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Ausgabe 43-3/1990

LIEBLING, ICH HABE DIE KINDER GESCHRUMPFT

HONEY, I SHRUNK THE KIDS

Produktion: Buena Vista, Walt Disney Co. Production, USA 1988 – Regie: Joe Johnston – Drehbuch: Ed Naha, Tom Schulman – Kamera: Hiro Narita – Schnitt: Michael A. Stevenson – Ton: Wylie Stateman – Musik: James Horner – Darsteller: Rick Moranis (Wayne Szalinski), Marcia Strassman (Diane Szalinski), Thomas Brown (Russ Thompson jun.), Amy O'Neill (Amy Szalinski), Jared Rushton (Ron Thompson), Robert Oliver (Nick Szalinski) u. a. – Laufzeit: 90 Min. – Farbe – FSK: ab 6, ffr. – Verleih: Warner Bros. Film (35mm); atlas film + av (16mm) – Altersempfehlung: ab 8 J.

Diese Disney-Produktion kam Ende letzten Jahres bei uns als sogenannter "Weihnachtsfilm" für die ganze Familie ins Kino. Inzwischen hat er den Weg ins Kinderkino gefunden, wo er seit einiger Zeit mit Erfolg zu sehen ist. Keine ungewöhnliche Erscheinung – gerade bei Disney-Produktionen ist das eher die Regel als die Ausnahme.

Der Film führt in eine typische amerikanische Kleinstadt: gepflegte Vorgärten und große Kombis vor der Tür. Hier, in einem etwas verkommenen Haus, lebt die Familie Szalinski. Der Vater, zerstreuter Professor par excellence, arbeitet gerade an seiner neuen Erfindung – einer Maschine, die Gegenstände verkleinern kann. Da auch die Mutter einer zeitraubenden Tätigkeit nachgeht, sind die Kinder, die 15-jährige Amy und ihr fünf Jahre jüngerer Bruder Nick, oft sich selbst überlassen. So auch an jenem verhängnisvollen Morgen, an dem die Geschichte beginnt. Eigentlich war ein Baseball schuld, und zwar der Baseball, den Nachbarsohn Ron Thompson in das Fenster schlug. Leider landete der Ball genau auf Professor Szalinskis Maschine, mit ungeahnten Folgen versteht sich. Denn was vorher nicht funktionierte, arbeitet jetzt nur allzu gut. Diese Erfahrung machen zunächst Ron und Nick und kurze Zeit später auch Amy und der ältere Bruder von Ron, Russ Thompson jun. Derweil Prof. Szalinski bei einem Kongress für seine Theorie nur Hohn und Spott erntet, weil er den Beweis nicht antreten kann, erleben seine und die Nachbarskinder die Richtigkeit seiner These. Sie werden miniaturisiert und finden sich kurze Zeit später im Mülleimer wieder.

Der Weg nach Hause ist so kurz und doch so lang für sie, klein wie sie sind. Für die Vier beginnt eine wahre Odyssee durch den Garten. Was vorher nur für das ordnungsliebende Auge wie ein Dschungel wirkte, für die Kinder ist es ein wirklicher Dschungel geworden: Meterhohes Gras, Seen und gefährliche Tiere (wie Ameisen, Bienen und Skorpione) machen ihnen fortan das Leben schwer. So wird der Kleinste von einer Biene mitgenommen und unternimmt einen – rasant fotografierten – Flug ums Haus. Sie müssen mit einer Ameise kämpfen, die sie zum Freund machen können und die später für sie im heldenhaften Kampf mit einem Skorpion stirbt. Nach vielen Abenteuern und einer kleinen Love-Story zwischen Amy und Russ gelangen sie endlich wieder nach Hause, ohne die Hilfe der Eltern, die inzwischen erkannten, was passiert ist und sie gesucht haben. Von da bis zum Happy End ist es nur noch ein kleiner Schritt.

Nun ist dies nicht der erste Film, der sich mit den Folgen extremer Verkleinerung befasst. In den 50er-Jahren war es Jack Arnolds "Die unglaubliche Geschichte des Mr. C" und in den 70er-Jahren Joel Schumachers "Die unglaubliche Geschichte der Mrs. K." Während diese Filme auf ihre Weise versuchten, sich mit den Mitteln der Science Fiction zu aktuellen Zeiterscheinungen zu äußern, ist die Disney-Produktion reine Unterhaltung ohne viel Tiefgang: Ein schneller, lustiger Film mit atemberaubenden Tricks, der einem 90 Minuten unbeschwertes Vergnügen verschafft. Auch wenn hier, wie in vielen Disney-Produktionen, die Familienmoral beschworen wird und es an einigen Stellen ein wenig sentimental zugeht, so ist das doch ein Spaß voller witziger Bilder und Momente, in dem Action und Spannung nicht zu kurz kommen und der sein Publikum über die volle Distanz zu fesseln weiß. Wer also seinen Kindern und sich selbst einen schönen Nachmittag im Kino verschaffen will, dem sei dieser gelungene Film empfohlen.

Lutz Gräfe

 

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KJK-Ausgabe 43/1990

 

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