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Ausgabe 139-3/2014

MALEFICENT

Bild: MALEFICENT
© Walt Disney Studios

Produktion: Walt Disney Studios; USA 2014 – Regie: Robert Stromberg – Buch: Linda Woolverton, basierend auf dem Märchen "Dornröschen" (La belle au bois dormant) von Charles Perrault – Kamera: Dean Semler – Schnitt: Chris Lebenzon, Richard Pearson – Musik: Janes Newton – Darsteller: Angelina Jolie (Maleficent), Elle Fanning (Prinzessin Aurora), Sharlto Copley (König Stefan), Sam Riley (Diaval) u. a. – Länge: 96 Min. – Farbe, 3D – FSK: ab 6 – FBW: besonders wertvoll – Verleih: WDS – Altersempfehlung: ab 10 J.

Hollywood hat in den letzten Jahren die klassischen Märchenstoffe wieder für sich entdeckt, wobei diese meist kräftig modernisiert und verändert werden. Das gilt für "Hänsel und Gretel: Hexenjäger" ebenso wie für "Snow White and the Huntsman" und "Jack and the Giants" wie für "Red Riding Hood – Unter dem Wolfmond". Nun setzt auch Disney diese Linie fort und interpretiert in "Maleficent" zum einen das alte Volksmärchen von Dornröschen neu und zum anderen den 55 Jahre alten Zeichentrickklassiker "Dornröschen und der Prinz" aus dem eigenen Haus. Der Clou dabei: Die Drehbuchautorin Linda Woolverton erzählt die Story nicht aus der Sicht der süßen Prinzessin, sondern aus der Perspektive der bösen Fee. So richtig böse ist Maleficent allerdings dann doch nicht.

Die Fee Maleficent wacht aufmerksam über die Elfen und Fabelwesen, die das Moorland bewohnen. Eines Tages begegnet sie dem Menschenjungen Stefan, der aus dem angrenzenden Königreich stammt. Die beiden freunden sich an und verlieben sich schließlich. Doch dann kehrt der ehrgeizige Stefan ins Menschenreich zurück, das vom machtgierigen König Henry beherrscht wird. Henry hat mehrfach vergeblich versucht, das Moorland zu erobern, was Maleficent mit ihren magischen Kräften bisher verhindert hat. Er verspricht nun den Thron und die Hand seiner Tochter demjenigen, der die Fee besiegen kann. Daraufhin verrät Stefan Maleficent und raubt ihr im Schlaf die magischen Flügel. So kann er die Königstochter heiraten und wird zum König gekrönt. Maleficent sinnt tief enttäuscht und verbittert auf Rache. Als Stefans Tochter Aurora zur Welt kommt, belegt die Fee das Kind mit einem Fluch. An ihrem 16. Geburtstag soll die schöne Prinzessin in einen ewigen Schlaf fallen, aus dem sie nur ein Kuss wahrer Liebe retten kann. Sicherheitshalber verbannt Stefan Aurora in ein abgelegenes Waldhaus, in dem drei schrullige Feen sie behüten. Doch auch Maleficent und ihr treuer Helfer Diaval, den sie je nach Bedarf in einen Raben, Wolf oder Drachen verwandeln kann, verfolgen regelmäßig, wie das Mädchen aufwächst. Anscheinend bleibt der natürliche Charme der unschuldigen Prinzessin nicht wirkungslos auf Maleficent. Kurz vor dem Schicksalstag keimen bei ihr Zweifel auf.

Dass das Disney-Studio die Regie der 200 Millionen Dollar-Produktion einem Regiedebütanten anvertraut, ist insofern nicht allzu verwunderlich, als Robert Stromberg sein Können als Productiondesigner von "Avatar" und "Alice im Wunderland" bewiesen hat, wofür er jeweils einen Oscar erhielt. Zudem zeichnet er für die opulenten Kulissen des Fantasyfilms "Die fantastische Welt von Oz" verantwortlich. Wie gut sich Stromberg auf die Erschaffung und Gestaltung faszinierender visueller Kunstwelten versteht, sieht man seinem Regiedebüt an. Zu Beginn des Films reizt er die Möglichkeiten der digitalen Effektmaschinerie voll aus, um in Farben und Lichtern zu schwelgen. Vor allem wenn Maleficent um Baumspitzen kurvt und über Bergtälern fliegt, nutzt Stromberg das Potenzial der 3D-Technik eindrucksvoll aus.

Ein Coup ist dem Studio mit der Besetzung der Titelfigur durch Angelina Jolie gelungen. Mit künstlich erhöhten Wangenknochen, einem stolzen Hörnerpaar und imposanten Riesenflügeln stellt die Fee ohnehin schon eine visuell markante Erscheinung dar, aber Jolie verleiht der ambivalenten Figur, die ja erst nach dem schweren Trauma zur bösen Seite wechselt, mit ihrem Charisma eine schillernde Präsenz und macht das emotionale Hin- und Hergerissensein zwischen Vergeltungsdrang und Güte glaubhaft. Mit ihrem prägnanten Auftritt unterstreicht sie den mutigen Interpretationsansatz dieser  Adaption: Auch im Märchen können sich die Grenzen zwischen Gut und Böse verwischen. Dass die drei Feen-Tanten zu albern und der als Erlöser eingeführte Prinz zu belanglos geraten sind, eine Action-Sequenz zu Beginn zu martialisch und die finale Auflösung zu kitschig ausfallen, verzeiht man angesichts der Gesamtleistung.

Reinhard Kleber

 

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