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Ausgabe 76-4/1998

SPUK AUS DER GRUFT

Produktion: ANTAEUS Film in Koproduktion mit dem ORB und dem NDR; Bundesrepublik Deutschland 1997 – Regie: Günter Meyer – Buch: C. U. Wiesner, Günter Meyer – Kamera: Wolfgang Braumann – Schnitt: Matthias Behrens – Spezialeffekte: Olaf Skrzipczyk – Musik: Martin Todsharov – Darsteller: Benjamin Sadler (Friedrich von Kuhlbanz), Saskia Grasemann (Maja), Walter Plathe (Bürgermeister), Nina Hoger (Renate, Majas Mutter), Kurt Böwe (Hermann), Gudrun Ritter (Hanne), Jaecki Schwarz (Coolberry) u. a. – Länge: 90 Min. – Farbe – FSK: ab 6 – Verleih: Progress (35mm) – Altersempfehlung: ab 8 J.

Die Serien "Spuk von draußen" (1987), "Spuk im Hochhaus" (1983) und "Spuk unterm Riesenrad" (1979) waren in den 80er-Jahren Kinderfilm-Renner der DDR. Nun hat das Autoren-Team C. U. Wiesner und Günter Meyer (er führte auch wieder Regie) nach über zehnjähriger Spuk-Abstinenz eine neue Geschichte auf Lager: Anregen ließen sich die beiden von der Brandenburger Sage um den Ritter Kahlbutz, dessen Mumie man bis heute in Kampehl bestaunen kann.

Im Film ist die Mumie des Junkers Friedrich von Kuhlbanz in der Dorfkirche zu Roggelin eine Touristenattraktion. Vor 300 Jahren hatte der Junker geschworen: "Ich will im Grabe nicht verwesen, wenn ich den Mord am Schäfer Dühn begangen habe!" Schaudernd betrachten Touristen aus aller Welt die Mumie des Junkers, anscheinend hat sich der schreckliche Eid erfüllt. Da kommt das Mädchen Maja zusammen mit ihrer Mutter und ihrem jüngeren Bruder ins Dorf. Die Mama hat den heruntergekommenen Gasthof des Ortes geerbt. Einer Wette wegen mit dem Bürgermeister-Sohn Torsten (der dem Mädchen aus der Stadt schöne Augen macht) wagt Maja sich um Mitternacht in die Gruft und erlebt, wie aus der Mumie ein hübscher junger Mann wird. Zwischen beiden entsteht eine romantische Zuneigung. Um endlich Ruhe zu finden, will Friedrich mit Majas Hilfe den tatsächlichen Mörder entlarven. Onkel Hermann bringt sie mit dem alten Kirchenbuch auf die richtige Spur. Außerdem haben es zwei Männer im Auftrag eines reichen Engländers auf die Mumie abgesehen ...

Aus vier mach eins: Im TV war es bei der Premiere im Kinderkanal im November 1997 noch ein Vierteiler (der dann zu Weihnachten auch im Ersten lief), daraus wurde jetzt eine Kinofassung geschnitten, der man besonders im letzten Drittel fehlende Sequenzen anmerkt. Da holpert die Handlung Knall und Fall dem Ende entgegen: Onkel Hermann stirbt, Majas Mutter knutscht mit dem Bürgermeister, die Mumienräuber machen sich aus dem Staub und ein "Gericht der Schatten" sorgt für übertriebenen Zombie-Zauber. Der naive Reiz der Vorgängerfilme weicht hier einem Beharren auf vermeintlichen Erfolgsfaktoren, doch der Spuk geht nach hinten los. Da kann auch die überaus prominente Besetzung nichts mehr retten.

Und grundsätzlich stellt sich die Frage, warum es ausgerechnet im Kinderkino geübte (und zudem geförderte) Praxis sein muss, aus TV-Mehrteilern Kinofassungen zu erstellen. Erwachsene würden sich wohl kaum mit einem Zusammenschnitt aus "Klinik unter Palmen" oder "Liebling Kreuzberg" ins Kino locken lassen. Im Bereich des Kinderfilms sind solche Kinofassungen (nicht nur in Deutschland, sondern auch in anderen europäischen Ländern) nur Mogelpackungen, die den Mangel an "echten" Kinderfilmen fürs Kino verdecken sollen.

Manfred Hobsch

 

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KJK-Ausgabe 76/1998

 

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