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Ausgabe 69-1/1997

RASMUS UND DER VAGABUND

RASMUS PÅ LUFFEN

RASMUS UND DER VAGABUND

Produktion: AB Svensk Filmindustri Stockholm; Schweden 1981 – Regie: Olle Hellbom – Buch: Astrid Lindgren, Olle Hellbom, nach dem gleichnamigen Buch von Astrid Lindgren – Kamera: Rune Ericson, Bertil Rosengren – Schnitt: Susanne Linnmann – Musik: Gösta Linderholm, Allan Edwall – Darsteller: Eric Lindgren (Rasmus), Allan Edwall (Oskar, der Vagabund), Emy Storm (Fräulein Habicht), Lena Brogren (Martina) u. a. – 98 Min. – Farbe – FSK: o. A. – Verleih: wild utopia (35mm) – Altersempfehlung: ab 6 J.

Der Waisenknabe Rasmus sehnt sich – natürlich – wie alle anderen Kinder im Waisenhaus nach Vater und Mutter. Doch die Chance, dass sein Wunsch in Erfüllung geht, verringert sich von Mal zu Mal, wenn adoptionswillige Paare vorsprechen. Es ist immer das Gleiche: Sie wollen blond gelockte kleine Mädchen, vielleicht auch mal einen blond gelockten kleinen Jungen, aber niemals einen glatthaarigen wie Rasmus. In kindlichem Trotz kehrt er dem Waisenhaus den Rücken und begibt sich selber auf die Suche nach einer passenden Familie. Nach seiner ersten Nacht im Heu macht Rasmus die Bekanntschaft mit Oskar, dem Vagabunden, einem fröhlichen Kerl, mit der Ziehharmonika in der Hand und einem lustigen Lied auf den Lippen. Um die Arbeit macht Oskar lieber einen großen Bogen. Rasmus ist beeindruckt von diesem heiteren Leben zur Sommerzeit, hat sofort den Wunsch, mit Oskar durch die Lande zu streifen. Das geht natürlich nicht, denn ein Kind kann doch nicht mit auf die Walz. Aber was soll's – die beiden können sich gut leiden. Also ziehen sie gemeinsam los. Versuche, auf dem Weg geeignete Eltern für Rasmus zu finden, scheitern. Verzwickt wird es, als der große und der kleine Vagabund unfreiwillig Zeugen eines Diebstahls werden und selbst in Verdacht geraten. Oskar wird festgenommen, doch Rasmus kann den Fall klären. Nicht nur zu Rasmus' Überraschung, sondern auch zu der des Zuschauers, hat der scheinbar vogelfreie Oskar ein warmes Nest, in das er jeden Herbst zurückkehrt, erwartet von seiner Frau Martina, die ihm sein Herumvagabundieren Jahr für Jahr aufs Neue verzeiht. Und dass der kleine Rasmus auf diese Weise Eltern gefunden hat, ist ein Beweis für die Richtigkeit des Sprichwortes: Warum denn in die Ferne schweifen, denn das Glück liegt doch so nah.

Astrid Lindgrens Lieblingsregisseur Olle Hellbom hat diesen unbeschwerten, heiteren Film (der im Januar 1997 in die Kinos kommt) 1981 gedreht, wie immer nach einem Drehbuch der Autorin. Die Rolle des Rasmus wird von Astrid Lindgrens Enkel Eric gespielt, den Part des Vagabunden Oskar hat Allan Edwall übernommen, bekannt als Schauspieler (z. B. "Glatzen-Per" in "Ronja Räubertochter") und selbst Regisseur ("Åke und seine Welt").

Die Geschichte spielt in idyllischer Wald- und Wiesenlandschaft irgendwo in Schweden zu einer Zeit, als die Welt noch in Ordnung ist. Wo das Verschwinden eines Kindes aus dem Waisenhaus kein Anlass zu einer Großfahndung ist und wo die Menschen gelassen und freundlich ihrem Tagewerk nachgehen. Wo Vagabunden fröhliche Gesellen sind, meist gern gesehen und zur Unterhaltung der Leute beitragend, und nicht als Randgruppe der Gesellschaft ihr Dasein fristend. Olle Hellboms letzte Arbeit (er starb 56-jährig ein Jahr nach Vollendung dieses Films) ist eine Liebeserklärung an vergangene Zeiten, ein bisschen verklärt, ein bisschen harmlos, ganz im Stil von Astrid Lindgren, die ihre Geschichten auch aus der Erinnerung an ihre Kindheit Anfang dieses Jahrhunderts schreibt.

Gudrun Lukasz-Aden/Christel Strobel

 

Bundesverband Jugend und Film e.V.RASMUS UND DER VAGABUND im Katalog der BJF-Clubfilmothek unseres Online-Partners Bundesverband Jugend und Film e.V.

 

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