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Ausgabe 39-3/1989

GOLDREGEN

GULDREGN

GOLDREGEN

Produktion: Metronome Productiones A/S / Danish Television / The Danish Film Institute, Dänemark 1988 – Regie: Søren Kragh-Jacobsen – Drehbuch: Søren Kragh-Jacobsen, nach einem Stoff von Anders Bodelsen – Kamera: Dan Laustsen – Schnitt: Leif Axel Kjeldsen – Musik: Jacob Groth – Ton: Morten Degnbol, Lars Lund – Darsteller: Nanna Bøndergaard (Nanna), Tania Frydenberg (Karen), Ricki Rasmussen (Jørn), Ken Vedsegaard (Lasse), Torben Jensen, Søren Østergaard u. a. – Laufzeit: 94 Min. – Farbe – FSK: ab 6, ffr. – Verleih: Matthias (16mm)

Kinderkrimi um die vier Freunde Nanna, Jørn, Lasse und Karen und um eine geheimnisvolle Blechdose. – Nanna beobachtet aus ihrem Waldversteck einen Mann, der im Gebüsch eine blaue Dose vergräbt. Sie weiht ihre Freunde ein. Gemeinsam untersuchen sie die Keksdose und staunen nicht schlecht, als 811.000 Dänische Kronen herauskommen – das wären für jeden mindestens 200.000. Aber zunächst wollen sie abwarten, ob sich jemand meldet, von dem sie wenigstens Finderlohn kassieren könnten. Aus den Abend-Nachrichten erfahren sie, dass es sich um Geld von einem Raubüberfall auf das nahe gelegene Postamt handelt. Die Kinder rufen bei der Polizei an, doch kein Mensch glaubt ihnen.

Die beiden Posträuber allerdings sind Nanna bereits auf der Spur, denn sie hat in der Nähe des Verstecks ihren Büchereiausweis verloren – mit Namen und Anschrift. Der befindet sich nun in der Hand der Diebe, die ihren Schatz abholen wollten. Die Lage spitzt sich zu, als es zu einer dramatischen Begegnung der Posträuber und der Kinder im Wald kommt und die kleine, kurzsichtige Karen gekidnappt wird. Sie wird mit dem Auto an einen Ort gefahren, ohne dass sie erkennen kann, wohin es geht, weil der gerissene Dieb ihr die Brille abgenommen hat. Er hofft, dass ihn das Mädchen zu dem Geldversteck der Kinder führt, aber er hat die Rechnung ohne das detektivische Gespür und die Klugheit der Kinder gemacht. Und Karen, die zwar nicht gut sehen, dafür aber sehr gut hören kann, ist die entscheidende Hilfe bei der Ergreifung der Diebe, die die Polizei nur noch abzuholen braucht. Bis dahin hatten die vier Freunde, gescheit und listig, die Sache ohne die Erwachsenen in der Hand.

"Goldregen", eine perfekt und souverän gemachte Abenteuer- und Kriminalgeschichte für und über Kinder, entstand nach dem in Dänemark populären Buch von Anders Bodelsen und ist die Kinofassung der ebenfalls sehr beliebten Fernsehserie von Søren Kragh-Jacobsen, die das Dänische Fernsehen Ende 1986 ausstrahlte.

Søren Kragh-Jacobsen (Jahrgang 1947) hat bereits mehrere Filme für Kinder und Jugendliche gemacht, die sich durch Sensibilität, Einfühlungsvermögen und Verständnis für die Probleme Heranwachsender sowie durch genaue Beobachtung auszeichnen. Bei uns ist er vor allem durch seinen Film "Gummi-Tarzan" (1981) bekannt. Für sein vielfältiges Gesamtwerk erhielt der Regisseur 1988 den Filmpreis des Dänischen Kinderfilmclub-Verbandes, weil er es in seinen Filmen verstanden hat, "das Spannungsfeld zwischen Kindern und Erwachsenen angesichts der heutigen Verhältnisse" in den Mittelpunkt zu rücken.

Anlass für den Film "Goldregen" war für Søren Kragh-Jacobsen, dass "alle Kinder wild sind auf Angst und Aufregung im Film. Jeder kann sich davon ganz leicht überzeugen, wenn er in einen Videoladen schaut und die Titel liest, die an die Kinder über den Ladentisch gehen. Ich machte mir schon lange Sorgen, weil diese Thriller zumeist aus Mord, Blut, Gewalt und Autojagden bestanden. Als ich Anders Bodelsens Geschichte 'Goldregen' las, wusste ich sofort, dass ich damit die Chance einer vortrefflichen Alternative zu den gewalttätigen Filmen hatte. 'Goldregen' schildert voller Dramatik die Beziehung der Kinder zwischen Geld und schlechtem Gewissen und kommt zugleich ohne die gewöhnlichen billigen Tricks aus. Ich wollte, dass die Geschichte so gut gespielt und professionell ist wie ein guter Krimi für Erwachsene. Und das Ziel würde mehr als erreicht sein, wenn damit auch die Heranwachsenden 'geangelt' werden können."

Mit seinem Film "Goldregen" macht Søren Kragh-Jacobsen aber auch deutlich, dass Kinder einen Bereich ohne die pädagogische Kontrolle von Erwachsenen brauchen, dass zu ihrer Entwicklung auch die "dunklen Nischen" gehören, zu denen die Eltern keinen Zutritt haben.

Die Kinder-Jury beim Kinderfilmfest Berlin 1989 verlieh ihren 2. Preis an "Goldregen", "weil er eine spannende und auch zum Teil witzige Handlung zeigt. Das Thema ist gut gewählt und ausgeführt worden. Dazu trägt auch die gute Kameraführung bei, die zusätzlich die Spannung steigert."

Christel Strobel

Zu diesem Film siehe auch:
KJK 39-3/1989 - Kinder-Film-Kritik - Goldregen

 

Bundesverband Jugend und Film e.V.GOLDREGEN im Katalog der BJF-Clubfilmothek unseres Online-Partners Bundesverband Jugend und Film e.V.

 

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