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Ausgabe 139-3/2014

JACK UND DAS KUCKUCKSUHRHERZ

Bild: JACK UND DAS KUCKUCKSUHRHERZ
© Universum

JACK ET LA MECANIQUE DU CŒUR

Produktion: EuropaCorp / U Media / Walking the dog; Frankreich / Belgien 2013 – Regie: Mathias Malzieu, Stéphane Berla – Buch: Mathias Malzieu; nach seinem Roman "Jack et la mécanique du cœur" – Schnitt: Soline Guyonneau – Musik: Dionysos – Länge: 93 Min. – Farbe – FSK: ab 6 – Verleih: Universum – Altersempfehlung: ab 10 J.

Drei Regeln bestimmen das Leben von Jack: Niemals darf der Junge, dessen vereistes Herz bei seiner Geburt in der kältesten Nacht, die Schottland je erlebt hat, durch eine Kuckucksuhr ersetzt wurde, an den Zeigern dieser Uhr drehen. Nie darf er wütend werden. Und vor allem darf er sich niemals verlieben. Die Liebe würde sein mechanisches Herz sofort zerstören und zu seinem Tod führen. Doch an seinem zehnten Geburtstag trifft Jack bei einem Ausflug nach Edinburgh die junge Miss Acacia – und sofort ist es um ihn geschehen. Auf dem Marktplatz tanzen die beiden miteinander, bis plötzlich Jacks Uhrenherz versagt und er zu Boden stürzt. Immer wieder bläut ihm seine Adoptivmutter in den folgenden Jahren ein, dass er sich nicht verlieben dürfe. Jack aber geht das schöne Mädchen nicht mehr aus dem Kopf. Zumindest kann er durchsetzen, endlich in die Schule gehen zu dürfen. Dort will er nach Miss Acacia Ausschau halten. Allerdings fehlt von ihr jegliche Spur. Stattdessen gerät Jack mit dem Raufbold Joe aneinander, der ebenfalls in Acacia verliebt ist. An Jacks 14. Geburtstag kommt es zu einem folgenschweren Streit. Jack verletzt Joe versehentlich schwer mit einem Zeiger seiner Uhr und muss sofort fliehen. Auf sich allein gestellt, nimmt er den weiten Weg nach Sevilla auf sich zu jenem Ort, an dem sich Miss Acacia mittlerweile aufhalten soll – und trifft auf seinem Weg unter anderem den Filmpionier Georges Méliès.

Ein wahres Gothic-Märchen ist der computeranimierte Trickfilm von Mathias Malzieu und Stéphane Berla geworden, der auf Malzieus in Frankreich überaus erfolgreichem Roman "Die Mechanik des Herzens" beruht. Wie Porzellanfiguren sehen die Protagonisten aus, die dadurch betont künstlich und blass wirken, der Soundtrack wird bestimmt durch zumeist düstere Klänge, die immer wieder Geräusche leitmotivisch aufgreifen, die Farben bleiben düster und bedrohlich – und dennoch ist der Film aufgebaut wie ein Musical und erinnert in Stil und Erzählweise damit sehr stark an Henry Selicks animiertes Grusical "A Nightmare Before Christmas" oder den melancholischen Puppentrickfilm "Corpse Bride" von Tim Burton. Dementsprechend ungewohnt und durchaus auch fordernd sind die zentralen Themen, die die Geschichte dieses düsteren, traumwandlerischen und fantasievollen Märchens bestimmen. Um die Sehnsucht nach Liebe geht es, die jedoch scheinbar unmöglich ist, um Schuld und Tod. Gerade durch Jacks Sonderrolle allerdings bietet der Film für Kinder ab zehn Jahren auch ein gutes Identifikationspotenzial. Jack wird in der Schule gehänselt, ja sogar von fiesen Mitschülern regelrecht gequält, weil er anders ist. Und doch gibt er niemals auf und widersetzt sich letztlich sogar allen Einschränkungen und Regeln, die ihm auferlegt wurden – auch wenn der Film offen lässt, welche Folgen dies für ihn hat.

"Jack und das Kuckucksuhrherz" feiert das Selbstbewusstsein seines jungen Helden und die Macht der Liebe, ohne jemals die Tragik der Geschichte herunterzuspielen. In der Vielzahl der aktuellen Computeranimationsfilme mit ihrer oft austauschbaren Ästhetik und Erzählweise ist dieser französische Trickfilm, der in der Sektion Generation Kplus auf der Berlinale 2014 vorgestellt wurde und jetzt bundesweit Kinostart hatte, unbedingt sehenswert.

Stefan Stiletto

 

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