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Ausgabe 55-3/1993

PRINZESSIN ALINE UND DIE GROBLINS

THE PRINCESS AND THE GOBLIN

Produktion: Siriol/Pannonia/S4C/NHK Enterprises, Großbritannien / Ungarn 1991 – Regie: Jòzsef Gémes – Buch: Robin Lyons – Animation: Les Orton – Musik: István Lerch – mit den Stimmen von Brigitte Mira, Anja Kruse, Elmar Brandt, Katja Primel, Beate Hasenau u. a. – Länge: 64 Min. – Farbe – FSK: ab 6, ffr. – Verleih: Atlas (35mm / 16mm) – Altersempfehlung: ab 6 J.

Deutsche Fassungen internationaler Spielfilme sind meistens ein schwieriges Kapitel. Die Liste der Synchronsprecher, die an der deutschen Fassung des Zeichentrickfilms "Prinzessin Aline und die Groblins" beteiligt sind, liest sich wie ein "who's who" des Synchronwesens. Schon der Titel des Films (im Original: "Die Prinzessin und der Kobold") lässt jedoch ahnen, dass man bei der Übersetzung recht frei, um nicht zu sagen "grob", mit der britischen Buchvorlage und ihrem vermutlichen Humor umgegangen ist. Was wiederum daran komisch sein soll, wenn der dümmliche König in einem Film für Kinder im Grundschulalter von einem – kaum verständlichen – Helmut-Kohl-Imitator gesprochen wird, darüber darf gerätselt werden.

Die kleine Prinzessin Aline begegnet auf einem Waldspaziergang den Groblins, schalk- bis boshaften Erdmonstern, denen man nur beikommen kann, indem man ihnen auf die empfindlichen Füße tritt – oder indem man singt. Gemeinsam mit ihrem Freund Curdie kommt Aline dem Plan der Groblins auf die Schliche, die Häuser der Menschen zu überfluten. Zwar können sie ihn nicht verhindern, während sich jedoch die Menschen retten können, tragen die Wassermassen die Kobolde mit sich fort. Dass sich die wohlbehütete und ängstliche Aline überhaupt ins Reich der Groblins traut, verdankt sie dem Geist ihrer Großmutter, die ihr hilft, auf ihre eigenen (Zauber-)Kräfte zu vertrauen.

In seiner Mischung aus schriller Komik und pastellfarbigem Pathos wirkt das Märchen zwiespältig. Für Komik stehen hier vor allem die Groblins, originell gestaltete, knallbunte Monster, denen es einfach nicht gelingen will, überzeugend bösartig zu sein – dazu sind sie viel zu tollpatschig. Deshalb werden sie schließlich auch nicht mit herkömmlichen Waffen geschlagen, sondern vor allem mit Gesang. Im Gegensatz zur Farben- und Formenpracht der Unterweltbewohner steht die "Lichtgestalt" der Großmutter, die in himmelblau und rosa bedeutungsschwangere Ansprachen über den Wert des Selbstvertrauens hält.

Die Zeichner von "Prinzessin Aline" haben angenehmerweise und im Gegensatz zu manchen ihrer Kollegen gar nicht erst versucht, sich am Disney-Standard zu orientieren. So ist die Titelfigur kein wohlgeformtes Schneewittchen, sondern ein rothaariger angelsächsischer Fratz. Die Animation ist manchmal holperig, aber stilistisch eigenständig – und immer dann am besten gelungen, wenn sie in die Welt der Kobolde abtaucht.

Schade, dass sich der Autor Robin Lyons nicht mehr auf seine phantasievollsten Gestalten verlassen hat und auf die reizvolle Idee, einen Kampf mit Gesang zu bestreiten, sondern mit dem zusätzlichen Handlungsfaden der Großmutter-Figur überflüssige Holzhammer-Pädagogik betreibt.

Bärbel Schnell

 

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