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Ausgabe 33-1/1988

"Meine Kinder waren immer ein Teil meiner Arbeit"

Gespräch mit Jim Henson

(Interview zum Film DIE MUPPETS EROBERN MANHATTAN und zum Film DIE MUPPETS WEIHNACHTSGESCHICHTE)

Anlässlich der Ausstellung "Muppets, Monster & Magie – Die Welt des Jim Henson" im Deutschen Filmmuseum kam der amerikanische Filmemacher nach Frankfurt, wo KJK-Mitarbeiter Reinhard Kleber das folgende Interview mit Jim Henson führte.

KJK: Ihr größter Erfolg war bisher die "Muppet Show". Werden wir bei uns neue Folgen sehen können?
Jim Henson: "Wir haben 120 Folgen hergestellt und hörten 1981 mit der Produktion auf. In England wird die Serie gerade wiederholt, in anderen Ländern auch, in Deutschland wäre das auch möglich. Aber ich glaube nicht, dass wir jemals wieder auf diese Show zurückkommen werden."

In Ihren Fantasy-Filmen gibt es einige riesige, schreckliche, Furcht einflößende Gestalten. Haben sie die Funktion, den Kindern zu zeigen, dass sie keine Angst zu haben brauchen?
"In einem gewissen Maß ja. Wir zeigen auch Figuren, die wir 'Monster' nennen, sie können groß und zottelig sein, aber im Herzen sind sie gut. Ich glaube, wenn man eine Figur auf der Leinwand zeigt, vor der sich die Kids sehr fürchten, aber dann erkennen, dass sie sich gar nicht ängstigen müssen, das durchzumachen ist gar keine schlechte Sache."

In Ihren neueren Filmen wie "Labyrinth" oder "The Dark Crystal" haben sie immer kompliziertere Elektronik und Special Effects eingesetzt. Gehen Sie auf diesem Weg weiter?
"Ja, ich glaube, unsere ganze Arbeit ist heute elektronischer, als sie es früher war. Wir arbeiten jetzt an einem kleineren Film. Im Augenblick ist es schwierig, die großen Dollar-Summen zu bekommen, um einen großen Film zu drehen."

Sehen Sie eine Grenze bei der Verwendung von High Technology in Ihren Filmen?
"Ich glaube, die Technologie eröffnet mehr Möglichkeiten auf dem Gebiet des Puppenspiels, ich finde sie faszinierend. Ich glaube, dass wir in den nächsten fünf, zehn Jahren eine Menge von Entwicklungen auf diesem Gebiet erleben werden, und das wahrscheinlich auch bei der Computer-Animation. Wir suchen zum Beispiel einen Weg, um zu dem Punkt zu gelangen, an dem wir eine graphische Figur auf der Leinwand in der gleichen Weise kontrollieren können, wie wir unsere Radiofiguren kontrollieren. Das ist wie Puppenspiel ohne Puppenherstellung. Da kommen noch viele interessante Dinge auf uns zu."

Aber diese Technologie ist doch ziemlich aufwändig. Und der Markt wird ja, wie Sie andeuteten, enger ...
"Aber es wird wahrscheinlich ja auch sehr einfaches Puppenspiel weiter geben, das eine ersetzt nicht das andere. Wir arbeiten ja auch noch mit einfachen Puppenfiguren, sie sind keineswegs schlechter als die hochtechnischen Figuren. Das sind einfach zwei verschiedene Dinge. Meiner Arbeitsauffassung nach ist es in kreativer Hinsicht sehr viel interessanter und herausfordernder, immer wieder etwas zu zeigen, das noch keiner vorher gezeigt hat. Das ist der Teil, der mir besonderen Spaß macht.“

Sie haben fünf Kinder. Sind Ihre Kinder an Ihren Filmen beteiligt, an der Planung und Produktion?
"Nun, meine Kinder waren immer ein Teil meiner Arbeit. Als sie jünger waren, habe ich viele Ideen, die sie furchtbar fanden, fallen gelassen, wir haben sie dann diskutiert. Jetzt, da sie älter sind: Meine ältere Tochter arbeitet bei Warner Brothers, wir sprechen fast jede Woche über Filme und andere Dinge; mein ältester Sohn arbeitet jetzt mit mir zusammen als Darsteller, Puppenspieler und Regisseur. Die nächste Tochter arbeitete in einem Laden, der Figuren für uns herstellte. Die Familie nimmt also im Allgemeinen durchaus am Geschäft teil. Das macht mir viel Vergnügen, ich liebe es, mit ihnen zusammen zu arbeiten."

Sie haben ein kooperatives Team von künstlerischen Individualisten aufgebaut. Wer hat im Konfliktfall das letzte Wort, das Kollektiv oder Sie?
"Das kommt drauf an. Innerhalb meiner Gruppe habe ich im Allgemeinen das letzte Wort, aber wir machen sehr oft Dinge für eine Fernsehkette oder einen Filmvertrieb, da haben sie im Vertrieb manchmal das letzte Wort."

Arbeiten Sie an mehreren Projekten gleichzeitig?
"Ja, wir arbeiten so. Im Allgemeinen haben wir eine Reihe von Produktionen in Arbeit, in verschiedenen Stadien. Das ist ein Prozess, der gewöhnlich einige Jahre dauert. Wir arbeiten gerade an verschiedenen Projekten, bei denen ich sicher bin, dass wir sie in ein oder zwei Jahren realisieren werden."

Verraten Sie uns mehr über Ihre derzeitigen Projekte?
"Aber ja, eines heißt 'Der Geschichtenerzähler'. Wir produzieren es gerade eben in London. Vielleicht kommt es in ein paar Jahren auch nach Deutschland. Diese Fernsehserie ist sehr aufregend für uns. Es geht um Volksmärchen und Feenmärchen, wir verwenden mehrere Grimm-Märchen, aber alles in einem anderen Stil. Die Figuren, die wir herstellen, bringen wir zusammen mit lebendigen Darstellern, ähnlich wie in 'Labyrinth' und 'The Dark Crystal'. John Hurt ist der Geschichtenerzähler. Wir verwenden einen Stil, der eher von Music-Videos herkommt, wir verwenden also eine Art von expressionistischem Geschichtenerzählen, was ich sehr aufregend finde."

Wir werden also noch einige neue Jim Henson-Filme zu sehen bekommen?!
"Absolut sicher."

Das Gespräch führte Reinhard Kleber

 

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