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Ausgabe 133-1/2013

DER HOBBIT – EINE UNERWARTETE REISE

Bild: DER HOBBIT – EINE UNERWARTETE REISE
© Warner Brothers

THE HOBBIT: AN UNEXPECTED JOURNEY

Produktion: New Line Cinema, MGM, Wingnut Films; USA/Neuseeland 2012 – Regie: Peter Jackson – Buch: Fran Walsh, Philippa Boyens, Peter Jackson, Guillermo del Toro, nach dem Roman von J.R.R. Tolkien – Kamera: Andrew Lesnie – Schnitt: Jabez Olssen – Musik: Howard Shore – Darsteller: Martin Freeman (Bilbo Beutlin), Ian McKellen (Gandalf), Richard Armitage (Thorin Eichenschild), Andy Serkis (Gollum) – Länge: 169 Min. – Farbe, 3D – FSK: ab 12 – Verleih: Warner Brothers – Altersempfehlung: ab 14 J.

"In einem Loch im Boden, da lebte ein Hobbit"; damit beginnt J.R.R. Tolkiens zunächst eigentlich für jüngere Leser gedachte Fantasy-Geschichte, deren Handlung 60 Jahre vor der "Herr der Ringe"-Trilogie liegt (siehe KJK 89, 93, 97). Der Film "Hobbit" setzt jedoch viel früher ein: Einst hatten die Zwerge ein mächtiges Reich unter dem Berg Erebor, das jedoch vom Drachen Smaug erobert wurde und in der Folge wurden die Zwerge von Orks vertrieben und über ganz Mittelerde verstreut. Nun sieht Thorin Eichenschild, der Enkel des Königs von Erebor, die Stunde gekommen, das Reich zurückzuerobern und macht sich zusammen mit zwölf Gefährten und dem Zauberer Gandalf auf die gefährliche Reise. Doch Gandalf rekrutiert noch einen weiteren Mitreisenden: den Hobbit Bilbo Beutlin, der von der Idee, seine gemütliche Wohnhöhle zu verlassen, zuerst wenig begeistert ist. Da hilft auch nicht, dass Gandalf die Zwergenhorde uneingeladen zu ihm schickt und diese seine Speisekammer ratzeputz leeren. Dann aber siegt Bilbos Abenteuerlust und er schließt sich der Gruppe an, die nun gemeinsam durch die Berge und Ebenen Mittelerdes zieht und dabei allerlei Kämpfe mit Trollen, Orks und wildem Getier ausfechten muss. Zuletzt werden sie in einer Orkhöhle gefangen und nur Bilbo kann unentdeckt entkommen. Im Höhlen-Labyrinth trifft er das Wesen, das sein Geschick und das ganz Mittelerdes für immer verändern wird: Gollum. In dieser schicksalhaften Begegnung kommt Bilbo eher zufällig zu dem Einen Ring, der ihm dann auch die Flucht ermöglicht. Am Ende der Reise stehen sie in Sichtweite des Berges Erebor ...

Dieser erste Hobbit-Film, dem weitere folgen werden, ist nicht der große Wurf wie seine Vorgänger. Das liegt zum einen an der – für einen so langen Film – oft atemlos wirkenden Dramaturgie, die unsere Helden von einer Schlacht in die nächste jagt. Schlachten und Kämpfe, die allzuoft allein durch Gandalfs Magie zu Gunsten der Helden entschieden werden, der immer mehr zum deus ex machina wird und stets dann auftaucht, wenn es brenzlig zu werden droht. Man hat eher das Gefühl, in einem Remmi-Demmi-Achterbahn-Film zu sitzen als in einem Fantasy-Epos. Höhepunkt ist die Schlacht in der großen Ork-Höhle, in der unsere Helden Feinde sonder Zahl niedermetzeln; zudem eine der Szenen, die ernsthaft an der 12er-Freigabe durch die FSK zweifeln lässt. Denn Jackson hat nicht an Härte gespart. Großartig hingegen die Begegnung zwischen Bilbo und Gollum, die von ihrer inneren Spannung und eben nicht von äußerlicher Action lebt und die auch die innere Verwandtschaft beider illustriert; nicht umsonst erweisen sich beide als im Lösen von Rätseln bewanderte Geschöpfe. Zweites großes Problem ist der Look des Films, den ich in der HFR-3D-Fassung gesehen habe. Das Ergebnis sind hyperrealistische, extrem künstlich wirkende Bilder, die mehr an ein Videospiel erinnern denn an großes Kino. Da wirkten die Bilder im "Herr der Ringe" sehr viel überzeugender, weil natürlicher und auch die Dramaturgie war in jedem einzelnen Film, aber auch über die gesamte Trilogie, sehr viel intelligenter durchkomponiert. Zwar knüpft Howard Shores Musik wie auch der Film geschickt Fäden zwischen der alten und der neuen Trilogie, was aber die Differenz nur umso größer erscheinen lässt. Im Ergebnis ist das dann aber kurzweiliges, actionlastiges Popcorn-Kino von durchaus hohem Unterhaltungswert, das aber zumindest nach dem ersten Film in zu wenigen Momenten mit dem großen Epos von "Herr der Ringe" mithalten kann. Dafür gibt es manch schauspielerisches Highlight, so in einer der ersten Szenen, wenn Gandalf Bilbos "Guten Morgen"-Gruß recht spitzfindig auseinander nimmt.

Lutz Gräfe

 

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