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Ausgabe 63-3/1995

YANKEE ZULU

Produktion: Toron Screen Corporation / Koukus Troika, Südafrika 1993- Regie: Gray Hofmeyr – Buch: Leon Schuster, Gray Hofmeyr – Kamera: James Robb – Schnitt: Johan Lategan – Musik: Stanislas Syrewicz, Zane Cronjé – Darsteller: Leon Schuster (Rhino), John Matshikiza (Zulu), Wilson Dunster (Diehard), Terri Treas (Rowena), Michelle Bowes (Tienkie) u. a. – Länge: 90 Min. – Farbe – Verleih: Columbia TriStar (35mm) – Altersempfehlung: ab 12 J.

Südafrika, Ende der 60er-Jahre. Zulu und Rhino, zwei etwa 14-jährige Knaben, sind Freunde. Sie scheren sich nicht um Rassentrennung. Rhino ist weiß, Zulu ist schwarz, na und? Sie leben auf der Farm von Rhinos Vater, hecken Streiche aus, werden dafür gleichermaßen mit Schlägen auf den Hosenboden bestraft. Doch als Rowena, zickig und frühreif, Tochter steinreicher Apartheid-Fans, auf den Plan tritt, ist es aus mit der Jungen-Freundschaft.

25 Jahre später: Zulu ist in New York wieder einmal wegen Autodiebstahls festgenommen worden. Der Gefängnisdirektor hat die Nase voll und schiebt ihn ab nach Südafrika. Am Flughafen wird er von Kommissar Diehard, einem Rassenfanatiker, erwartet. Zulu überblickt die Situation, klaut Diehard ein 500.000-Rand-Rubbellos und den Streifenwagen. Als die Verfolger ihm dicht auf den Fersen sind, flüchtet er zu Fuß weiter durch den Busch, um prompt von einem Helikopter gejagt zu werden. Was er nicht wissen kann: Es ist Rhino, der Wildparkhüter, der in ihm einen Wilderer vermutet. Es dauert eine Weile, bis sich die beiden erkennen und sich zögerlich umarmen. Der alte Zwist ist nicht vergessen, der neue macht die Begegnung nicht einfacher. Rhino kann der Versuchung, mit Zulu Halbe-Halbe zu machen und somit sein Komplize zu werden, nicht widerstehen. Denn er ist finanziell am Ende, weil ihn seine Geschiedene, jene Rowena von einst, die heute Diehards Verlobte ist, finanziell fertigmacht. Rhinos Tochter Tienkie, ein kesses Mädchen, ist fasziniert von der Geschichte, neugierig auf das Geschehen. Sie fährt mit in die Stadt, um das Rubbellos einzulösen. Im Fernsehstudio, wo man schon auf die Gewinner wartet, beginnt das Chaos. Tienkie trifft zufällig Prinz William, Sohn des britischen Thronfolgers Charles (gespielt von seinem Double Peter Hugo), der sich als Staatsgast in Südafrika herumtreibt und das Ende der Apartheid begrüßt. Denkste! In den Köpfen lebt sie weiter, wie Rhino schmerzlich erfahren muss, als er mit Zulu im Zuge einer turbulenten Verfolgungsjagd im Maskenraum des Fernsehstudios die Identität tauscht. Zulu genießt sein Weißsein, klopft rassistische Sprüche, scheucht den schwarzen Rhino. Und niemand schöpft Verdacht, weil so die Welt wieder in Ordnung ist. Diehard und Rowena sind entzückt von dem deutschen Adligen á la Zulu, empfangen ihn in ihrem Club. Diese Szenenfolge ist eine irrwitzige Persiflage auf alle Rassisten und Faschisten dieser Welt.

Währenddessen sind Prinz William und Tienki Freunde geworden und nehmen den komplizierten Fall um Zulu, Rhino, Rowena, Diehard und den Lotteriegewinn in die Hand, und zwar mit Mitteln, die sie gerade erst im Kino bei "Kevin – allein zu Haus" gelernt haben. Tienki gestaltet ein furioses Finale, an dem Prinz William seine helle Freude hat. Dass das farbige Mädchen Tienkie dann noch ihren leiblichen Vater in Zulu findet, gibt der Geschichte einen herzergreifenden Schluss.

Der südafrikanische Regisseur Gray Hofmeyr hat dieses Spektakel inszeniert. Die Idee stammt von Leon Schuster, Darsteller von Rhino. Er und John Matshikiza (Zulu) sind das bekannteste komödiantische Duo im Lande.

"Yankee Zulu" ist der erste unzensierte Film aus Südafrika. Respektlos nimmt er schwarz wie weiß auf die Schippe, bewahrt aber immer seine klare Haltung für Gut und Böse. Die Verfolgungsszenen sind Comic pur. Ein verrückter, tempo- und actionreicher Film, dicht am Kitsch, dicht an der Klamotte, aber immer ehrlich. Gray Hofmeyr, seit Jahren von Kritikern geschätzt, von der Regierung zensiert, ist glücklich über "Yankee Zulu", der in Südafrika ein Kassenschlager ist: "Es hat Spaß gemacht", sagt er und das sieht man jeder Szene an.

Gudrun Lukasz-Aden

 

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