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Ausgabe 54-2/1993

TOXI

Produktion: Fono, Bundesrepublik Deutschland 1952 – Regie: Robert Adolf Stemmle – Buch: Maria von der Osten-Sacken, R.A. Stemmle, nach einer Idee von Peter Francke und Maria von der Osten-Sacken – Kamera: Igor Oberberg – Musik: Michael Jary – Darsteller: Elfie Fiegert (Toxi), Paul Bildt, Elisabeth Flickenschildt, Johanna Hofer, Ingeborg Körner, Carola Höhn – Länge: 90 Min. – s/w – FSK: ab 6, ffr. – Deutsche Erstaufführung: 15.8.1952 – Verleih: Taurus Film GmbH, Betastr. 1, 8034 Unterföhring, Telefon 089 / 95088439

Filmdokumentation

Der Film erzählt die Geschichte des fünfjährigen "Mischlingsmädchens" Toxi (Vater: schwarzer amerikanischer Besatzungssoldat, Mutter: Deutsche), das bei der gutbürgerlichen Familie Rose abgegeben wird. Toxi wird zunächst für die exzentrische Geburtstagsüberraschung einer Tante gehalten, bis sich herausstellt, dass das Mädchen von seiner Großmutter, die es aufgezogen hat und die ins Krankenhaus muss, ausgesetzt worden ist. Für die Roses ergeben sich daraus eine Reihe von Komplikationen innerhalb und außerhalb der Familie. Insbesondere der Großvater will sich von dem "Mulattenmädchen" nicht trennen. Als er sich schließlich der ultimativen Forderung seines peinlich korrekten Schwiegersohns beugt und Toxi in ein Kinderheim bringen will, geht sie ihm auf der Fahrt dorthin verloren. Sie wird nach langwieriger Suche von der Polizei auf einem Rummelplatz gefunden. Danach soll sie in der Familie Rose bleiben dürfen, doch just am Weihnachtsabend taucht Toxis amerikanischer Vater auf, um sein Kind zu sich zu nehmen.

Der Film war der gut gemeinte Versuch eines filmischen Beitrags zur Integration von "Mischlingskindern", denn an Ostern 1952 wurden die ersten dieser Kinder (meist uneheliche Kinder farbiger Besatzungssoldaten) eingeschult.

Die Filmgeschichte der Toxi ähnelt etwas der Lebensgeschichte der Darstellerin Elfie Fiegert, deren Vater – ein amerikanischer Soldat und Student – unerwartet nach Korea abkommandiert wurde. Die Mutter gab das Kind in ein Heim, wo Elfie von dem Ehepaar Fiegert entdeckt und allen Vorurteilen zum Trotz adoptiert wurde.

R. A. Stemmle (1903-1974), Regisseur und Mitautor des Films "Toxi", ist bei uns durch folgende Filme bekannt geworden: "Affäre Blum" (1948), "Berliner Ballade" (1948), Remake von "Emil und die Detektive" (1953). Er inszenierte ca. 40 Kinofilme in der Sparte "Gehobener Unterhaltungsfilm".

Zeitgenössische Kritiken zum Film "Toxi":

"Leichter deutscher Unterhaltungsfilm, der in dem schwarzen Besatzungskind Toxi mehr eine Sensation als ein Problem sieht und sich bei herrlichen Kinderszenen auf eine rosarote Filmlösung beschränkt. Für Kinder wegen einiger überflüssiger Szenen leichte Vorbehalte." (film-dienst Nr. 1949, 5. Jahrgang, 32/1952)

"Wer mit einigem Misstrauen in die Interessenten-Vorführung dieses Fono-Films gegangen war, verließ sie restlos umgestimmt und begeistert. Auch das Publikum zeigte sich herzlich angetan von Toxi und ihrem Schicksal." (Film Echo, 23.8.1952)

"Der deutsche Film 'Toxi', der die Geschichte von dem Mulattenkind aus München erzählt, das, von seinem schwarzen Vater und der weißen Mutter verlassen, in einer fremden Familie aufwächst, ist durchaus keine gründliche Abhandlung über Rassenprobleme, sondern er will ganz harmlos aufzeigen, dass alles ganz einfach ist, wenn der 'gesunde Menschenverstand' und die 'Stimme des Herzens' siegen. Jedenfalls kann auch dieser Film dazu beitragen, Vorurteile zu zerstreuen und Sympathien für die schuldlosen farbigen Besatzungskinder zu erwecken." (DIE ZEIT, Hamburg, 14.8.1952)

Hans Strobel

 

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