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Ausgabe 125-1/2011

VOM ANFANG UND VOM ENDE

THE BE ALL AND END ALL

Produktion: Whatever Pictures Ltd.; Großbritannien 2009 – Regie: Bruce Webb – Buch: Steve Lewis, Tony Owen Kamera: Zillah Bowes – Schnitt: Joe Wilby – Musik: Richard Lannoy – Darsteller: Eugene Byrne (Ziggy), Josh Bolt (Robbie), Connor McIntyre (Robbies Vater), Liza Tarbuck (Tina), Neve McIntosh (Kate), Bryony Seth (Sophie) u. a. – Länge: 95 Min. – Farbe – Vertrieb: Whatever Pictures Ltd. / Kontakt: Filmfestival Chemnitz, info@ff-schlingel.de – Altersempfehlung: ab 14 J.

Der philosophisch angehauchte Titel lässt schon ahnen: Es geht um die menschliche Existenz an sich, um das Leben und das Sterben. Robbie ist gerade mal 15 Jahre alt, als er im Urlaub zusammenbricht – kurz nachdem er sich in ein Mädchen verliebt und wegen zu viel Alkoholkonsum sein "erstes Mal" verschlafen hat. Die Diagnose in der Klinik ist niederschmetternd. Robbie leidet an einer unheilbaren Herzerkrankung und er wird nur noch kurze Zeit zum Leben haben. Im Angesicht des Todes hat Robbie einen letzten Wunsch. Er möchte nicht als Jungfrau sterben – und sein bester Freund Ziggy soll ihm helfen, diesen Wunsch zu erfüllen. Für den eher schüchternen Ziggy, der zudem noch eigene handfeste familiäre Probleme hat, wird dieser Wunsch zur großen Herausforderung. Er ist jedoch ohne Wenn und Aber bereit, dem Ansinnen seines Freundes zu entsprechen. Als sich in der Schule partout niemand finden lässt, der die "gute Tat" vollbringen möchte, planen die Freunde einen gemeinsamen Bordellbesuch. Eine Polizeirazzia durchkreuzt ihre Pläne und obendrein verliert der leichtgläubige Ziggy sein ganzes Geld an einen betrügerischen Zuhälter. Da erbarmt sich eine junge Prostituierte dem am Boden zerstörten Jungen und erklärt sich bereit, Robbie im Krankenhaus zu besuchen. Doch auch bei dieser eindeutigen Situation sorgt das Leben noch für eine Reihe von Überraschungen.

Was in der Inhaltsbeschreibung den Anfangsverdacht wecken könnte, der britische Film sei bestenfalls irgendwo zwischen "American Pie" und "Harte Jungs" angesiedelt und müsse sich zwangsläufig in billigen Zoten erschöpfen, hält auf virtuose Weise den schwierigen Balanceakt zwischen derber Situationskomik und Authentizität der Gefühlswelt dieser Freunde, ohne je in Klamauk abzudriften. Wie sehr sich der Umgang mit dem schwierigen Thema von einem eher rührseligen Gestus der Betroffenheit abhebt, wird bereits in einer frühen Szene im Krankenhaus deutlich. Da möchte eine Organisation dem vom Tode gezeichneten Jugendlichen medien- und werbewirksam einen letzten großen Wunsch erfüllen, etwa eine Flugreise im Cockpit eines Flugzeugs oder die persönliche Begegnung mit einem Star. Robbies wütend in den Raum geschleuderter Wunsch, nicht als Jungfrau draufzugehen, stößt hingegen auf Unverständnis und peinliches Schweigen.

Dem Langspielfilmdebüt des studierten Kommunikationswissenschaftlers und Werbefilmers Bruce Webb gelingt etwas Außergewöhnliches, indem er dem bevorstehenden Tod eines jungen Menschen ein befreiendes Lachen entgegensetzt und die Freundschaft wichtiger als den Tod erachtet. So sah es offenbar auch die elfköpfige Jugendjury beim 15. Internationalen Filmfestival für Kinder und junges Publikum in Chemnitz, die den Film im Jugendfilmwettbewerb mit der folgenden Begründung auszeichnete: "Der Siegerfilm hat uns durch die starke Freundschaft zweier Jungen in seinen Bann gezogen. Trotz zweier Geschichten mit unterschiedlichen Problemen besteht diese den ganzen Film über. Die außergewöhnliche Charakteristik des Films hat uns besonders angesprochen, da ein herzkranker 15-jähriger Junge seinen Freund, der selbst in familiären Problemen steckt, bittet, vor seinem Tod den letzten Wunsch zu erfüllen."

Holger Twele

 

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KJK-Ausgabe 125/2011

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