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Ausgabe 137-1/2014

Interviews mit den Filmförderern der Bundesländer zum Kinderfilm, Teil 3

Interview

Der Kinderfilm wird in den einzelnen Bundesländern unterschiedlich gefördert. Wir bringen hier die Ergebnisse unserer Umfrage bei den Länderförderern. Den Auftakt in KJK Nr. 134-2/2013 machten die Medien- und Filmgesellschaft Baden-Württemberg mbH und  FilmFernsehFonds Bayern GmbH. In KJK Nr. 135 kamen die Mitteldeutsche Medienförderung und Medienboard Berlin Brandenburg zu Wort, in Nr. 136 Film- und Medienstiftung Nordrhein-Westfalen GmbH und mit HessenInvestFilm. Wir setzen unsere Umfrage fort mit der Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein GmbH und nordmedia – Film- und Mediengesellschaft Niedersachsen Bremen mbH.

Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein GmbH

Wie viele Kinderfilme (Langfilme) hat die Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein 2012 und 2013 gefördert?
In diesem Jahr haben wir die Anzahl von geförderten Kinder- und Jugendstoffen noch einmal leicht steigern können. Knapp ein Drittel der Produktionsförderung (Kino & TV) fällt 2013 auf dieses Genre. Gefördert wurde u. a. der dritte Teil des Kinderbuchklassikers "Fünf Freunde", Detlev Bucks neuester Kinderfilm "Bibi & Tina – Das große Rennen" nach den Hörspielen um die kleine Hexe auf dem Reiterhof, die TV-Animationsserie "Wir Kinder vom Möwenweg" nach den gleichnamigen Kinderbüchern von Kirsten Boie, der Animationsfilm "Mullewapp – Eine schöne Schweinerei", "Make Love" von Ziska Riemann, "Rettet Raffi" von Arend Aghte und der aktuell für den Deutschen Drehbuchpreis nominierte Film "Vier Könige" von Theresa von Eltz (Drehbuch: Esther Bernstorff). 2012 wurden u. a. "Supernova" von Tamara van den Dop, "Von jetzt an kein Zurück" von Christian Frosch, der Kinderfilm "Sputnik" von Markus Dietrich, "Freistatt" von Marc Brummund sowie die Animationsprojekte "Der kleine Ritter Trenk" und "Oops! Noah ist weg" gefördert. Insgesamt wurden 2012 neun Kinder- und Jugendfilme in der Produktion unterstützt, 2013 waren es elf Projekte. Darüber hinaus wurden etliche Kinderstoffe bereits in der Entwicklung oder im Anschluss an die Produktion im Verleih gefördert.

Waren auch Kinderfilme nach originären Stoffen dabei?

Ja, mit "Sputnik", "Rettet Raffi", "Boy 7", "Lenalove", "Make Love", "Vier Könige" "My Skinny Sister", "Von jetzt an kein Zurück" und dem Animationsprojekt "Oops! Noah ist weg" sind in den vergangenen zwei Jahren neun Originalstoffe gefördert worden. Einige Projekte haben wir bereits in der Drehbuch- und Projektentwicklung unterstützt und den Entstehungsprozess begleitet. Das ist besonders wichtig, denn gerade Kinder- und Jugendfilmprojekte, die nicht auf bekannten Marken bzw. Kinder- und Jugendbüchern basieren, haben es häufig mangels vorhandener Fangemeinde schwerer, Finanzierungs-, Koproduktionspartner und Verleiher zu finden. Dabei schaffen es originelle und originäre Kinderfilme inhaltlich häufig besser, die aktuelle Lebenswirklichkeit der Kinder wiederzugeben, als die zwar generationenübergreifend bekannten aber auch mitunter in die Jahre gekommenen Vorlagen.

Welche Kriterien sind für die Filmförderung Hamburg-Schleswig-Holstein zur Förderung von Kinderfilmen ausschlaggebend?
Inhaltlich ausschlaggebend sind gut entwickelte und vielfältige Kinder- und Jugendstoffe, die auf Augenhöhe der jeweiligen Zielgruppe erzählt werden. Die Filme sollen möglichst auf unterhaltsame Art und Weise und ohne erhobenen Zeigefinger Werte vermitteln und informieren. Dabei ist der Blick über den eigenen Tellerrand genauso interessant, wie Stoffe, die Kinder genau in der Umgebung und Situation abholen, wo sie sich in dem jeweiligen Alter befinden können. Wichtig für eine Entscheidung ist auch, ob die Produktionsfirma, der Autor und/oder die Regisseurin bereits Erfahrung auf diesem Gebiet mitbringen und sie gut mit Kindern und Jugendlichen arbeiten können. Natürlich sollten auch die Bedingungen einer regionalen Förderung, wie z.B. die Einbeziehung der regionalen Talente und Fachleute sowie die Erbringung des Regionaleffektes erfüllt sein.

Bestehen Möglichkeiten, den Verleih und das Abspiel zu fördern?
Ja, die Verleihförderung von Kinderfilmen ist besonders wichtig. Kinderfilme starten häufig mit einer erhöhten Kopienzahl, da man Kinder nur in bestimmten Zeitfenstern ins Kino holen kann und daher möglichst flächendeckend die Kinos bestücken muss. Kinder- und Jugendfilme haben es bei der Fülle von Filmen extrem schwer, als solche überhaupt wahrgenommen zu werden. Das gilt vor allem für Originalstoffe, die man nicht über Bestseller und bekannte Figuren bewerben kann. Die Verleiher müssen außerdem häufig gerade bei Kinderfilmen immer zwei Zielgruppen ansprechen, um die Kinder gemeinsam mit ihren Eltern oder Großeltern ins Kino zu locken. Die FFHSH vergibt Verleihförderung insbesondere an Filme, die bereits in der Produktion gefördert wurden, wie z.B. "Lore", "Sputnik" und "Fünf Freunde", ist aber auch offen für andere herausragende Kinderfilmproduktionen. Im Bereich der Abspielförderung unterstützen wir z.B. die Kinder-Kurzfilmrolle Mo & Friese und freuen uns, wenn Kinobetreiber in Zukunft noch stärker auf Kinderreihen setzen.

Wie schätzen Sie die aktuelle Situation des Kinderfilms in Deutschland ein?

Der Kinder- und Jugendfilm ist ein zu schützendes und förderungswürdiges Genre. Die filmische Aufbereitung von für die Zielgruppe relevanten Themen und Figuren mit hohem Identifikationspotential kann bei der Bewältigung von Problemen, beim Umgang mit schwierigen Situationen helfen und sie – im besten Falle – gleichermaßen unterhalten und Abenteuer erleben lassen. Kinderfilme für die Kino-Leinwand tragen darüber hinaus auch wesentlich zur filmischen Früherziehung bei, um Kinder an das Kino als Ort der Gemeinschaft zu binden und sie zu leidenschaftlichen Kinogängern zu machen. Die Initiative „Der besondere Kinderfilm“, mit der jährlich kurzfristig bis zu sechs Drehbücher und bis zu zwei Produktionen gefördert werden sollen, soll langfristig originäre Kinderfilmstoffe in der Entwicklung und Produktion unterstützen und sie unter einem eingeführten Label sichtbar und erfolgreich machen. Unter den beliebtesten und erfolgreichsten deutschen Filmen 2012 waren vor allem die Kinderfilme, die auf literarischen Vorlagen basieren. Umso mehr sind solche Initiativen zu unterstützen, die sich wieder stärker auf Originalstoffe besinnen. Als Förderer sind wir dem Genre gegenüber wohlgesonnen und aufgeschlossen und wünschen uns dies auch für andere Koproduktions-, Finanzierungs- und Auswertungspartner. Nach wie vor ist es jedoch für Produzenten schwierig, Sender und Sendeplätze sowie Verleiher zu finden.

Eva Hubert, Geschäftsführerin
Filmförderung
Hamburg Schleswig-Holstein GmbH
Friedensallee 14-16, 22765 Hamburg
Tel.: 040-398 3716
www.ffhsh.de


nordmedia – Film- und Mediengesellschaft Niedersachsen Bremen mbH

Wie viele Kinderfilme hat nordmedia 2012/2013 gefördert?
Im Bereich Kinderfilm wurden von der nordmedia in 2012/2013 zwölf Kino-Langfilme und zwei Kurzfilme sowie ein zweiteiliges TV-Projekt gefördert. Insgesamt sind damit rund vier Millionen Euro an Kinder- und Jugendfilmprojekte geflossen. Der doch sehr stattliche Betrag begründet sich u. a. darin, dass ein Förderschwerpunkt der nordmedia im Bereich Animationsfilm liegt, und da sich diese an ein junges Publikum wenden, kommen dem Kinder- und Jugendfilm somit hohe Fördersummen zugute. Die Filme im Einzelnen: "7 Zwerge – Der 7te Zwerg", "Allein gegen die Zeit – Der Film", "Mia – Fledermäuse sehen schließlich auch Radiowellen", "Niko 2 – Kleines Rentier, großer Held", "Ostwind", "Pommes essen", "3x Puppenschau: Kalif Storch, Siebenschön, Der Urwald tickt nicht richtig", "Supernova", "Tarzan 3D", "Willy & Wilda", "Molly – Der Kinofilm", "Happy Family", "Till Eulenspiegel" (TV-Zweiteiler), "Cats & Dogs" (Kurzfilm), "Ich sehe was, was du nicht siehst" (Kurzfilm).

Waren auch Kinderfilme nach originären Stoffen dabei?

Alle oben genannten Filme mit Ausnahme von "Supernova", den drei "Puppenschau"-Filmen sowie "Tarzan" und "Happy Family" sind originäre Filmstoffe.

Welche Kriterien sind für nordmedia zur Förderung von Kinderfilmen ausschlaggebend?

Kinderfilme werden von der nordmedia gleichranging zu anderen Vorhaben gefördert, wenn sie die Ansprüche an Qualität, Relevanz und Nachhaltigkeit erfüllen. Anträge auf Produktionsförderung sind mit einem Letter of Intent (LOI) eines Fördermittelgebers der nordmedia (Land Niedersachsen, Freie Hansestadt Bremen, NDR, ZDF, Radio Bremen) auszustatten. Es sollte ein tragfähiges Auswertungskonzept (TV/  Kino) vorliegen. Regionaleffekte sind wie üblich zu erbringen.

Bestehen Möglichkeiten, den Verleih und das Abspiel zu unterstützen?

Für den Verleih, den Vertrieb, die Verbreitung, die Untertitelung und die Audiodeskription von Kinderfilmen können Fördermittel gewährt werden. Antragsberechtigt sind Verleih- und Vertriebsunternehmen oder Produzenten (Selbstverleih). Die Förderung kann bis zu 80 Prozent der förderfähigen Kosten betragen. Voraussetzung ist, dass die entsprechende Maßnahme geeignet erscheint, die Auswertungschancen einer durch die nordmedia geförderten Produktion zu verbessern und/oder neue Auswertungspotenziale zu erschließen und/oder einen besonderen Beitrag zur Entwicklung der europäischen Filmkultur zu leisten. Darüber hinaus kann ggf. auch die Auswertung eines bisher noch nicht von der nordmedia geförderten Kinderfilms unterstützt werden, wenn ein besonderes Verwertungskonzept in Bezug auf Niedersachsen und/oder Bremen vorgelegt wird, z.B. eine begleitete Filmtournee. Bei Antragstellung auf Förderung der Untertitelung hat der Antragsteller die Einladung eines renommierten internationalen Festivals oder einer renommierten internationalen Organisation vorzulegen. Einige Förderbeispiele aus dem Bereich Abspiel und Präsentation sind: "Molly und das Weihnachtsmonster", "Kalif Storch", Sehpferdchen 2012 – Filmfest für die Generationen, Schulkinowochen in Niedersachsen und Bremen, INbetween Kurzfilmschule – Workshop-Programm für junge Filmemacher; Kleine Filmschule – Pilotprojekt.

Wie schätzen Sie die aktuelle Situation des Kinderfilms in Deutschland ein?

Die Situation des Kinderfilms in Deutschland ist, etwa verglichen mit Skandinavien, immer noch suboptimal. Die Initiative "Der besondere Kinderfilm", mit der verstärkt originäre Stoffe gefördert werden, ist daher zu begrüßen und zeigt ja bereits durch die Vielfalt der 108 eingereichten und sechs ausgewählten Projekte erfreuliche Wirkung. Wenngleich wir nicht direkter Partner dieser Initiative sind, tragen wir gern durch unsere individuellen Förderleistungen, z.B. auch im Rahmen von internationalen Koproduktionen, zur Stärkung des Kinderfilms bei.

Jochen Coldewey
Bereichsleiter Film- und Medienförderung

nordmedia – Film- und Mediengesellschaft
Niedersachsen Bremen mbH
Expo Plaza 1, 30539 Hannover
Tel.: 0511-1234560
www.nordmedia.de

 

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