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Ausgabe 71-3/1997

"Ich würde mich riesig freuen, wenn der Film den Sprung nach Amerika schafft"

Gespräch mit Michael F. Huse (Regie) und Werner Morgenrath (Drehbuch) über den Film "Die Story von Monty Spinneratz" (Deutschland 1997, 90 Min., Farbe, 35mm)

(Interview zum Film DIE STORY VON MONTY SPINNERRATZ)

KJK: Wann kam Ihnen die Idee zu einem Kinofilm mit der Augsburger Puppenkiste?
Huse: "Die Augsburger Puppenkiste ist Nachkriegskultur, mit der wir groß geworden sind. Ich habe die Puppenkiste Ende 1993 angesprochen, weil ich sie in dieser Medien-Vielfalt immer mehr vermisst habe, und sie gefragt, ob sie sich vorstellen könnten, die Marionetten auf die große Leinwand zu bringen. Kurze Zeit später hieß es: 'Die Puppenkiste ist 50 Jahre alt und vielleicht gehen wir als nächsten Schritt auf die Kinoleinwand.' Und sie hatten bereits ein Buch, das amerikanische Kinderbuch 'Die Story von Monty Spinnerratz'. Nachdem ich das Buch gelesen hatte, war ich sofort davon überzeugt."

Wieso entschied man sich gleich für das Großformat CinemaScope?
Huse: "Am Anfang war uns nicht klar, ob die Marionetten im Kino funktionieren. Ich habe dann mit dem Produzenten Hans Peter Clahsen einen achtminütigen Film erstellt, der schon in CinemaScope war. Der hat uns schon beim Ansehen der Muster überzeugt und uns auch bei der Suche nach einem Verleih geholfen."

Warum verwendeten Sie echtes Wasser?
Huse: "Der Schritt von der Puppenbühne ins Kino ist, wie der Schritt von der Puppenbühne ins Fernsehen, sehr eigenständig. Wenn schon alles in einer sehr nahen Realität spielt, dann gibt es eigentlich keinen Grund, das Wasser aus Plastikfolie zu machen. Das würde sogar künstlicher wirken. Und es ist ja gerade das Spannende, wenn Phantasie-Elemente mit der Realität zusammenkommen. Dann steht die Phantasie nicht im leeren Raum, sondern sie reibt sich an der Realität."

Aber man hat sich ja bewusst dafür entschieden, die Fäden nicht per Computertrick zu entfernen.
Huse: "Wenn ich einen Marionettenfilm mache, dann ist es paradox, die Fäden wegzudigitalisieren. Die Fäden gehören bei jedem Marionettenfilm – und gerade bei der Augsburger Puppenkiste – dazu und wenn ich die jetzt wegnehmen würde, dann würde ich die Marionette entseelen. Und nach ein paar Minuten sieht man die Fäden nicht mehr; sie verschwinden durch den Zauber der Marionette."

Warum wurden andere Sprecher verwendet als die aus der Puppenkiste bekannten?
Huse: "Im Fernsehen arbeitet die Puppenkiste viel mit Dialekten, weil das in diesen deutschen – zumeist märchenhaften – Geschichten gut funktioniert. Aber das Buch spielt in New York, weswegen wir keine Ratte mit Dialekt versehen wollten. Als wir bei dem Test Dialekte ausprobiert haben, wirkte das merkwürdig, weil dadurch die Orientierung, wo die Geschichte spielt, verändert wird."

Stammt der Kanaligator "Charon" schon aus dem Buch?
Morgenrath: "Nein, er ist dazu erfunden und ist auch eine Hommage an die Puppenkiste, die immer so ganz verrückte Figuren drin hatte, um damit eine Nebenhandlung zu kennzeichnen und so auch Humor rein zu bringen."

Wird der Film auch in den USA gezeigt werden?
Huse: "Die Zusammenarbeit mit Warner Bros. ermöglicht natürlich viel. Die Vertriebswege sind viel größer mit so einem starken Partner. Als Regisseur würde ich mich riesig freuen, wenn der Film den Sprung nach Amerika schafft und dort in den Kinos läuft. Aber ich denke mir, dass es für deutsche Produktionen auch schon ein sehr großer Erfolg ist, wenn wir über die deutsche Grenze hinauskommen."

Wird es weitere Filme der Augsburger Puppenkiste geben?
Huse: "Wenn die Leute diesen Film genauso mögen wie zum Beispiel die Zeichentrickfiguren von Disney, dann gibt es keinen Grund, nicht weiterzumachen."

Interview: Lutz Gräfe

 

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