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Ausgabe 62-2/1995

SHERLOCK HOLMES UND DIE SIEBEN ZWERGE

Produktion: ORB / MDR / SFB / NDR 1994 – Regie: Günter Meyer – Buch: Günter Meyer, Andreas Püschel – Kamera: Wolfgang Braumann – Schnitt: Helga Wardeck – Musik: Thomas Natschinski – Darsteller: Alfred Müller, Ellen Schwiers, Ulrike Haase, Stefan Limprecht, Reiner Heise, Heike Jonca, Jürgen Watzke – Länge: 90 Min. – Farbe – FSK: o. A. – Verleih: Progress (35mm) – Altersempfehlung: ab 6 J.

Hans Holms ist Kriminalbeamter mit Leib und Seele. Bevor er sich am Tag seiner Pensionierung darüber grämen kann, dass es nun vorbei ist mit der Übeltäter-Aufspürerei, gibt ihm der Sessel, den ihm seine Kollegen zum Abschied schenken, ein detektivisches Rätsel auf. Auf einmal sitzen die sieben Zwerge in Holms' Wohnzimmer – der Sessel ist das Tor zum Märchenland. Und das ist in Gefahr. So meinen die sieben verzweifelten kleinen Männer, die Holms bitten, Schneewittchen wiederzufinden. Ihre Prinzessin ist ihnen abhanden gekommen, noch bevor die böse Stiefmutter überhaupt in ihre Nähe kommen konnte. Irgendjemand bringt alle Märchen durcheinander.

An diesem Punkt in der Handlung klingt kurzfristig gute alte DEFA-Pädagogik an, wenn Holms herausfindet, dass die Hexe aus "Hänsel und Gretel" Schneewittchen entführt hat, um sie von ihrem Putzfrauendienst bei den Zwergen zu erlösen. Holms "befreit" Schneewittchen, bewahrt aber auch die Hexe vor dem Tod im Ofen, da ihm dieses Ende der Geschichte noch nie gefiel.

Aber "Sherlock Holms und die sieben Zwerge" ist kein Anti-Struwwelpeter, denn nach dieser Episode kommt der Film erst auf seinen eigentlichen Punkt: Ein schwarzer Magier hat sich mit den Bösewichtern und zwiespältigen Gestalten aus allen deutschen Volksmärchen zusammengetan, um allen Märchen zu einem bösen Ende zu verhelfen. Mit Hilfe seiner märchenbegeisterten Enkel deckt Holms die Verschwörung auf und stellt den "Frieden" in den Grimmschen, Bechsteinschen und anderen Märchensammlungen wieder her.

Wie so oft bei Produktionen, die unter starker oder ausschließlicher Fernseh-Beteiligung entstanden sind, ist die Geschichte überfrachtet mit Nebenfiguren und erzählerischen Schlenkern, die darauf schließen lassen, dass der Film im Hinblick auf eine Ausstrahlung in fernsehgerechten Portionen hergestellt wurde. An einem Stück gesehen mutet das Drehbuch dem Zuschauer zuviel des Guten zu, während die optische Umsetzung zu wünschen übrig lässt. Eine phantasielose Kamera, Schauspieler, die oft agieren, als stünden sie auf der Laienbühne, und Musiksoße aus der Synthesizer-Fertigpackung fügen sich zu einem harmlosen Film zusammen, der Kinder durchaus anspricht, formal aber einer näheren Betrachtung nicht standhält.

Bärbel Schnell

 

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KJK-Ausgabe 62/1995

 

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