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Ausgabe 125-1/2011

CHANDANI UND IHR ELEFANT

Produktion: Tradewind Pic. / Fruitmarket Kultur und Medien; Deutschland 2009 – Regie und Buch: Arne Birkenstock – Kamera: Marcus Winterbauer – Schnitt: Felix Bach, Timothy McLeish – Musik: Dürbeck & Dohmen – Länge: 90 Min. – Farbe – FSK: o. A. – FBW: Verleih: Real Fiction – Altersempfehlung: ab 10 J.

Dokumentationen, die über ferne Länder und deren für uns fremd anmutenden Traditionen berichten, haben es generell schon mal leicht, unser Interesse zu finden. Dies gilt auch für "Chandani und ihr Elefant", ein Film, der ausdrücklich für Kinder und Jugendliche gemacht wurde. Darin porträtiert der deutsche Filmemacher Arne Birkenstock die 16-jährige Chandani aus Sri Lanka, die unbedingt ein Mahout, eine Elefantenführerin, werden möchte. Die Voraussetzungen dafür bringt sie mit – zum einen hat sie bereits viel Erfahrung mit den grauen Dickhäutern gesammelt, zum anderen ist ihr Vater selbst der Chef-Mahout der Gegend, eine äußerst respektvolle Person also. Der Vater ist es auch, der seiner Tochter eines Tages ein Jungtier schenkt und ihr damit eine große Freude macht, aber auch viel Verantwortung überträgt. Doch leider ist in Chandanis Heimat der Beruf des Elefantenführers eine reine Männerdomäne und die Mahouts haben nicht das geringste Interesse daran, dass eine Frau in diese Domäne eindringt.

Die Geschichte von Chandani nutzt Birkenstock, um die Zuschauer mit Bildern über Aufzucht und Pflege, Training und Dressur von Elefanten in Sri Lanka zu informieren. Dabei erfährt man, dass diese nach wie vor von Wilderen gejagt und getötet werden, dass sie den Menschen als wichtige Arbeitstiere dienen, dass es aber in freier Wildbahn auch Herden gibt, die die Bananenfelder der Bauern verwüsten, und sogar Bullen, die Menschen töten können. Und so nebenbei weist der Filmemacher, dessen Dokumentarfilm "12 Tangos – Adios Buenos Aires" vor fünf Jahren in den Kinos war, auch auf Rodungen des Urwalds hin, hält sich aber mit einer tiefer gehenden Ökobotschaft zurück. Vielmehr rückt er seine vierbeinigen Protagonisten immer wieder ins Zentrum, die es ihm mit einigen witzigen Auftritten danken – etwa, wenn sich der Jung-Elefant so lange als Fußballspieler versucht, bis das runde Leder platt wie eine Flunder ist, oder er mit seinem Rüssel in einem unbeachteten Moment die frische Wäsche von der Leine pflückt.

Obwohl man eine ganze Menge über Kultur und Brauchtum dieses Inselstaates im Indischen Ozean erfährt und Birkenstock die Aufnahmen mit einem schönen sphärischen Score unterlegt hat, ist der Erzählrhythmus zuweilen noch schwerfälliger als die Bewegungen der Dickhäuter, über die der Film berichtet. Viele Einstellungen sind zu lang, manches Thema hätte man sicher kürzer, knapper, griffiger abhandeln können. Zudem hat man bei der deutschen Synchronisation am falschen Ende gespart. Die Stimmen wirken unprofessionell, die Sprecher leiern monoton und emotionslos ihre Texte herunter und finden in keiner Phase Bindung zu den vor der Kamera agierenden Personen. Das ist schade, weil dies auch den Gesamteindruck des deutschen Publikums negativ beeinflussen wird. Am Ende schafft es Chandani übrigens nicht, Mahout zu werden, sondern kommt als Wildhüterin in einem Waisenhaus für Elefanten unter, und dafür dürften sie wiederum einige Mädchen hierzulande durchaus beneiden.

Thomas Lassonczyk

 

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KJK-Ausgabe 125/2011

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