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Ausgabe 41-1/1990

CINEMA PARADISO

NUOVO CINEMA PARADISO

Produktion: Cristaldifilm, Rom / Les Films Ariane, Paris / TFI Film Production RAI/TRE, Italien / Frankreich 1988 – Regie und Drehbuch: Giuseppe Tornatore – Kamera: Blasco Giurato – Schnitt: Mario Morra – Musik: Ennio Morricone – Darsteller: Philippe Noiret (Alfredo), Salvatore Cascio (Salvatore als Kind), Mario Leonardi (Salvatore als Jugendlicher), Jacques Perrin (Salvatore) u. a. -Laufzeit: 123 Min. – Farbe – FSK: ab 12, ffr. – Verleih: Concorde (35mm)

Nach dem Film "Splendor" von Ettore Scola erinnert "Cinema Paradiso", der zweite Spielfilm von Giuseppe Tornatore (Jahrgang 1956), an eine Zeit, in der das Kino zu den lebendigsten Kultur- und Freizeitorten einer Kommune gehörten. Es ist kein Zufall, dass solche Filme in einer Zeit gemacht werden, in der einerseits sich das Kino in einem harten Existenzkampf befindet, andererseits eine Renaissance der Filmtheater festzustellen ist. Diese Filme sind wichtig, weil sie an Qualitäten erinnern, die wiederbelebt werden können: Kino als Ort ganzheitlicher Kommunikation im Gegensatz zu den Schachtel- und "fast-food-Kinos" der letzten zwei Jahrzehnte.

"Cinema Paradiso" spielt in einer sizilianischen Kleinstadt und erzählt die Geschichte einer Kino-Kindheit. Im Mittelpunkt stehen der Junge Salvatore, genannt Toto, und der Vorführer Alfredo, der für Toto der große Magier des bewegten Bildes und Herrscher über ein Reich aus Zelluloid ist. Für den Jungen wird diese Beziehung lebenswichtig – Salvatore macht später seine Kinoleidenschaft zum Beruf.

Der Film beginnt mit dem Anruf der alten Mutter, die Salvatore mitteilt, dass Alfredo tot ist. In Rückblenden erzählt der Film mit großer Sensibilität und Emotionalität von der nie zu Ende gegangenen Freundschaft zwischen zwei Menschen, die die Liebe zum Kino verband. Gleichzeitig vermittelt der Film ein Stück Film- und Kinogeschichte. Dieser Teil der Historie ist eingebettet in eine dramatische Story. Als Alfredo bei einem Brand im Vorführraum (ausgelöst durch das damals leicht entflammbare Nitrofilm-Material) schwer verletzt wird, rettet ihn der kleine Toto, kann aber nicht verhindern, dass Alfredo an den schweren Brandverletzungen erblindet. Toto übernimmt nun an seiner Stelle den Vorführbetrieb in dem renovierten Kino. Aus beruflichen Gründen und nicht zuletzt durch energisches Zureden von Alfredo, der eine Art Vaterstelle übernommen hat, verlässt Toto seine Kleinstadt und wird später ein anerkannter Regisseur.

Als Salvatore zur Beerdigung von Alfredo in seine Heimatstadt zurückkommt, muss er feststellen, dass sich alles von Grund auf verändert hat. Das Kino wurde geschlossen, weil es sich finanziell nicht mehr lohnt, und wird gesprengt, damit ein Parkplatz entstehen kann. So nimmt eine Kino- und Lebensgeschichte ihr Ende.

"Cinema Paradiso" ist ein zu Herzen gehender Film über Menschen, die das Kino lieben gelernt haben. Ohne die schauspielerische Leistung des Philippe Noiret als Filmvorführer Alfredo und Salvatore Cascio als der kleine Toto hätte der Film keine solche Faszination. Philippe Noiret wurde für seine Darstellung mit dem 'Europäischen Filmpreis 1989' ausgezeichnet. Ein Film – auch für Kinder ab 12 Jahren empfehlenswert – der Lust aufs Kino macht.

Hans Strobel

 

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KJK-Ausgabe 41/1990

 

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