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Ausgabe 71-3/1997

DIE KLEINE ZAUBERFLÖTE

Produktion: Linda-Film; Deutschland 1997 – Regie: Curt Linda – Buch: Curt Linda, nach der Oper von Emanuel Schikaneder und Wolfgang Amadeus Mozart – Chefanimation: Susi Bauermann – Kamera: Marilena Voicu – Schnitt: Barbara Zittwitz – Musik: Ulrich Kümpfel, nach Motiven von W. A. Mozart – Sprecher: Rosemarie Fendel (Königin der Nacht), Nikolaus Paryla (Papageno), Anika Pages (Pamina), Alexander Malzacher (Prinz Tamino), Horst Raspe (Sarastro) u. a. – Länge: 63 Min. – Farbe – Verleih: MFA (Leinthaler Str. 3, 80939 München, Tel. 089-3226084, Fax 089-3243540) – Kinostart: Januar 1998 – Altersempfehlung: ab 6 J.

Bisher gab es die Zauberflöte als zauberhafte Oper, als Film, als Scherenschnittfilm von Lotte Reiniger, als Marionettentheater. Jetzt gibt es sie auch als Zeichentrickfilm. Aber dennoch nicht als Trickfilmoper oder gar -musical. Curt Linda hat sich recht unbefangen der Oper angenommen und sie in eine musikalisch untermalte Erzählung umfunktioniert. Dabei hat er sich des Kniffs bedient, die Verwicklung des Prinzen Tamino in die Auseinandersetzung zwischen Tag und Nacht in eine Rahmenhandlung einzubinden, die dem Traumhaften der Handlung eine logische Note gibt. Tamino ist auf der Jagd, stürzt und fällt über den Rand der Erde ins Reich der Nacht. Zumindest haben er und der Zuschauer den Eindruck. (Am Ende war alles ein Traum. Oder doch nicht? Denn da hat der Prinz doch tatsächlich etwas Konkretes aus dem "Traum" herübergerettet.)

Nach dem Wechsel in andere Sphären beginnt die eigentliche Handlung. Papageno trifft auf die Schlange, die Gesandten der Königin der Nacht erledigen sie. Tamino und Papageno wollen Pamina aus Sarastros Schloss befreien. Es gilt, Prüfungen zu bestehen und die Mächte von Tag und Nacht zu einen. Auch Papagena fehlt natürlich nicht. Und am Schluss gibt es das von der Oper vorbestimmte Happy End.

Curt Linda und sein Team haben das Libretto von Mozarts Oper auf seinen märchenhaften Kern zurückgeführt und mit leichter Hand zwischen Realität und Scheinrealität eingebettet. Die Musik kommt nicht zu kurz, aber mehr in der Andeutung. Anstelle der Opernarien ist für die Erwachsenen akustisch das jeweilige Thema für den Aha-Effekt gut. Ansonsten ist die Musik recht flott und modern ausgedeutet, ohne von einem Extrem ins andere zu verfallen. Viele hübsche Gags halten die Geschichte am Laufen. Auch Lindas Anspielungen auf die Gegenwart (etwa Umweltschutz) sind wieder vorhanden.

Vermutlich ist "Die kleine Zauberflöte" kein ganz großer Film geworden, aber sie dürfte sich einen festen Platz im Kino erobern, denn immerhin ist dieser Trickfilm aufrichtig, liebenswürdig, gediegen farbig, von Lindas Stilwillen geprägt und sehr musikalisch. Und in einer Zeit zunehmender Digitalisierung von Trick- und Realfilmen ist er fast schon eine Rarität. Er ist nämlich noch wirklich von Hand gezeichnet.

In der auf dem Münchner Filmfest gezeigten Fassung waren nur 63 der ursprünglich 80 Minuten zu sehen, was kleinere Handlungssprünge verursacht hat, die aber nicht negativ ins Gewicht fallen. Vielleicht wird der Film vor der Kinoauswertung ab Oktober 1997 noch einmal überarbeitet. Es wäre nicht die erste Arbeitskopie, die auf dem Münchner Filmfest gezeigt worden ist. Wie auch immer. Die gezeigte Fassung wurde von Kindern und Erwachsenen gleicher- und verdientermaßen freundlich aufgenommen.

Wolfgang J. Fuchs

Zu diesem Film siehe auch:
KJK 73-3/1998 - Interview - "Ideal sind die Filme, die gut gemacht sind und die das Publikum berühren."
KJK 71-3/1997 - Kinder-Film-Kritik - Die kleine Zauberflöte

 

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