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Ausgabe 64-4/1995

POCAHONTAS

Produktion: Walt Disney Pictures, USA 1992-95 – Regie: Mike Gabriel, Eric Goldberg – Buch: Carl Binder, Susannah Grant, Philip La Zebnik – Musik: Alan Menken – Songtexte: Stephen Schwatz – Originalstimmen: Mel Gibson, Irene Bedard, Russell Means, David Ogden Stiers u. a. – deutsche Stimmen: Alexandra Wilcke, Sigmar Solbach, Hildegard Knef, Joachim Kemmer u. a. – Länge: 81 Min. – Farbe – FSK: o. A. – Verleih: Buena Vista – Alterseignung: ab 8 J.

Der dreiunddreißigste Disney-Zeichentrick-Spielfilm ist zugleich der erste, der nach einer historischen Person benannt ist. Dass er sich auch mit der historischen Person der Indianerin Pocahontas befasst, ist allerdings eine gewagte Behauptung. Nicht nur, dass sich die Drehbuchautoren die Freiheit nehmen, ihre Titelfigur ein paar Jahre älter zu machen, damit sie in das Genre der Liebesgeschichte passt. Wie alle Charaktere in dieser Geschichte ist sie trotz ihrer beachtlichen Kurven nicht mehr als ein eindimensionales Abziehbild.

1607 sticht das britische Schiff Susan Constant im Auftrag der Virginia Company in See, um europäische Siedler und Goldschürfer in die nordamerikanische Kolonie Virginia zu befördern. Schnell kommt es in der Neuen Welt zum Zusammenstoß mit den Eingeborenen, die der Zerstörung der ihnen heiligen Erde nicht tatenlos zusehen wollen. Doch zwei Angehörige der feindlichen Parteien sind anders: Pocahontas, die Tochter des Indianerhäuptlings Powhatan, und der britische Captain John Smith weigern sich, die Pfade zu gehen, die ihnen vorbestimmt zu sein scheinen. Abseits ihrer Siedlungen und Kulturen lernen sie sich kennen und lieben, stoßen zunächst auf erbitterten Widerstand ihrer Familien und Freunde, bevor sie schließlich zu Friedensstiftern zwischen rot und weiß werden.

In farbenprächtigen Bildern, die nach dem Realismus des Vorgänger-Films "Der König der Löwen" wieder ungleich stilisierter anmuten, erzählen die Regisseure Mike Gabriel und Eric Goldberg von edlen Wilden und rücksichtslosen Weißen und machen in ihrer Schwarz-Weiß-Malerei kein Hehl daraus, dass es ihnen hier um etwas anderes geht als historische Authentizität: Um einen Aufruf zur Toleranz zwischen den Kulturen, zwischen Menschen verschiedener Hautfarben und Denkweisen und auch um die Rückbesinnung des Menschen auf den Wert der Natur.

Im Gegensatz zu früheren Disney-Filmen nimmt "Pocahontas" sich und seine Botschaft leider bitter ernst; es fehlt der Humor, die Ironie, die sonst den Kitsch brach und diese Filme auch für den erwachsenen Zuschauer reizvoll machte. So bleibt "Pocahontas" ein naives Abenteuer mit immerhin einigen atemberaubend schönen Zeichnungen, einem großartigen Musical-Soundtrack (endlich wieder von Alan Menken) und einer Liebesgeschichte zwischen zwei Figuren, die aussehen wie Barbie und Ken im Indianerlook und acht- bis zwölfjährige Kinder mit Fug und Recht in ihren Bann ziehen werden, während ihre Eltern im Original die Stimme von Mel Gibson und in der deutschen Fassung die von Hildegard Knef genießen können und sich ansonsten in Geduld üben müssen.

Bärbel Schnell

Zu diesem Film siehe auch:
KJK 64-4/1995 - Interview - "Wir haben von den Indianerstämmen überwiegend positive Reaktionen"

 

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