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Ausgabe 71-3/1997

SCHRÄGE VÖGEL

Produktion: WDR; Deutschland 1996 – Regie: Thomas Wegmann – Drehbuch: Christos Yiannopoulos – Kamera: Mathias Wegmann – Darsteller: Florian Köster, Lena Beyer, Joachim Król, Horst Krause, Walter Gontermann u. a. – Länge: 89 Min. – Farbe – Weltvertrieb: WDR International

Wenn sich deutsche Leinwandstars, wie Joachim Król und Horst Krause, dafür entscheiden, auch einmal in einem deutschen Kinderfilm eine Hauptrolle zu übernehmen, kann das als Vorbild für ähnliche Initiativen nur begrüßt und unterstützt werden – denn es kommt dem Ansehen des Kinderfilms in Deutschland zugute und lockt über die Stars zusätzliches Publikum an. Das ost-westdeutsche Komiker-Paar stand erstmals gemeinsam vor der Kamera bei Detlev Bucks Komödie "Wir können auch anders" und spielt in "Schräge Vögel" die schrägen Typen Rick und Olli, ein ungleiches Ganovenpaar, das für einen fiesen Tierhändler auf Bestellung Tiere klaut, die dieser teuer an seine illustre Kundschaft verkauft. Die anderen beiden Hauptrollen, neben einer Reihe von Tieren, spielen Sarah (Lena Beyer, die ehemalige 'Vampirin' Anna von Schlotterstein, mit ihrer unverwechselbaren Stimme) und Dennis (Florian Köster, der schon mehrere Fernsehsendungen moderierte). Damit ist eigentlich klar umrissen, worum es in diesem Film geht: um Kinder, Freundschaft, Tiere und reichlich Situationskomik.

Dennis und Sarah haben beide ein besonderes Verhältnis zu Vögeln, dummerweise zu Arten, die sich gegenseitig spinnefeind sind. Dennis züchtet Brieftauben, seine Lieblingstaube wird von einem Turmfalken gerissen. Bei einem Unwetter kommt das Falkenpärchen im Glockenturm um. Sarah entdeckt im zerstörten Nest ein intakt gebliebenes Ei und überredet Dennis, es von einer seiner Tauben ausbrüten zu lassen, noch ohne zu ahnen, was Sarah da von ihm verlangt. Die Freundschaft der beiden Kinder erfährt dadurch ihre erste Zerreißprobe. Der frisch ausgeschlüpfte Turmfalke wird Merlin genannt, sorgt alsbald für eine Menge Chaos in Sarahs Wohnung und lernt schließlich fliegen. Unterdessen treiben auf einem nahen Grundstück die Tierfänger Rick und Olli ihr Unwesen. Sie versuchen, mit der Herings-Hypnose einen Kaiman im Zoo zu überlisten, fangen eine von Dennis' Brieftauben und bekommen schließlich den Auftrag, einen Turmfalken zu besorgen. Merlin geht den beiden nach vielen vergeblichen Versuchen tatsächlich in die Falle, doch dank der nicht ganz freiwilligen Hilfe eines Auto fahrenden Schimpansen und weiterer Tiere gelingt es den beiden mutigen Kindern, im spannenden Finale die Verbrecher dingfest zu machen und dem Turmfalken die Freiheit zu geben.

Besonders jüngere Kinder dürften an den Kapriolen des Komikerduos in ihrem aussichtslosen Kampf gegen die Tücken des Objekts und die Eigenwilligkeiten der Tiere ihren Spaß haben. Schade nur, dass die Erwachsenenrollen reichlich klischeehaft und einfältig gezeichnet sind, was Jugendliche langweilen und Eltern irritieren könnte. Rick und Olli verhalten sich zueinander wie Herr und Knecht (warum eigentlich?), und auch wenn diese Rollen einmal getauscht werden, wirkt ihr tapsig-durchtriebenes Verhalten gegenüber den normal agierenden Teenies auf die Dauer etwas eindimensional und unglaubwürdig. Dadurch wirken manche Szenen etwas kindisch, obwohl sie doch vermutlich kindgerecht sein sollten. Aber wer weiß, vielleicht sehen viele Kinder die Erwachsenen tatsächlich so, wie sie hier gezeigt werden – oder wollen sie gerne so sehen.

Holger Twele

 

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KJK-Ausgabe 71/1997

 

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