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Ausgabe 69-1/1997

AMY UND DIE WILDGÄNSE

FLY AWAY HOME

Produktion: Sandollar Production; USA 1996 – Regie: Caroll Ballard – Buch: Robert Rodat, Vince McKewin, nach der Autobiografie von Bill Lishman – Kamera: Caleb Deschanel – Musik: Mark Isham – Darsteller: Jeff Daniels (Thomas Alden), Anna Paquin (Amy Alden), Dana Delany (Susan Barnes), Terry Kinney (David Alden), Holter Graham (Barry Strickland) u. a. – 110 Min. – Farbe – FSK: o. A. – Verleih: Columbia TriStar (35mm) – Altersempfehlung: ab 6 J.

Die dreizehnjährige Amy Alden verliert bei einem Autounfall ihre Mutter. Ihr Vater, Thomas Alden, den sie durch die Scheidung schon seit Jahren nicht mehr gesehen hat, nimmt sie von Neuseeland mit nach Ontario auf eine einsame Farm, wo er die eigenartigsten Fluggeräte austüftelt. Amy fühlt sich verloren und unerwünscht, kapselt sich von ihrem Vater und dessen Freundin Susan Barnes ab. Als das Mädchen eines Tages ein verlassenes Nest mit Gänseeiern findet, nimmt sie diese mit nach Hause, steckt sie unter eine Wärmelampe in die Schublade und wartet neugierig darauf, dass die Jungen schlüpfen. Für die Küken wird sie zur Leitfigur, da sich Gänse an dem Lebewesen orientieren, das sie als erstes erblicken. Amy hat endlich eine Aufgabe, kümmert sich rührend um die Tiere. Ihr Vater drückt ein Auge zu, freut er sich doch, dass seine Tochter endlich glücklich ist. Als ein Wildhüter den Gänslein die Flügel stutzen und sie damit flugunfähig machen will, jagt er ihn von der Farm, erstmals hat Amy das Gefühl, dass ihr Vater zu ihr hält. Es naht der Herbst und Thomas weiß, dass die Wildgänse in ihr Winterquartier gen Süden fliegen müssen. Auch Amy sieht die Notwendigkeit schweren Herzens ein. Nur wie soll man ihnen das Fliegen antrainieren? Thomas entwickelt eine grandiose Idee. Er will Amy auf einem Ultraleicht-Gerät das Fliegen beibringen, sie soll die Gänse nach Süden leiten. Nach einigen Fehlversuchen klappt alles wie am Schnürchen. Vater und Tochter fliegen in zwei Maschinen gemeinsam mit den Vögeln an der Ostküste entlang – mal landen sie irrtümlich auf einem Militärflughafen, mal verirren sie sich bei schlechtem Wetter zwischen den Wolkenkratzern von Baltimore und dann macht Thomas eine Bruchlandung. Auf Amy lastet nun die ganze Verantwortung, die Wildgänse sicher an ihren Bestimmungsort zu bringen ...

Der Film basiert auf den Experimenten des kanadischen Gelehrten Bill Lishman, der die "Operation Migration" erfolgreich durchführte und nachwies, dass man auch Wildvögel an Ultraleicht-Flugzeuge gewöhnen und somit auf sicherere Flugrouten lenken kann. Natürlich fügt Caroll Ballard fiktive Elemente hinzu, um die Story spannender zu machen. Er verbindet eine Familiengeschichte – die Annäherung zwischen Vater und Tochter – mit Aspekten eines Tierfilms. Dadurch, dass ein couragiertes Mädchen im Mittelpunkt steht, fühlen sich besonders dessen Geschlechtsgenossinnen angesprochen, bietet ihnen die Heranwachsende in ihrer Querköpfigkeit, Unsicherheit und Suche nach Zuneigung die ideale Identifikationsfigur für Heranwachsende.

Caroll Ballard, Regisseur von kinder- und jugendgeeigneten Filmen wie "Der schwarze Hengst", zeigt wieder sein Händchen für Geschichten mit Tieren und Kindern. Geschickt verknüpft er Emotionalität mit einer Prise Kritik an der Umweltzerstörung (Thomas Alden arbeitet in einer Umweltschutzinitiative gegen die Abholzung des Waldes), präsentiert das Ganze aber nicht als trockene Lehrstunde, sondern vermittelt die Größe der Natur durch einzigartige Bilder von intakten Landschaften, so dass der Zuschauer automatisch für deren Erhalt sensibilisiert wird. Schon allein die Dreharbeiten gestalteten sich als Abenteuer. Die Vögel der "Operation Migration" mussten die Wissenschaftler an ein Flugzeug gewöhnen, aber für den Film mussten die Gänse an das Flugzeug von Thomas Alden und von Amy gewöhnt werden, dazu noch an die diversen Kamerateams.

"Amy und die Wildgänse" ist ein formal beeindruckender Abenteuerfilm, ein gefühlvolles Plädoyer für die Harmonie von Mensch, Natur und Tier. Zwar sind die "Bösen", ein Wildhüter und ein Bauunternehmer, etwas undifferenziert gezeichnet und eigentlich überflüssig, aber dieser Schwachpunkt sollte das Vergnügen nicht schmälern.

Margret Köhler

 

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