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Ausgabe 47-3/1991

"... ich werde diesen Film machen, weil er eine antifaschistische Grundposition hat"

Gespräch mit Gunter Friedrich über seinen Film "Die Sprungdeckeluhr"

(Interview zum Film DIE SPRUNGDECKELUHR)

Ein DEFA-Kinderfilm über Kindheit im Dritten Reich: Die Auseinandersetzung mit dem deutschen Faschismus fand in den zurückliegenden vierzig Jahren in vielen hervorragenden Kinderfilmen der DDR (von "Sie nannten ihn Amigo" bis "Jan auf der Zille") statt und hat bei Kindern und Jugendlichen sicher viel zum Verständnis deutscher Geschichte beigetragen. Der Film "Die Sprungdeckeluhr" markiert den Endpunkt dieser DDR-Tradition, er beruht auf einer wahren Begebenheit und beginnt in München im Jahre 1933, als die Nationalsozialisten die Macht im Staate Deutschland "ergriffen" hatten.

KJK: Seit wann haben die Autoren und Sie an diesem Stoff gearbeitet?
Gunter Friedrich: "Den genauen Zeitpunkt, wann die Autoren mit der Geschichte begonnen haben, kann ich nicht sagen. Mir ist das Buch Ende 1988, Anfang 1989 angeboten worden, fertig gestellt haben wir den Film dann Anfang 1990. Als ich das Angebot erhielt, habe ich gesagt, ich werde diesen Film machen, weil er eine antifaschistische Grundposition hat."

Ist Ihr Film für die Darstellung des Faschismus im DEFA-Kinderfilm so eine Art Schlusspunkt?
"Ja, für die DEFA kann es ein Schlusspunkt sein, was ich aber nicht wünsche. Ich hoffe, dass es nicht für den gesamten Kinderfilm so sein wird, denn gerade auch in einem gesamtdeutschen Kinderfilm müssen antifaschistische Themen behandelt werden. Es darf auf keinen Fall ein genereller Schlusspunkt sein. Mit meinem Film 'Pianke', den ich für das Fernsehen gedreht habe und der eine Geschichte erzählt, die auch in dieser Zeit spielt, hat es viele Zuschauerdiskussionen gegeben, bei denen gerade auch Eltern in den alten Bundesländern immer wieder betont haben, wie wichtig sie es finden, dass es Kinderfilme über diese Zeit gibt, die zum Verständnis beitragen."

Die Fronten zwischen gut und böse sind in Ihrem Film klar, aber die Bösen sind manchmal auch komisch: Birgt das nicht die Gefahr einer Verharmlosung?
"Ich meine schon, dass man nicht einfach schematisieren sollte und immer von den vielfältigen Lebensweisen erzählen muss. Eine Verharmlosung kann ich so darin nicht sehen, ich will eine differenzierte Darstellung. Es geht mir darum zu zeigen, dass es selbst in solchen Zeiten Leute gibt, die nicht nur boshaft sind, die ihre Mitmenschlichkeit bewahrt haben und die sich auch ändern können. Das ist eine Geschichte, die uns ja gegenwärtig auch ganz aktuell betrifft. Im Film gibt es mit dem SS-Kommandaten, der das Mädchen schlägt, auch Szenen mit einer gewissen Härte, aber exzessive KZ-Szenen gehören nicht in einen Kinderfilm. Es kann nicht um pure Härte gehen, sondern immer um emotional nachvollziehbare Handlungen. Der Film 'Die Sprungdeckeluhr' ist allen Antifaschisten gewidmet, die gegen das Unrecht aufgestanden sind, um dieses System aufzuhalten.

Mit dem Regisseur sprach KJK-Mitarbeiter Manfred Hobsch

 

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