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Ausgabe 137-1/2014

KEINOHRHASE UND ZWEIOHRKÜKEN

Bild: KEINOHRHASE UND ZWEIOHRKÜKEN
© Warner Bros.

Produktion: Rothkirch Cartoon Film; Deutschland 2013 – Regie: Til Schweiger, Maya Rothkirch, Alberto Campos – Buch: Til Schweiger, Klaus Baumgart, Thilo Rothkirch – Musik: Reichardt, Jürgens, Gerle – Länge: 75 Min. – Farbe – FSK: o. A. – Verleih: Warner Bros. – Alterseignung: ab 5 J.

Mit den romantischen Komödien "Keinohrhasen" (2007) und "Zweiohrküken" (2009) erreichte Til Schweiger als Hauptdarsteller, Regisseur, Drehbuchautor und Produzent 6,3 bzw. 4,3 Millionen Zuschauer in den deutschen Kinos. Die darin erstmals auftauchenden Spielzeugfiguren fanden auch außerhalb der Filme eine neue Existenz, sei es als plüschige Merchandisingartikel oder Helden von Bilderbüchern, die der bekannte Autor Klaus Baumgart zusammen mit Schweiger realisierte und wonach dieser Trickfilm-Ableger in 3D für die jüngsten Kinobesucher entstand, der allerdings nicht mehr diese Erfolgszahlen erzielte. Als Animationsfilmspezialisten wurde die renommierte Berliner Firma Cartoon Film gewonnen. Deren Geschäftsführer Thilo Graf Rothkirch fungiert hier – neben Baumgart und Schweiger – als Autor sowie Produzent, Maya Gräfin Rothkirch führte zusammen mit Schweiger Regie.

Der Keinohrhase lebt in einem kleinen Haus am Waldrand. Weil er keine Ohren hat, verspotten ihn die anderen Hasen und lassen ihn auch nicht mitspielen. Selbst der fiese Fuchs mag ihn nicht jagen, denn ein Hase ohne Ohren ist nun mal kein richtiger Hase. So sitzt er traurig allein zu Hause bei seinem Lieblingsessen "Möhren mit Möhren". Weil er sich nichts sehnlicher wünscht, als endlich einen richtigen Freund zu finden, ruft er sogar eine Vermittlungsagentur an – erfolglos. Doch eines Tages liegt ein Ei auf der Fußmatte vor der Haustür. Nachdem seine Recherchen im Internet ergeben, dass aus Eiern in der Regel Tiere ohne lange Ohren schlüpfen, brütet er das Ei aus. Als ein gelbes Küken schlüpft, hat es kurioserweise zwei lange Schlappohren. Da liegt es nahe, dass sich die beiden Außenseiter rasch anfreunden und gemeinsam eine Reihe von Abenteuern erleben.  Weil das Küken sich wünscht, wie seine Artgenossen fliegen zu können, hilft ihm der Hase dabei. Wobei sich zeigt, dass die langen Ohren von großem Nutzen sein können.

Nach bewährtem Muster setzt Schweiger auch hier auf die Hilfe von Freunden und Familienmitgliedern. Spielte in "Keinohrhasen", "Zweiohrküken" und den beiden "Kokowääh"-Filmen seine jüngste Tochter Emma Schweiger selbst mit, so synchronisiert die mittlerweile 13-Jährige diesmal die Figur des Zweiohrkükens. Während Til Schweiger dem Keinohrhasen seine Stimme lieh, engagierte er mit Matthias Schweighöfer einen weiteren langjährigen Mitstreiter, er spricht den Fuchs.

Mit nur 75 Minuten überfordert der Film in Sachen Laufzeit auch Vorschulkinder nicht. Die überschaubare Geschichte über Freundschaft und Toleranz gegenüber Abweichlern, über die Sehnsucht nach Akzeptanz und den Traum von Geborgenheit wird gemächlich und liebevoll in kleinen Spannungsbögen erzählt und verzichtet auf hektische Action. Kurze Episoden wie die Reibereien zwischen dem Fuchs und seinem Vater oder den Wetteifer, den der Fuchs und ein tapsiger fast gleichgroßer Bär bei der Jagd an den Tag legen, sind eine gelungene Ergänzung. Die Hauptfiguren wurden stark vermenschlicht: Der Hase wohnt in einem Haus, der Fuchs in einem alten Wohnwagen. Die Animation ist farbenfroh, aber einfach gehalten, wobei vor allem die Hintergründe eher statisch erscheinen. Die niedlichen Figuren wecken auf Anhieb Sympathien, verfügen aber nicht über das mimische und gestische Ausdrucksvermögen oder gar die Poesie, was man von anderen Rothkirch-Filmen wie "Der kleine Eisbär" oder "Lauras Stern" kennt. Eindeutig überspannt hat Schweiger den Bogen beim Soundtrack, der so voll gestopft ist mit eingängigen Popsongs wie seine Live-Action-Filme für Erwachsene.

Reinhard Kleber

Zu diesem Film siehe auch:
KJK 137-1/2014 - Interview - "Das Marketing für deutsche Animationsfilme müsste stark gefördert werden"
KJK 137-1/2014 - Hintergrund - „Ehrenschlingel“ für Thilo Graf Rothkirch

 

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