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Ausgabe 27-3/1986

"Idee, Zeichnungen, Drehbuch, Regie – das mache ich alles selbst"

Ein Gespräch mit Zdenek Miler

(Interview zum Film DER MAULWURF IM TRAUM)

Zdenek Miler, Jahrgang 1921, nahm 1938 das Studium an der Kunstgewerbeschule in Prag auf, übersiedelte nach deren Schließung durch die Nazis 1941 nach Zlín (heute Gottwaldov) und begann im damaligen Bata-Studio mit der Produktion von Werbefilmen. Nach Kriegsende arbeitete er im Prager AFIT-Studio (dem späteren Studio "Brati v triku") und wurde zu einem der ersten Animatoren der Filme von Jiri Trnka. Sein erster eigener Film entstand 1948.Beim KinderFilmFest Berlin 1986 stellte Zdenek Miler seinen neuesten Film, 'Der Maulwurf im Traum', vor.

KJK: Seit wann gibt es den Maulwurf im Film?
Zdenek Miler: "Der erste Maulwurf-Film war 1956 fertig, sein Titel: 'Wie der Maulwurf zu seiner Hose kam'. Dem folgten zwei Filme, und nach einer Pause haben wir zehn Filme gemacht. Die ersten Filme waren nur fürs Kino, seit ca.1966 laufen sie auch im Fernsehen. 1975 entstand dann die erste Koproduktion mit dem WDR, die hieß 'Der Maulwurf und der Transistor', der schlossen sich weitere zwölf Folgen an."

Wie viele Filme sind bisher von Ihnen produziert worden?
"Insgesamt 25 kurze Filme, dazu kommen zwei 30minutige Filme."

In welchem Studio wurden bzw. werden die Filme produziert?
"Alle Maulwurf-Filme entstehen im Studio 'Brati v triku'. Der Dachverband ist 'Kratki-Film', dem untergeordnet gibt es vier Studios; drei in Prag, u. a. 'Brati v triku' und das Trnka-Studio, ein viertes ist in Ostrava geplant."

Jetzt ist eine neue 13-teilige Serie mit dem WDR geplant, was bedeutet das für Sie?
"Für unser Studio und für mich ist dieser Auftrag ein ganz harter Brocken. Das Problem liegt darin, dass die Bedingungen in unserem kleinen Studio noch nicht existieren, um dreizehn Folgen in zweieinhalb Jahren produzieren zu können. Man wird die ganze Produktion umorganisieren und viele Dinge lösen müssen, aber das ist alles noch sehr offen."

Wie lange haben Sie an Ihrer neuesten Produktion, "Maulwurf im Traum", gearbeitet?
"Ein Jahr habe ich das Drehbuch geschrieben, und ein weiteres Jahr hat die Produktion gedauert. Das ist zum Beispiel mit 'Janosch's Traumstunde', den ich hier gesehen habe, sehr schwer zu vergleichen. Alle Szenen meiner Filme, die ich selbst schaffe, sind voll animiert. Es sind pantomimische Filme, in denen nicht gesprochen wird. Bei Janosch bringt das gesprochene Wort den Inhalt, man versteht, was gesagt wird. Dadurch, dass sie auch das gesprochene Wort benutzen, können sie sich viel sparen.
In der CSSR wird gerade 'Biene Maja' gezeigt, und ich habe festgestellt, dass die Hälfte des Films statisch ist, da steht die Biene Maja nur in der Luft, und es bewegt sich nichts. Das sind drei Zeichnungen von den Händen und drei Zeichnungen vom Mund, sonst braucht man nichts. Das kann ich mit meiner Pantomime nicht tun."

Ist die Trickfigur Maulwurf Ihre eigene Erfindung?
"Ja, der Maulwurf ist meine ursprüngliche Figur, ich habe sie erfunden. Die ersten drei Maulwurf-Filme habe ich allein gemacht. Aber als ich zehn schaffen sollte, habe ich mir drei Leute dazugeholt. Auch jetzt ist mein Team sehr klein, wenn man alles zusammenzählt, dann sind das etwa 60 Leute, was für heutige Bedürfnisse eigentlich lächerlich ist, und was die Erwartungen des WDR betrifft, ist es fast unmöglich."

Aber Sie erreichen mit diesem kleinen Team die Qualität, die der WDR will ...
"Das ist das Problem! Zum Beispiel Herr Janosch lebt auf Teneriffa und schickt seine Ideen und Bilder, und die beiden (Egenolf & Jeske) machen alles andere. Das ist bei mir nicht möglich, ich muss bereits die Ideen entwickeln und die Drehbücher schreiben. Und das Drehbuch ist bei mir eigentlich die meiste Arbeit, denn dort muss schon das ganze pantomimische Geschehen festgelegt werden, so dass es für die Kinder verständlich wird. Das ist der sogenannte Autorenfilm: Idee, Zeichnungen, Drehbuch und Regie – das mache ich alles selbst."

Mit Zdenek Miler sprach Hans Strobel

 

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