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Ausgabe 45-1/1991

KÖNIG DER WINDE

KING OF THE WIND

Produktion: Davis Panzer Prod. / HTV International, Großbritannien 1989 – Regie: Peter Duffell – Drehbuch: Phil Frey, nach einem Roman von Marguerite Henry – Kamera: Brian Morgan – Musik: Tony Scott – Darsteller: Navin Chowdrhy (Agba), Richard Harris (King George II), Glenda Jackson (Queen Caroline), Frank Finlay (Edward Coke), Jenny Agutter (Hannah Coke) – Laufzeit: ca. 105 Minuten – Farbe FSK: ab 6, ffr. – Verleih: Warner Brothers (35mm) – Altersempfehlung: ab 10 J.

Der Film erzählt die Geschichte einer Freundschaft zwischen Mensch und Tier, zwischen dem zwölfjährigen tunesischen Stalljungen Agba und dem rassigen Hengst Sham. Dieses nordafrikanische Rennpferd wurde vor rund 250 Jahren auf abenteuerlichen Wegen zum Ahnen der heutigen britischen Vollblutpferde. Als im Jahr 1727 am Hof des Beys von Tunis die Mutter des Fohlens bei der Geburt stirbt, zieht der stumme Agba, selbst ein Waisenkind, das Pferd auf. Jahre später reisen beide zusammen mit einer Schar besonders schöner Araberpferde nach Versailles zum französischen König, dem die Pferde geschenkt wurden.

Hier beginnt die lange, leidvolle Odyssee der beiden Freunde. Erst wird der Hengst gestohlen, dann von einem grobschlächtigen Holzhändler fast zu Tode geschunden, schließlich von einem englischen Gutsbesitzer gekauft. Auf den weiten englischen Wiesen gewinnt das wieder gesundete Pferd schon bald die ersten Wettläufe. Agba und Sham verlieren sich zwar gelegentlich aus den Augen, doch finden sie auf wundersame Weise immer wieder zusammen, selbst als Agba nach einem Missgeschick für kurze Zeit ins Gefängnis geworfen wird. Schließlich gelangen beide zum Grafen von Godolphin, der sie allerdings schon bald wieder verbannt, als sich eine gräfliche Zuchtstute mit dem Araberhengst einlässt. Erst nach zwei Jahren dürfen sie aus der Einöde zurückkehren. Sogleich retten sie den verschuldeten Grafen vor dem finanziellen Ruin, indem sie Shams Sprössling Lath in einem wichtigen Pferderennen zum Sieg und damit zum Gewinn einer hoch dotierten Wette führen. So finden die drei am Ende eine neue Heimat.

"König der Winde" – das ist der Ehrentitel jenes arabischen Hengstes mit Namen "Godolphin Arabian", der in die Geschichte des Rennsports einging. Der abenteuerliche Tierfilm von Peter Duffell beruht im Wesentlichen auf dem erfolgreichen Jugendbuchklassiker von Marguerite Henry, der das Schicksal dieses Pferdes nacherzählt. Doch trotz der fesselnden Fabel und einiger bemerkenswerter Landschaftsaufnahmen aus der Türkei zündet der Film nicht so recht. Abgesehen von der hausbackenen Inszenierung liegt das vor allem daran, dass der Handlungsablauf sich schon nach kurzer Zeit vorhersehen lässt. So bleibt die Spannung zwischen den einzelnen Stationen trotz der ein oder anderen überraschenden Wendung insgesamt auf mäßigem Niveau.

Darüber hinaus wirkt die Geschichte wiederholt unglaubwürdig – vor allem ist schwer nachzuvollziehen, wie beinahe alle fremden Menschen dem stummen Jungen die Wünsche schon beim ersten Kennen lernen von den Augen ablesen können. Die Regie bleibt auf weiten Strecken im Klischeehaften stecken: Die Figuren sind psychologisch kaum durchgezeichnet und lassen sich ohne Reibungsverluste nach einem simplen Gut-Böse-Schema einordnen. Zudem wird die jederzeit harmonische Freundschaft zwischen Kinderheld und Tier recht oberflächlich geschildert. Das alles ergibt trotz einer hochrangigen Besetzung einen altmodischen Tierfilm von bescheidenem Unterhaltungswert. Ein reizvoller Stoff wurde ohne Not verschenkt – schade.

Reinhard Kleber

 

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