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Ausgabe 40-4/1989

UNTERNEHMEN ERDNUSSBUTTER

THE PEANUT BUTTER SOLUTION

Produktion: Les Production La Fête, Kanada 1985 – Regie und Drehbuch: Michael Rubbo – Kamera: Thomas Vamos – Schnitt: Jean-Guy Montpetit – Ton: Serge Beauchemin – Musik: Lewis Furey – Darsteller: Mathew Mackay (Michael), Siluck Saysanasy (Connie), Alison Podbrey (Suzie), Michael Hogan (Vater), Michael Maillot (Signor) u.v.a. – Laufzeit: 90 Min. – Farbe – FSK: ab 6, ffr. – Verleih: atlas film + av (35mm)

Kaum ist Michaels Mutter ein paar Tage verreist, da meint seine Schwester Suzie, sie ersetzen zu müssen. Zum Glück ist da noch sein Freund Connie, der gleich mit einer spannenden Überraschung für Michael aufwartet. Die alte Villa, in der die Stadtstreicher hausten, ist abgebrannt. Als Michael das Haus trotz Connies Warnungen betritt, wird er vor Schreck ohnmächtig, und in der folgenden Nacht fallen ihm die Haare aus. Sein Vater und Suzie sind ratlos, bis ihnen die rettende Idee kommt: Ein Toupet muss her. Doch beim Fußballspiel reißt es einer der Gegenspieler ab und Michael wird zum Gespött der Kinder. Nun kommen ihm die Geister der "Penner" zu Hilfe und verraten ihm ein – höchst modernes -Zaubermittel. Leider nimmt er zuviel davon und weiß nun nicht mehr wohin mit all der Haarpracht.

Jetzt geht es erst richtig los. Michael wird ob seiner Haare der Schule verwiesen. Der Signor – ein entlassener Kunstlehrer – entführt ihn und lässt in einer alten Fabrikhalle von anderen verschleppten Kindern aus Michaels Haaren magische Pinsel herstellen. Mit diesen Pinseln malt er Bilder, die man betreten kann. Es sind aber auch diese Pinsel, die Connie und Suzie auf seine Spur bringen. Dabei fällt ihm zwar Connie in die Hände, der erweist sich aber als geschickt genug, den Signor auszutricksen. Damit ermöglicht er den Kindern die Flucht und Michael die Überwindung seiner Angst, indem er sich ihr stellt. Als die Erwachsenen – alarmiert von Suzie – mit der Polizei anrücken, ist alles Weitere nur Formsache.

Dieser Mystery-Horror-Film für Kinder ist der zweite Teil der Reihe 'Tales for all' des kanadischen Produzenten Rock Demers. Aus derselben Produktion stammt auch "Daffy und der Wal", der Anfang des Jahres in unsere Kinos kam. Demers, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, Filme für Kinder zwischen neun und dreizehn zu produzieren, die die Realität behandeln, hat danach noch mal mit Regisseur Michael Rubbo gearbeitet: "Tommy Tricker und die Briefmarkenbande" (zu sehen beim Essener Kinderfilmfestival 1988). Auch in diesem Film hat Rubbo einer privaten Leidenschaft gefrönt. Bei "Tommy Tricker" waren es die Briefmarken, und hier ist es die Malerei, die sich als Nebengeschichte durch den ganzen Film zieht. Der Vater von Michael ist Maler, der Signor ist Kunstlehrer und schließlich ermöglichen die Bilder, die er mit Pinseln aus Michaels Haaren malt, den Kindern die Befreiung und Michael die Überwindung seiner Angst.

Die Charaktere sind nicht eindimensional gut oder böse, sondern vereinen beide Züge – wie im wirklichen Leben. Wie schon "Daffy und der Wal" hat auch dieser Film viele komische Momente. Vor allem die pointierten Dialoge und witzigen Ideen von Michael und Connie scheuen sich nicht, wie auch die Musik, die Filmgeschichte zu plündern und machen sich daraus so manchen Spaß. Der Film beweist Mut, indem er ausgerechnet "Penner" zu sympathischen Gestalten macht. Eine Botschaft, die gerade in Zeiten zunehmender Diskriminierung von Außenseitern und Minderheiten nicht nur im Kinderkino not tut.

Denvers und Rubbo ist hier ein nicht alltäglicher Kinderfilm gelungen: Eine Mischung aus Abenteuer, Mystery- und Horrorfilm, dessen Horror-Sequenzen mitunter haarsträubend sind, aber die Kinder nicht überfordern und der die Balance zwischen Lachen und Schrecken präzise hält. Ein Film, der dazu noch die Kinder etwas lehrt ohne sie zu belehren: Dass es wichtig und sinnvoll ist, sich seinen Ängsten zu stellen, weil sie nur so zu überwinden sind.

Der mit Preisen – u. a. für die Musik – geradezu überhäufte Film hatte am 5.Oktober 1989 seinen Bundesstart. Hoffentlich kommen auch bald die anderen 'Tales for all'-Filme dahin, wo sie hingehören: ins Kino.

Lutz Gräfe

 

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