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Ausgabe 79-3/1999

MAC COOL UND DER PIRATENSCHATZ

THE REAL MACCAW

Produktion: Becker Films / Bellwether Films; Australien 1999 – Regie: Mario Andreacchio – Buch: Bruce Hancock, Mathew Perry – Kamera: David Foreman – Schnitt: Edward McQueen-Mason – Musik: Bill Conti – Darsteller: Jamie Croft (Sam), Jason Robards (Sam's Großvater), Deborra-Lee Furness (Mutter), Joe Petruzzi (Vater), John Waters (Dr. Hagen) – Länge: 91 Min. – Farbe – Verleih: Jugendfilm (35mm) – Alterseignung: ab 8 J.

Der 15-jährige Sam reist unter der Führung des sprechenden Papageis Mac Cool auf die Pazifikinsel Coral Island, um nach einem Inkaschatz zu suchen, den ein finsterer Pirat dort hundertfünfzig Jahre zuvor vergraben hat. Mit dem Schatz will Sam die Schulden seines abgöttisch geliebten Großvaters tilgen und damit dessen alte Villa vor der Zwangsversteigerung bewahren. Leider wurde jedoch über dem Schatzversteck ein Luxushotel erbaut, und so hat Sam bald nicht nur seine besorgten Eltern und einen kriminellen Kunsthistoriker auf den Fersen, sondern auch einen äußerst lästigen Hoteldetektiv.

Diese Geschichte hat alles, was nicht nur Kinderherzen höher schlagen lässt: ein sprechendes Tier, eine edle Mission, Piraten, Palmenstrände, Abenteuer, Thrillerspannung und ein langsam im Chaos versinkendes Fünfsternehotel. "Doktor Dolittle", "Hook", "Indiana Jones" und "Kevin allein im Haus" lassen aus Hollywood grüßen. Obendrauf gibt es als Sahnehäubchen eine große Portion der begehrten Kind-liebt-Haustier-Romantik im Stile von Lassie, Flipper, Willy & Co.

Ein solches Potpourri hätte sich leicht in völliger Beliebigkeit auflösen können, doch erweist sich die Geschichte von Sams Schatzsuche immer wieder als stark genug, die disparaten Teile durch ihren einfachen und gradlinigen Erzählverlauf zusammenzuhalten. Gegen Ende allerdings verfällt leider auch dieser Film dem schädlichen Irrtum, ein guter Kinderfilm müsse alle denkbaren pädagogischen Zielvorgaben auf einmal erfüllen. So erstickt "Mac Cool" schließlich an einer Überdosis politischer Korrektheit: Ein völlig klischeeüberfrachteter Vater-Sohn-Konflikt endet in einer tränenreichen Versöhnung, der Papagei kehrt in die freie Wildbahn zurück, das Piratengold wird den Indios zurückgegeben und zum guten Ende flöten die Ureinwohner folkloristisch zur Einweihung eines von Sam gestifteten Museums. Da geraten die gut gemeinten Schlussbilder hart an den Rand der alten Kolonial-Klischees.

Oft genug ist es den Australiern gelungen, trotz hemmungsloser Hollywood-Imitation auch den schlichtesten Geschichten einen ganz eigenen, etwas spröderen Ton zu verleihen und damit ein wenig mehr Wahrhaftigkeit. In "Mac Cool" ist davon leider nicht viel zu spüren. Lediglich Jamie Croft, der jugendliche Darsteller des Sam, kann seine Figur so geschickt zwischen den üblichen Teenager-Klischees platzieren, dass sie einen Anflug von Charakter erhält. Sam ist weder das lässige Superkid noch der sympathische Loser, sondern einfach ein netter Junge mit ein paar Problemen beim Erwachsenwerden. Das macht aus "Mac Cool" zwar noch keinen wirklich wichtigen Film, reicht aber allemal für einen verregneten Samstagnachmittag als Ersatz für den obligaten Zoobesuch.

Wolf Kienast

 

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