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Ausgabe 134-2/2013

DIE FANTASTISCHE WELT VON OZ

Bild: DIE FANTASTISCHE WELT VON OZ
© Walt Disney Pictures

OZ – THE GREAT AND POWERFUL

Produktion: Walt Disney Pictures / Roth Films; USA 2012  Regie: Sam Raimi – Buch: Mitchell Kapner, David Lindsay-Abaire, nach Motiven des Kinderbuch-Klassikers "The Wonderful Wizard of Oz" von L. Frank Baum – Kamera: Peter Deming – Schnitt: Bob Murawski – Musik: Danny Elfman – Darsteller: James Franco (Oscar Diggs), Mila Kunis (Theodora), Rachel Weisz (Evanora), Michelle Williams (Glinda), Zach Braff (Frank) u. a. – Länge: 127 Min. – FSK: ab 6 – FBW: besonders wertvoll – Verleih: Walt Disney – Altersempfehlung: ab 8 J.

Kansas, Anfang des 20. Jahrhunderts. Der windige Oscar Diggs, mehr Scharlatan und Frauenheld als Zauberkünstler und Magier, tingelt mit seinem gefügigen Assistenten Frank in einem Jahrmarkt-Zirkus von einer Kleinstadt zu nächsten und gibt vor einem mäßig begeisterten Publikum billige Taschenspielertricks zum Besten. Obschon bescheiden talentiert, träumt er davon, einmal so groß und einflussreich zu sein wie seine Idole Harry Houdini und Thomas Alva Edison. Was sein Privat- und Liebesleben betrifft, steht Oscar vor einem ähnlichen Trauerspiel. Zwar fühlt er sich zu der hübschen und liebenswerten Annie hingezogen, doch hält ihn dies nicht ab, mit den anderen Frauen auf der Kirmes anzubandeln und sie mit kleinen Geschenken samt Lügengeschichten zu bezirzen.

Als ein gehörnter Ehemann von seinen heimlichen Avancen Wind bekommt und sich rasend vor Eifersucht den Hochstapler vorknöpfen will, rettet sich Oscar in einen Heißluftballon und zieht sich aus der Affäre. Doch ein heftiger Sturm, der sich über dem Landstrich zusammengebraut hat, erfasst den Ballon und wirbelt Oscar solange durch die Lüfte, bis er Kansas weit hinter sich gelassen hat und sachte über dem fernen Zauberland Oz schwebt.

Von den sonderbaren Bewohnern wird Oscar für den großen Magier gehalten, der ihnen vor langer Zeit prophezeit wurde und der Oz vor dem Bösen retten soll, das sie seit Jahren heimsucht. Geschmeichelt vom plötzlichen Ruhm und in Aussicht auf einen Goldschatz, macht sich Oscar – zusammen mit  seinen neuen Freunden Finley, dem geflügelten Affen und dem kleinen Porzellan-Mädchen – auf, um Oz von der garstigen Hexe Glinda zu befreien. Doch in Oz verhält es sich wie mit einem Zaubertrick: Nichts ist, wie es scheint ...

Regisseur Sam Raimi inszeniert hier die Vorgeschichte zu L. Frank Baums Kinderbuch-Klassiker "Der Zauberer von Oz" und der gleichnamigen, weltbekannten Musicalverfilmung von Victor Fleming. Doch mit seinem Fantasy-Abenteuer verneigt sich Raimi vornehmlich vor dem wohl größten Zauber: dem Film. "Die fantastische Welt von Oz" wirkt wie ein wilder Ritt durch die Historie des bewegten Bildes. Schon der Vorspann feiert die Anfänge des Films, die mechanische Guckkastentechnik, die man auf den Jahrmärkten ab der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts bestaunen konnte. Ähnlich wie in Flemings Musical-Klassiker beginnt Raimis Film mit den Darstellungen eines in schwarz-weiß gehaltenen Kansas im Normalformat, das sich mit der Ankunft Oscars in Oz zu einem 3D – Technicolor – Freudenfeuer in Cinemascope und Stereo-Sound wandelt. Wenn am Schluss des Films Oscar – eine Mischung aus Harry Houdini und Thomas Alva Edison – mit Hilfe des selbst entworfenen Vorläufers eines Kino-Projektors den erstaunten Bewohnern von Oz sein überlebensgroßes Konterfei in den Himmel projiziert, kann man nachempfinden, wie sich wohl die Menschen bei den ersten Filmvorführungen der Gebrüder Lumière gefühlt haben mussten.

Zwar erzählt "Die fantastische Welt von Oz" vordergründig in atemberaubenden Bildern die Geschichte eines kleinen Schaustellers, der sein Herz am rechten Fleck hat und im Laufe des Films über sich hinauswächst, doch webt Sam Raimi geschickt und subtil die Geschichte der Kinematographie in die Abenteuer Oscars mit ein und nimmt den Zuschauer mit auf eine Reise des bewegten Bildes, die mit den Schaubuden beginnt und im voll digitalisierten High-End-Kino ihren bisherigen Höhepunkt erreicht hat.

Dass das Kino als Ort der Illusion, als ein zeitgenössisches, magisches Oz, somewhere over the rainbow, dabei nichts von seiner ursprünglichen Faszination eingebüßt hat, beweist der Film auf eindrucksvolle Weise.

Thomas Künstle

 

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