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Ausgabe 3-3/1980

ICH HATTE EINEN TRAUM

Produktion: Common Film Produktion GmbH für das ZDF, BRD 1979/80 – Drehbuch: Karlhans Frank, Herbert Günther, Rainer Boldt – Regie: Rainer Boldt – Redaktion/Mitarbeit: Bärbel Lutz-Saal, Elmar M. Lorey – Kamera: Ingo Hamer – Darsteller: Jochen Angerstein, Marion Berndt, Jacob Bilabel, Hans Peter Korff, Hildegard Wensch u.v.a. – Länge: 97 Min. – Farbe – Format: 35 mm – Verleih: noch offen (Anfragen ans Common Film Produktion GmbH, Gustav-Freytag-Str. 8, 1000 Berlin 62) – "Wir empfehlen den Film für Leute von 5 bis 80" (Produktionsmitteilung)

Seit drei Jahren verleiht die Stiftung Deutsche Kinemathek im Auftrag des Landes Berlin an drei Berliner Kinos einen (nicht zweckgebundenen) Anerkennungspreis von je 15.000 DM im Hinblick auf die Programmgestaltung von Kinder- und Jugendfilmen. In diesem Jahr benutzte die Jury die Gelegenheit der Preisvergabe, um drei Filme für die Kinderkino-Programmarbeit zu empfehlen: "Die Kinder aus Nr. 67" von Usch Barthelmeß-Weller und Werner Meyer, "Metin" von Thomas Draeger und "Ich hatte einen Traum" von Rainer Boldt.

Seit 1978 hat das ZDF die Sendereihe "Neues aus Uhlenbusch" im Vorschulprogramm für Kleinkinder: Während sich die seit 1972 produzierte Reihe "Rappelkiste" mit alltäglichen Erfahrungen und Erlebnissen von Kindern im städtischen Bereich befasste, stehen bei "Neues aus Uhlenbusch" Kinder auf dem Lande und in weniger dicht besiedelten Gebieten im Mittelpunkt. Schauplatz ist der imaginäre Ort Uhlenbusch. Die jeweils halbstündigen Spielhandlungen erzählen vor allem von der "Innenwelt" der Kinder, von ihren verborgenen Wünschen, Erfahrungen und Verletzungen. Der Regisseur Rainer Boldt ("Fehlschuss", "Menschenfresser") gehörte zu der Projektgruppe von Autoren, Pädagogen, Erziehern, Redakteuren und Regisseuren, die das Konzept dieser Reihe – eindringlich und behutsam erzählte Filmgeschichten – erarbeitet hatte.

Bereits zum Auftakt der Reihe wurden drei Folgen der Reihe zu einem 80-minütigen Spielfilm kombiniert. Mit "Ich hatte einen Traum" legt Rainer Boldt jetzt einen Kinofilm vor, der Erfahrungen und Vorzüge der Fernsehreihe auf die Leinwand überträgt. Zuerst träumt Onkel Heini, der Postbote von Uhlenbusch, von einem hübschen Mädchen; dann träumt Anton von Evelyn, die er auf einem Fest in Rehstadt kennen gelernt hat: Anton möchte Evelyn so gerne wieder sehen, weiß aber nicht, wie er es anstellen soll. Doch als Anton sich schon gar nicht mehr so recht an das Aussehen von Evelyn erinnern kann, kommt sie mit ihrem Bruder zu Besuch nach Uhlenbusch: Beide freuen sich riesig über das Wiedersehen.

Wie in allen anderen Uhlenbusch-Geschichten auch, kommen die Kinder weiter als Onkel Heini: Anton und Evelyn sehen sich wieder, aber Onkel Heini ist immer noch auf der Suche nach seinem verlorenen Traum. Da klappt es mit Onkel Heinis verloren geglaubten Sandalen schon besser. Anke und Bettina finden die Sandalen und bringen sie Onkel Heini, der vor lauter Freude in die Luft springt. Und auch Anke und Igor finden während einer großen Hochzeitsfeier in Uhlenbusch etwas: Auf der Straße liegen Noten, die der Klavierspieler, der im Hotel in Uhlenbusch wohnt, verloren hat. Onkel Heini, der am Hochzeitsfest nicht viel Freude hat, trifft Igor und Anke. Gemeinsam bringen sie dem blinden Klavierspieler die beiden Töne zurück, die ihm auf seiner Tonleiter fehlten – jetzt kann er endlich wieder spielen.

Der Film hat keinen großen Handlungsbogen, er erzählt Episoden aus dem Alltag der Kinder in Uhlenbusch: So können die zuschauenden Kinder bei der Gesamtlänge von 97 Minuten zwischendurch unkonzentriert sein und haben trotzdem keine Verständnisschwierigkeiten. Vorteilhaft ist auch, dass die meisten Kinder die Leute von Uhlenbusch bereits vom Fernsehschirm her kennen: Der Postbote Onkel Heini, von Hans Peter Korff seit Beginn der TV-Reihe dargestellt, ist ein Wanderer zwischen zwei Welten. In seiner Person treffen sich die Wünsche der Kinder, die erwachsen werden wollen, mit denen der Erwachsenen, die gern wieder Kinder wären. Und die Kinder fühlen sich bei ihm wohl, weil er sie versteht, und ihre "kleinen" Probleme, die für sie gar nicht so unbedeutend sind, ernst nimmt. Zugleich ist er nicht der autoritäre Erwachsene, denn Onkel Heini plagt sich ja auch mit seinen eigenen Problemen herum.

Vorzug der TV-Serie "Neues aus Uhlenbusch" und auch der Kinofassung "Ich hatte einen Traum" ist, dass die Kinder die gezeigten Situationen miterleben: Wenn ein Kind im Film aktiv wird, sind auch die zuschauenden Kinder unruhig. Leider hat sich bisher für diesen Film kein Verleiher gefunden. In der Bundesrepublik ist es offensichtlich nicht nur schwer, einen Kinderfilm zu produzieren, es besteht auch die Schwierigkeit, einen fertig gestellten Film ins Kino zu bringen.

Manfred Hobsch

 

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