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Ausgabe 28-4/1986

NUMMER 5 LEBT!

SHORT CIRCUIT

Produktion: Turman-Forster Company Production, USA 1986 – Drehbuch: S. S. Wilson, Brent Maddock – Regie: John Badham – Kamera: Nick McLean – Schnitt: Frank Morriss – Ton: Willie D. Burton – Musik: David Shire – Darsteller: Ally Sheedy (Stephanie Speck), Steve Guttenberg (Dr. Newton Crosby), Fisher Stevens (Ben Jhabutiyah), G. W. Bailey (General Chick Schroeder), Austin Pendleton (Dr. Marner), Tim Blaney (Stimme des Roboters Nr. 5) – Laufzeit: 98 Min. – Farbe – FSK: ab 6, ffr. – Verleih: Senator Film (35mm)

General Schroeder erkennt in dem, ursprünglich für friedliche Zwecke entwickelten Roboter der Firma Nova Robotics, die in militärischen Kampfhandlungen getestet werden, den absoluten Soldaten: einen, der keine Fragen stellt und gehorsam seine Befehle ausführt. Die Herren Generäle, der Präsident der Firma, der Wissenschaftler Crosby und sein indischer Kollege Ben geraten in hektische Aufregung und gegenseitige Schuldzuweisungen, als sie feststellen, dass einer dieser Roboter, Nummer 5, im Kriegslabor nicht aufzufinden ist. Ein Kurzschluss ermöglichte es, dass Nummer 5 sich selbstständig machen konnte und durch zufällige und selbst gesteuerte Handlungen im Haus der Tierschützerin Stephanie landet. Im Glauben, einen Außerirdischen vor sich zu haben, heißt Stephanie den Roboter auf ihrem Planeten Erde herzlich willkommen. Diese Begegnungsszene erinnert in Anlage, Licht und Farbe an bekannte extraterrestrische Begegnungen der letzten Kinojahre. John Badham gelingt es, in dieser kurzen Szene sowohl die Science-Fiction-Produktionen der letzten Jahre zu parodieren als auch seinen Landsleuten deren naive und alberne Ufo-Gläubigkeit vor Augen zu führen. – Am nächsten Tag stellt das Mädchen fest, dass ihr "E.T." lediglich eine simple Maschine ist. Sie informiert den Präsidenten von Nova Robotics, um mit ihm ins Geschäft zu kommen, löst jedoch aus, dass sie folgenschwer zwischen die Interessenfronten von Militär (Schroeder), Ökonomie(Präsident) und Wissenschaft (Crosby und Ben) gerät, die sich der Widerstand leistenden Maschine bemächtigen bzw. diese zerstören wollen.

John Badham hat eine witzige, phantasievolle und gagreiche Geschichte (in einem ironischen Selbstzitat z. B. ahmt "Nummer 5" John Travoltas Saturday Night-Discotänze nach) inszeniert, in der eine Maschine immer menschlicher wird und die Herren Militärs als leblose, mechanisch agierende Figuren, als unbelehrbare Kontrahenten, gezeichnet werden. Stephanie, die auch als resolute Tierschützerin auftritt, ist bezeichnenderweise die erste, die den Beteuerungen "Nummer 5 lebt" Glauben schenkt.

"Nummer 5 lebt" ist keine ernst zu nehmende Antimilitär-Komödie, die es wahrscheinlich auch gar nicht sein will. Dazu sind die Personen zu klischeehaft und flach, ihre Motive zu harmlos, das Happy End zu dritt (Crosby und Stephanie verlieben sich und ziehen gemeinsam mit Nummer 5 auf eine Farm) zu konstruiert. John Badham will in erster Linie unterhalten, gibt allerdings vage zu verstehen, dass Leben ebenso wie lebloses Material (man mag als Zuschauer zu Nummer 5 stehen wie man will) zu schützen ist und nicht zu zerstören oder zu missbrauchen.

Arnold Hildebrandt

 

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KJK-Ausgabe 28/1986

 

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