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Ausgabe 69-1/1997

DRAGONHEART

DRAGONHEART

Produktion: Universal Pictures; USA 1996 – Regie: Rob Cohen – Buch: Charles Edward Pogue – Kamera: David Eggby – Schnitt: Peter Amundson – Musik: Randy Edelman – Darsteller: Dennis Quaid (Bowen), David Thewlis (Einon), Pete Postlethwaite (Gilbert), Dina Meyer (Kara), Julie Christie (Königin Aislinn); im Original mit der Stimme von Sean Connery, deutsch Mario Adorf – 103 Min. – Farbe – FSK: ab 12 – FBW: wertvoll – Verleih: UIP (35mm)

Wenn das deutsche Synchron-Unwesen und die deutsche FSK an einem Film zusammentreffen, dann soll es vorkommen, dass das, was von dem Film übrig bleibt, einem Schildbürgerstreich ähnelt.

Zum Beispiel "Dragonheart". Als dieser Film Ende August 1996 vor der mittelalterlichen Kulisse der Krefelder Burg Linn seine europäische Uraufführung erlebte, ereignete sich eine Situation, die deutsche Verleiher und Kinobetreiber normalerweise unisono für unmöglich erklären: Der Verleih schaffte es nicht, die synchronisierte Fassung des Films rechtzeitig auszuliefern, und so musste das Fantasy-Abenteuer im amerikanischen Original gespielt werden. Wider Erwarten der Veranstalter gab trotzdem kaum einer der insgesamt knapp tausend Zuschauer seine bereits erworbene Eintrittskarte zurück, und der Film lief vor einem Publikum, das – oh Wunder? – genau an den richtigen Stellen lachte und weinte.

Denn "Dragonheart" ist ein Film, der von einer Stimme lebt: Sean Connery, der schon in Filmen wie "Die Unbestechlichen" oder "A Good Man in Africa" den weisen, alten Lehrer mimte, schlüpft hier zwar nicht in das Kostüm des Drachen Draco, der ein Land von einem Tyrannen befreit und den Ehrenkodex der Tafelrunde zu neuem Leben erweckt. Dennoch ist er die Seele dieser Figur, die genau wie die Saurier in "Jurassic Park" im Hause Industrial Light & Magic per Computeranimation das Licht der Leinwand erblickte. Eine liebenswerte Kreatur, der man bei jedem Wort ansieht, wer eigentlich in ihr steckt.

In der deutschen Fassung bleiben immerhin Dennis Quaids sichtliche Freude an Ritterspielen und Julie Christies wahrhaft königliches Charisma, doch Mario Adorfs Stimme ruft höchstens das eine oder andere Schmunzeln hervor. An Connerys Bandbreite, die Komik ebenso mühelos wie Dramatik abdeckt, reicht Adorf nicht heran, und "Dragonheart" verliert die magische Tarnkappe, die im Original zu verhüllen verstand, dass es sich hier um ein etwas dünnbrüstiges Märchen handelt. Klischeehafte Figuren wie der böse Tyrann, dessen finstere Kräfte durch das halbe Drachenherz verstärkt werden, das ihm Draco einst schenkte, die gute, aber machtlose Königinmutter, geldgierige Grafen, dumme Dörfler und naive Mönche tummeln sich in einer Geschichte, die ihre Komik und Tragik nicht unter einen Hut bekommt. Ein Abenteuer, dessen deutsche Fassung dem erwachsenen Zuschauer keinen Spaß mehr macht, dank der FSK-Freigabe aber auch erst Kindern ab zwölf Jahren zugänglich ist, obwohl die Altersklasse, die er eigentlich anspricht, zwischen ca. acht und dreizehn Jahren liegt.

Bärbel Schnell

 

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