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Ausgabe 67-3/1996

EIN RUCKSACK VOLLER LÜGEN

Produktion: SK Film, Österreich 1996 – Regie: Wolfram Paulus – Buch: Drehbuchwerkstatt der Leoganger KinderKultur (Leitung: Wolfram Paulus, Wolfgang Haberl) – Kamera: Jerzy Palacz – Schnitt: Wolfram Paulus, Wolfgang Haberl – Musik: Filmmusikwerkstatt der Leoganger KinderKultur (Leitung: Hubert von Goisern) – Darsteller: Philipp Prandstätter (Hannes), Georg Aigner (Joschi), Judith Feldner (Kathi), Martin Abram (Lehrer Schwaiger), Rolf Zacher (Diamantendieb) u. a.- Länge: 71 Min. – Farbe – Vertrieb: Cine Pro, Residenzstr. 17, 80333 München, Tel. 089-2283986, Fax 089-299010 – Altersempfehlung: ab 6 J.

Ein Schulausflug steht bevor, kein Grund für die Schüler der Leoganger Volksschule, vor Freude in die Luft zu springen. Schon gar nicht, als der Lehrer das Programm verliest: Busreise nach Salzburg, Stadtbummel, Burgbesichtigung, Museumsbesuch. Nur der in Aussicht gestellte Kinobesuch am Nachmittag verspricht eine angenehme Abwechslung von dem öden Programm. Besonders für Lehrer Schwaiger, der sich schon mal für den Nachmittag mit einer Geliebten verabredet. Doch auch Hannes, Joschi und Kathi haben anderes vor, spielt doch ausgerechnet an diesem Nachmittag im Salzburger Stadion ihre Fußballmannschaft Vorwärts Steyr gegen Casino Salzburg. Ihren Frust, so dicht dran zu sein und doch nicht hinzudürfen, lassen sie am Lehrer aus, der sie daraufhin mit Busarrest bestraft. Da sitzen sie nun, eingeschlossen, und im Radio beginnt die Stadionreportage. Schnitt. Die Liveschaltung zum Ende des Spiels zeigt Joschi, Kathi und Hannes mit ihren siegreichen Idolen im Gespräch. Unterdessen hat Lehrer Schwaiger die drei bei der Polizei als abgängig gemeldet. Der Bus fährt ohne sie zurück. Nach anfänglicher Ratlosigkeit wachsen Neugier und Unternehmungslust bei Joschi, Hannes und Kathi. Außerdem: Ihnen kann ja nicht viel passieren, wohnt doch Joschis Oma in Salzburg. In einem vornehmen Hotel, wohin sie sich vor zwei Polizisten flüchten, treffen sie auf einen smarten Herrn, der offenbar der Polizei auch lieber aus dem Wege geht. Gemeinsam inszenieren sie ein Spiel, das sie selbst nicht ganz durchschauen. Höchste Zeit, dass schließlich doch noch Joschis Oma auftaucht und alles zurechtrückt. Mit einem charmanten Lächeln tischt auch sie eine Lügengeschichte auf ...

Am Anfang war ein Videoclip, den Kinder in der Leoganger Kinder-Kultur-Werkstatt (in der Nähe von Salzburg) gemeinsam gestalteten. Thema: Der Schulausflug. Daraus entstand im Lauf von zwei Jahren ein vergnüglicher Spielfilm von 70 Minuten Länge. Der österreichische Regisseur Wolfram Paulus, Jahrgang 1957 ("Heidenlöcher"; "Die Ministranten") stieg in das außergewöhnliche Jugendprojekt ein, arbeitete mit den Kindern am Drehbuch. Hubert von Goisern, als "Alpenrocker" bekannt geworden, leitete eine zweiwöchige Musikwerkstatt und war wie Paulus von der Spielfreude und dem Einfallsreichtum der Kinder angetan: "Für mich eine Bestätigung, dass Kinder eine Quelle der Inspiration, der Hoffnung und vor allem der Freude sind." Das sieht man dem gesamten Film an, der professionell, mit leichter Hand und situationskomisch (die Szene bei McDonalds zum Beispiel!) mit geringen Mitteln große Wirkung erzielt. Typisch dafür ist auch die rasante Verfolgungsjagd, die lediglich aus zwei kurzen, gegeneinander geschnittenen Einstellungen besteht. Zum Amüsement (zumindest im süddeutschen Raum) trägt nicht zuletzt der pointierte österreichische Dialekt bei. Allerdings: Für den übrigen deutschsprachigen Markt wird der Film synchronisiert – hoffentlich geht dabei nicht allzu viel vom Lokalkolorit verloren.

Gudrun Lukasz-Aden / Christel Strobel

Zu diesem Film siehe auch:
KJK 67-3/1996 - Interview - Distanz und Achtung – das ist das Rezept

 

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