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Ausgabe 139-3/2014

DAS SCHICKSAL IST EIN MIESER VERRÄTER

Bild: DAS SCHICKSAL IST EIN MIESER VERRÄTER
© Fox

THE FAULT IN OUR STARS

Produktion: Twentieth Century Fox Film Corp.; USA 2014  Regie: Josh Boone – Buch: Scott Neustadter, Michael H. Weber, nach dem Buch von John Green – Kamera: Newton Thomas Sigel – Schnitt: Robb Sullivan – Musik: Mike Mogis, Nate Walcott – Darsteller: Shailene Woodley (Hazel Grace Lancaster), Ansel Elgort (Augustus Waters), Laura Dern (Frannie), Sam Trammell (Michael), Nat Wolff (Isaac), Willem Dafoe (Peter Van Houten) u. a. – Länge: 125 Min. – Farbe – FSK: ab 6 – FBW: besonders wertvoll – Verleih: Fox – Altersempfehlung: ab 14 J.

Die 16-jährige Hazel leidet seit drei Jahren an Krebs: In der Schilddrüse entdeckt, griff er auf die Lunge über. Zum Glück hat Hazel auf ein Medikamentexperiment angesprochen, so dass sie sich mit einer mobilen Sauerstoffflasche und Luftdüsen in der Nase frei bewegen kann. Da das Mädchen nicht mehr zur Schule geht, schickt es seine fürsorgliche Mutter in eine kirchliche Selbsthilfegruppe für Krebspatienten. Dort lernt Hazel den 17-jährigen Augustus, kurz Gus, kennen, der durch Knochenkrebs zwar ein Bein verloren hat, nicht aber seinen Optimismus. Mit seinem Lebenshunger und seinem Charme fasziniert der ehemalige Sportler das Mädchen sofort. Die beiden Seelenverwandten freunden sich an, doch mehr möchte Hazel zunächst nicht zulassen, weil sie sich wegen der geringen Lebenserwartung wie eine "tickende Zeitbombe" fühlt. Doch dann erfüllt Gus mit Hilfe der Make-A-Wish-Stiftung Hazels größten Herzenswunsch, einen Besuch beim Autor ihres Lieblingsbuchs in Amsterdam. Die Begegnung erweist sich zwar als Reinfall, doch im Hotel gestehen sich Hazel und Gus erstmals ihre Liebe und schlafen miteinander. Am nächsten Tag enthüllt Gus, dass sein Krebs zurückgekommen ist. Zuhause beginnt er zwar eine Therapie, doch sein Zustand verschlechtert sich rapide.

Die Vorlage zu dem ergreifenden Melodram lieferte der amerikanische Schriftsteller John Green (Jg. 1977). Sein Roman "The Fault in Our Stars" über die Liebesbeziehung zweier krebskranker Jugendlicher erschien im Januar 2012 in den USA, ein halbes Jahr später in Deutschland und gewann 2013 den Deutschen Jugendliteraturpreis. Der US-Regisseur Josh Boone, der mit der Romanze "Love Stories – Erste Lieben, zweite Chancen" 2013 sein Kinodebüt gab, hat den Roman nun als erstes Green-Buch verfilmt. Ihm ist ein fesselndes Jugenddrama gelungen, das die Herzen der Zuschauer bewegt, ohne in Sentimentalität zu flüchten. Boone hat die Gefahr, bei diesem ernsten Thema in den Kitsch abzurutschen, offenkundig früh erkannt und umgeht sie mit bemerkenswerter Sicherheit in der Wahl seiner Gestaltungsmittel, insbesondere im Schlussdrittel, in dem die emotionalen Wellen hoch schlagen. Dabei helfen ein klug konstruiertes Drehbuch, das das Wechselbad der Gefühle auch mit glücklichen Momenten anreichert, und eine Prise lakonischer bis sarkastischer Humor, etwa wenn Hazel, Gus und ihr gemeinsamer blinder Freund Isaac in einer Kirche schon mal ihre Trauerreden halten.

Dass sich junge Zuschauer so gut mit den gebeutelten Teenagern identifizieren können, liegt auch an dem freimütigen Off-Kommentar Hazels, der zugleich existenzielle Fragen aufwirft: Welchen Sinn kann das Leben noch im Angesicht des Todes haben? Wo liegen die Grenzen des seelischen Beistands für einen Sterbenden? Wie kann man nach dem Tod des liebsten Menschen neuen Lebensmut schöpfen? Für die nötige künstlerische Balance in diesem mutigen Coming-of-Age-Film sorgt nicht zuletzt die erstklassige Darstellerriege. Die junge Shailene Woodley, die an der Seite von George Clooney in dem Hawaii-Drama "The Descendants" eine Golden-Globe-Nominierung als beste Nebendarstellerin erhalten hat, und der ebenfalls hochtalentierte Ansel Elgort verkörpern das Liebespaar, das der Krebs nach viel zu kurzem Glück schon wieder auseinderreißt, mit großer Natürlichkeit. Aber auch ihr junger Kollege Nat Wolff steht ihnen in der schmalen Nebenrolle des Isaac nur wenig nach.

Reinhard Kleber

 

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