzeugmachers, der einst ein Pionier der Frühzeit des Kinos war.

Niemand Geringeres als Georges Méliès ist jener alte Mann, der in diesem Film als Nebenfigur auftritt und für die Kinder eine Tür öffnet in die Welt des frühen Films, in der fantastische Sets und visuelle Zaubertricks das Publikum zum Staunen gebracht haben. Ebenso funktioniert der neue Film von Martin Scorsese als spannende und faszinierende Reise in jene Zeit, die unaufdringlich von der Magie des Kinos erzählt. Wie die Romanvorlage "Die Entdeckung des Hugo Cabret" von Brian Selznick, die sich an ältere Kinder richtet und gleichwertig gezeichnete Bilder, Fotos und Fließtext miteinander verbindet, lässt auch die Verfilmung immer wieder Zitate der Filmgeschichte einfließen, stellt jedoch das Schicksal von Hugo, dessen Sehnsucht nach einer Familie und die Suche nach dem eigenen Platz im Leben, klar in den Mittelpunkt. Während der in Vergessenheit geratene Filmpionier Georges Méliès seine Träume im Film bereits begraben zu haben scheint, ist Hugo noch voller Tatendrang und kann damit sowohl dem alten Mann als auch sich selbst zu einer neuen Perspektive verhelfen.

Eine andere Sichtweise zeigt der opulent ausgestattete Film auch durch den geschickten Einsatz der 3D-Technik. Die Bilder wirken äußerst plastisch, eröffnen eine neue Raumerfahrung und imitieren damit die faszinierende Wirkung der ersten bewegten Bilder der Filmgeschichte mit neuen filmischen Mitteln auch für das gegenwärtige Kinopublikum. So gelingt Scorsese in seiner filmhistorischen Coming-of-Age-Geschichte der Brückenschlag zwischen der Ästhetik der alten Stummfilme und den Möglichkeiten des aktuellen Kinos.

Stefan Stiletto

 

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KJK-Ausgabe 130/2012

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