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Ausgabe 58-2/1994

LOTTA AUS DER KRACHMACHERSTRASSE

LOTTA PÅ BRÅKMAKARGATAN

LOTTA AUS DER KRACHMACHERSTRASSE

Produktion: Svensk Filmindustri /Astrid Lindgrens Värld /Sveriges Television SVT1, Schweden 1992 – Regie: Johanna Hald – Buch: Johanna Hald, Astrid Lindgren, nach Astrid Lindgrens gleichnamiger Erzählung – Kamera: Olof Johnson – Schnitt: Jan Persson, Kjerstin Eriksdotter – Musik: Stefan Nilssin – Darsteller: Grete Havnesköld (Lotta), Linn Gloppestad (Mia), Martin Andersson (Jonas), Neatrice Järås (Mutter), Claes Malmberg (Vater), Margreth Weivers (Tante Berg) u. a. – Länge: 74 Min. – Farbe – FSK: o. A. – Verleih: wild utopia (35mm) – Altersempfehlung: ab 5 J.

Das Leben kann so schön sein – aber auch sehr, sehr schwierig. Das weiß am besten die kleine Lotta. "Dazu bist du noch zu klein" – das ist der Satz, den sie immer zu hören bekommt, von ihren Eltern, den Großeltern, von Tante Berg und natürlich von ihren älteren Geschwistern Mia und Jonas. In einer idyllischen schwedischen Kleinstadt, wo die Welt im Grunde heil ist – so wie man es aus vielen anderen Astrid-Lindgren-Filmen kennt – lebt Lotta ein ganz normal beschütztes Kinderleben, in dem es Freude wie Leid gibt. Leid allerdings, über das die Erwachsenen nur lächeln. Wenn Lotta zum Beispiel nicht mehr mit ihrem "blöden" Dreirad fahren möchte und sich zum fünften Geburtstag ein "richtiges" Fahrrad wünscht. Aber: "Dazu bist du noch zu klein". Lotta ist tief enttäuscht und kann gar nicht fassen, dass kein Fahrrad am Geburtstagsmorgen zu sehen ist. Für sie wird das ein böser Geburtstag, nur einer hält zu ihr, der "Schweinebär", gerupft und geliebt, ihr allerliebstes Stofftier. Lotta wäre aber nicht Lotta, wenn sie sich nicht zu helfen wüsste. Listig verschafft sie sich Zugang zum Schuppen, balanciert heimlich das große Fahrrad von Tante Berg auf die Straße, setzt sich furchtlos drauf, saust davon und landet kopfüber im Rosenbusch! Als aber am Nachmittag der Vater mit einem Kinderfahrrad heimkommt, ist Lotta überglücklich. Dieser Zustand ist nicht von Dauer, immer öfter macht sich Unzufriedenheit breit, findet Lotta viele Sachen "Pfui Teufel". Anfangs gehen die Erwachsenen auf ihre Beschwerden ein, aber in den Familienferien bei den Großeltern wird es der Mutter zu bunt und sie droht heimzufahren, wenn sie noch einmal diese Worte hört. Doch Lotta lässt sich davon nicht einschüchtern – im Gegenteil: Sie packt ihre Siebensachen und ist zur Abreise bereit. Im richtigen Augenblick kommt der Vater, schließt seine kleine Tochter in die Arme und kommentiert lachend: "Typisch Lotta – störrisch wie ein Esel." Es lässt sich nicht übersehen, Lotta wird von allen geliebt und umsorgt.

Die schwedische Regisseurin Johanna Hald (Jahrgang 1945) hat nicht zum ersten Mal einen Stoff von Astrid Lindgren verfilmt. 1989 drehte sie den Kurzspielfilm "Hochspringer", 1990 "Pelle zieht aus". Mit "Lotta aus der Krachmacherstraße" ist sie auch bei uns einem größeren Publikum bekannt geworden. Die kleinen Szenen mit großer Bedeutung aus dem Leben eines kleinen Mädchens, mit dem sich viele andere kleine Mädchen identifizieren können, hat sie mit leichter Hand, heiter und farbenfroh, unspektakulär und stimmig gestaltet. Nicht zuletzt das hinreißende Spiel von Greta Havnesköld als Lotta gibt dem Film seine Glaubwürdigkeit. So heiter und harmlos die Szenen auch anmuten, so ist die Grundhaltung des Films von Respekt vor dem kleinen Menschen getragen und gerät niemals auch nur in die Nähe der Kindertümelei und des Gefühlskitsches. Die erfolgreiche Zusammenarbeit der Regisseurin Johanna Hald und der Autorin Astrid Lindgren geht weiter – Lotta wird größer, der nächste Film heißt "Lotta zieht aus".

Gudrun Lukasz-Aden / Christel Strobel

Zu diesem Film siehe auch:
KJK 60-2/1994 - Interview - "Ich fragte mich, muss es denn so niedlich sein?"
KJK 60-2/1994 - Kinder-Film-Kritik - Lotta zieht um

 

Bundesverband Jugend und Film e.V.LOTTA AUS DER KRACHMACHERSTRASSE im Katalog der BJF-Clubfilmothek unseres Online-Partners Bundesverband Jugend und Film e.V.

 

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