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Ausgabe 62-2/1995

ANDRÉ

ANDRÉ

Produktion: Paramount, USA 1994 – Regie: George Miller – Buch: Dan Baratta, nach dem Roman "A Seal Called André" von Harry Goodridge – Kamera: Thomas Burstyn – Schnitt: Harry Hitner, Patrick Kennedy – Musik: Bruce Rowland – Darsteller: Tina Majorino (Toni Whitney), Keith Carradine (Harry Whitney), Chelsea Field (Thalice Whitney), Keith Szarabajka (Billy Baker) u. a. – Länge: 94 Min. – Farbe – Verleih: Concorde (35mm) – Altersempfehlung: ab 8 J.

Das neueste Liebespaar im Kinderfilm heißt Toni und André – ein siebenjähriges Mädchen und eine Robbe. Es ist nicht neu: Wer beim jungen Publikum Erfolg haben will, setzt auf Tiere. Wenn "Miez und Mops", "Lassie" oder "Willy" in Aktion gehen, schlagen die Herzen höher. Neu in dieser Runde ist André, ein verwaistes Seehund-Baby, das vom Hafenmeister Whitney mit nach Hause genommen und von der Familie aufgepäppelt wird. Erst versteckt der gute Mann den neuen Mitbewohner in der Badewanne, aber bald bekommt das kränkelnde Tier von allen Streicheleinheiten.

Vor allem die siebenjährige Toni schließt das putzige Etwas ins Herz und gibt ihm den Namen André. Sie werden unzertrennliche Freunde, das sonst so schüchterne Mädchen verbringt mit dem aufmerksamen Spielkameraden Stunden beim Herumtollen. Und bald macht es sich André bei den Whitneys bequem. Besonders der Fernseher hat's ihm angetan, lümmelt er sich doch gerne vor der Mattscheibe herum. Toni lehrt André Kunststücke, sogar die Medien berichten über die Wunderrobbe. André ist die Attraktion für Touristen. Aber nicht alle Einheimischen lieben das Tier. Die Fischer haben Angst um ihre Fanggründe, Tonis Vater wird vorgeworfen, seinen Job nur noch halbherzig zu erledigen. Und irgendwann muss Toni lernen, dass André die Freiheit des Meeres braucht. André kommt erst in einem Aquarium unter und wird dann im Atlantik ausgesetzt. In Zukunft verbringt er zwar den Winter in warmen Gewässern, aber der Urlauber erscheint im Frühjahr beim ersten Sonnenstrahl wieder bei "seiner Familie" auf der Bildfläche – als sei er nur mal kurz um die Ecke geschwommen. Und das 24 Jahre lang bis zum Jahr 1986 ...

Wer nun glaubt, das Ganze sei ein nettes Märchen für Kinder, der irrt. Eine ähnliche Geschichte hat sich in den 60er-Jahren wirklich zugetragen. Die "echte" Familie stand dem Filmteam mit Tipps zur Seite, am Ende zeigen Amateuraufnahmen die wahren Personen. Natürlich finden übereifrige Kritiker "Schwachpunkte": die Vermenschlichung der Tiere, die überbetonte Harmonie in der Familie, das traditionelle Frauenbild der Mutter, und und und ... Wenn man aber genau hinschaut und zuhört, zeichnet George Miller keine 100 Prozent heile Welt, sondern eine Familie mit Schwierigkeiten, in der es auch schon mal kracht, eine Dorfgemeinschaft mit sozialen Problemen. Die Sympathie liegt jedoch eindeutig bei Toni (niedlich und pfiffig: Tina Majorino) und dem Seelöwenweibchen Tory.

Die beiden schmusen und spielen miteinander, als hätten sie Zeit ihres Lebens nichts anderes gemacht. Nichts sieht antrainiert aus, manche Szenen sollen auch spontan entstanden sein. Da sitzt Toni mutterseelenallein auf einer alten Kiste am Steg, André kommt aus dem Wasser, watschelt zu ihr hin, legt den Kopf in ihren Schoß und küsst sie. Der Regisseur schwört Stein und Bein, dass das nicht inszeniert war. Besonders Mädchen werden sich angesprochen fühlen, können sie sich doch mit der Protagonistin identifizieren und man kann es heutzutage fast als Verdienst hoch anrechnen, dass sich die Story auf ein Mädchen fokussiert. Aber neben dieser rührenden Mensch-Tier-Beziehung gibt es jede Menge Spannung (sogar einen "Mordversuch" an André), traumhafte Naturaufnahmen und einfach "tierische" Attraktionen. Ein Familienfilm, der vielleicht nicht an die Intensität von "Free Willy" heranreicht, aber den jungen Zuschauern auf jeden Fall Spaß macht.

Margret Köhler

 

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