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Ausgabe 29-1/1987

Umfrage zum Kinderfilm

1: Warum machen sie keine Kinderfilme?

Hintergrund

Der Kinderfilm ist auch bei uns im Kommen, dank jahrelanger engagierter Arbeit von Kinderkinos, Initiativen, Gruppen und Institutionen.

Während das Genre Kinderfilm in den sozialistischen und skandinavischen Ländern einen gleichberechtigten Platz in der Filmproduktion dieser Länder einnimmt, ist bei uns die Herstellung eines Kinderfilms – wie hinlänglich bekannt und in dieser Publikation immer wieder ausführlich dargelegt – noch immer ein wirtschaftliches Abenteuer, ein schwieriges Unterfangen, auf das sich nur wenige Filmemacher einlassen. Auch das novellierte Filmförderungsgesetz hat daran nichts geändert.

KJK wollte wissen, ob es für renommierte bundesdeutsche Regisseure nicht eine Herausforderung sein könnte, einen Kinderfilm zu machen. Das heißt einen Film für ein Publikum, das unbestechlich, aufgeschlossen, interessiert – aber auch gnadenlos kritisch ist.

Warum machen Sie keine Kinderfilme? Warum setzen Sie nicht Qualitätsmaßstäbe für das Kinopublikum von morgen?

Als erste in dieser Reihe fragten wir Heidi Genée, 47 Jahre, einst Cutterin, jetzt Filmemacherin (Kinofilme: "Grete Minde", "1 + 1 = 3", "Stachel im Fleisch", "Kraftprobe") in München, Mutter von drei Kindern (15, 19 und 21 Jahre).

"Mein Vater (Fritz Genschow) hat Kinderfilme gemacht und ist daran mit zwei Millionen Pleite gegangen, weil die Trickfilmchen besser waren und die Kinder mehr reizten, als seine Kinder- und Jugendfilme. Zuerst war er erfolgreich, aber als die Amis kamen, war Sense. Märchen kannst zwar abends den Kindern im Bett vorlesen, aber das im Film, da lachen die doch heute nur noch ... Durch die Medien sind die Kinder total versaut! Es ist mäßig, Problemfilme für Kinder zu machen. Ja, für uns Erwachsene ist das interessant, aber die Kinder konsumieren wie die Blöden, was die Glotze bietet.

Ich habe es selbst erlebt bei allen drei Kindern. Sie kamen von der Schule, haben gesagt: 'Ich muss mir was reinziehen' – das war ein frühes Wort – 'weil der Lehrer mich geärgert hat.' Und dann haben sie sich 'Onkel Dagobert' rein gezogen, und ich gleich mit. Wenn sie 12, 13 sind, fangen sie an zu sortieren, schauen sich dann schon Woody Allen an.

'Kraftprobe' war ein Jugendfilm. Er kam gut an bei den Jugendlichen, weil der so 'obercool' war, denn Cool sein ist das Wichtigste.

Aber was ich einst toll gefunden hab' als Kind, darüber lachen die sich heute doch tot, sagen: 'Na, meine Liebe, du musst ja langsam ein paar Ausdrücke dazulernen, du bist ja auf dem Stand von vor fünf Jahren!'

Ich habe keine Motivation, einen Kinderfilm zu machen, weil die Kinder heute so anders sind als wir damals. Ich würde es ernst nehmen, und die würden sich ins Fäustchen lachen und sich in dem, was ich mache, nicht wiederfinden."

 

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KJK-Ausgabe 29/1987

 

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