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Ausgabe 137-1/2014

PETTERSSON UND FINDUS – KLEINER QUÄLGEIST – GROSSE FREUNDSCHAFT

Bild: PETTERSSON UND FINDUS – KLEINER QUÄLGEIST – GROSSE FREUNDSCHAFT
© Senator

Produktion: Tradewind Pictures / Senator Film Produktion, in Koproduktion mit Network Movie und ZDF; Deutschland 2012/13 – Regie: Ali Samadi Ahadi – Buch: Thomas Springer, nach den Büchern von Sven Nordqvist – Kamera: Mathias Neumann – Schnitt: Andrea Mertens – Musik: Ali N. Askin – Darsteller: Ulrich Noethen (Pettersson), Marianne Sägebrecht (Beda Andersson), Max Herbrechter (Gustavsson) – Länge: 80 Min. – Farbe – FSK: o. A. (beantragt) – Verleih: Senator – Alterseignung: ab 6 J.

Nahezu sämtliche Verwertungsketten hat der schwedische Ausnahme-Kinderbuchautor Sven Nordqvist mit seinen wunderbaren Geschichten um den kleinen sprechenden Kater Findus und dem schrulligen alten Bauer Pettersson schon bedient. Nur eine Realverfilmung hatte bisher noch gefehlt. Diese liefert nun der im Iran geborene und in Deutschland aufgewachsene Ali Samadi Ahadi ("Salami Aleikum", "45 Minuten bis Ramallah") in überzeugender Manier ab. Paradoxerweise macht dabei ausgerechnet der von der Oscar- und Emmy-prämierten VFX-Firma Pixomondo ("Hugo Cabret") animierte Findus die beste Figur. In Ausdruck, Mimik und Bewegung scheint er direkt aus Nordqvists Büchern entsprungen zu sein. Und Ahadis Tochter Roxana Samadi leiht dem Kater mit dem perfekten Mix aus Frechheit, Naivität und unbändiger Lebensfreude ihre Stimme. Ebenfalls meisterlich ist das, was Requisite, Ausstatter und Hintergrundmaler geleistet haben. Knapp am Kitsch schrammen sie vorbei, wenn sie die rurale Idylle mit kräftigen Bonbon-Farben und perfekter Künstlichkeit abbilden. Weniger Mühe gab sich der Regisseur indes dabei, eine durchgehende Handlung zu finden. Statt eines roten Fadens begnügt er sich damit, vier populäre Pettersson-Geschichten aneinanderzureihen, Aber das war bei den bisherigen Zeichentrickfilmen auch nicht anders. Ein schwieriges Unterfangen war sicherlich die Besetzung der menschlichen Darsteller. Während Marianne Sägebrecht als sympathisch-harmlose Beda wenig auffällt und Max Herbrechter als Gustavsson das Raue in seiner Stimme übertrieben strapaziert, wirkt Ulrich Noethen, mit langem Rauschebart und Riesenhut unkenntlich gemacht, selbst fast wie ein Spezialeffekt. Und setzt sich so von seinen vielen Kinderfilmrollen von Herrn Taschenbier ("Sams") über Papa Blocksberg bis Dr. Justus Bökh ("Das fliegende Klassenzimmer") wohltuend ab. Noch mehr Spaß macht dieser „Pettersson“, wenn die kessen Hennen zu Wort kommen und die koboldartigen Mucklas ihre Streiche spielen. Dass auch Nordqvists menschelnde Botschaften von Freundschaft, Vertrauen und Verzeihen nicht zu kurz kommen, verleiht dem Werk über seinen Unterhaltungswert hinaus auch auf ethischer Ebene eine gewisse Relevanz.

Thomas Lassonczyk

 

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KJK-Ausgabe 137/2014

 

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